Opfermythos

Die Rede von Otto von Habsburg ist eigentlich dass er die Gedanken vieler Österreicher in Worte gepackt und ausgesprochen hat. Öfters hörte man und hört man immer noch den Satz, „das Bundesheer habe nach einem kurzen, heldenhaften Kampf, gegen die deutsche Wehrmacht kapitulieren müssen.“ Praktisch Überfall.

Erinnert man dann an die jubelnden Menschen am Wegesrand, die nun keineswegs ausschließlich in Wien zu finden waren, dann kommen verschiedene Erklärungen. Tirol und Oberösterreich seien von den Nazis unterwandert worden und wären nach dem Anschluss Überfall gleich auf die Straßen gestürmt. Eine andere Erklärung, „man sei gezwungen gewesen auf die Straße zu gehen und sei ja nie dafür gewesen, quasi sei man ja, also im Herzen, Widerstandskämpfer. Aber man hätte ja gar keine andere Möglichkeit gehabt.“ Der Mythos, dass man ja überfallen wurde, entstand kurz nach Kriegsende und wurde über die Jahre gepflegt. Neu allerdings ist die Aussage vom lieben Otto, der nicht nur einen Vergleich zwischen Fußballfans und Heldenplatz zieht, sondern in seiner Rede den Revisionismus in Österreich Salonfähig macht und damit, nach der Waldheimaffäre, oder den Aussagen des Karawankenjesus, die Volksseele mit Honig schmiert.

Mir fällt bei Aussagen wie der von Habsburgs immer wieder der Herr Karl ein. Qualtinger, für viele ein großkotziges Arschloch, Volksverräter usw. -nach der ersten Aufführung 1961 erhielten die Verantwortlichen des ORF, sowie Qualtinger diverse Morddrohungen- hat mit seinem Herrn Karl ein Meisterstück abgeliefert und die Denkweise treffend skizziert.

Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6.

Qualtinger zitiert Hitler. Für alle die gerne die Mär erzählen, gilt auch für die Deutschen, man hätte ja nichts gewusst.

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