Free Tibet!

Anscheinend liegt es an den olympischen Spielen die dieses Jahr in Peking statt finden, dass die Medien zum ersten Mal ausführlicher über Tibet berichten. Schon am Jahrestag des Aufstandes vom März 1959 zeigten die Medien Bilder und Berichte aus verschiedenen Städten, wo Exiltibeter und Unterstützer gemeinsam protestierten.

Zum ersten mal seit langem ist Tibet im Focus der Weltöffentlichkeit und die Unruhen die Anfang der Woche begonnen haben setzen sich fort und werden zur Kenntnis genommen. Proteste gegen die chinesische Besatzung finden regelmäßig in Lhasa statt, regelmäßig allerdings werden diese von der Pekinger Regierung beendet. Berichte nach draußen kommen selten, da alles unternommen wird, die Berichterstattung aus Tibet mit allen Mitteln zu zensieren. Laut Spiegel Online herrscht Chaos in Lhasa, „Die Menschen hatten Stöcke und Steine in den Händen,“ so eine Augenzeugin.

Laut ICT sind die olympischen Spiele nur „ein Grund“ für die Proteste. Chompel Balok gegenüber Spiegel Online „Bei den Tibetern herrscht allgemeine Unzufriedenheit, weil sie sich in ihrem eigenen Land wirtschaftlich und sozial benachteiligt fühlen.“ Nun sollte man meinen, nicht nur die notorischen Friedenspinsel würden auf die Straße gehen, um gegen Peking zu demonstrieren, auch die westlichen Regierungen, oder die UNO würden scharf auf die Vorgehensweise reagieren, aber da findet nichts statt. Die Friedenspinsel die schon einenHerzkasper erleiden, wenn sich ein Selbstmordattentäter bei seinem Vorhaben selbst in die Luft sprengt und diesen als Opfer des amerikanischen Imperialismus sehen, während die Toten und Verletzten eher selbst schuld an ihrem Unglück sind, sind vollkommen unsichtbar. Auch diejenigen die einem permanent in den Ohren liegen und sofort „Genozid“ rufen, wenn sich ein Hamasaktivist einen Splitter zieht, sind völlig stumm. Die UNO sieht die Lage in Tibet wahrscheinlich als übergroßes Hapening, wo die Aktivisten ein bisschen über die Strenge schlagen. Gelesen habe ich bisher zumindest nichts, dass sich ein Vertreter vom Hudson zu den Vorgängen geäußert hätte. Erstaunlicherweise tritt aber sofort der Sicherheitsrat zusammen, sollte sich ein israelischer Grenzpolizist die Familienplanung zurecht rücken. Hier handelt es sich schließlich um eine unverhältnismäßige Provokation. Nicht umsonst erklärte Sonam Norbu, Außenminister der tibetischen Exilregierung, vor etwas mehr als einem Jahr, die EU hätte mehr Einfluss auf die Regierung in Peking als die UNO.

Während die UNO sich immer noch keine Gedanken -Außer der Menschenrechtskommission- macht, sprach man auf einem EU-Gipfel in Brüssel Klartext und rief Peking zur Mäßigung auf. Deutlich wurde allerdings, wie könnte es auch anders sein, George W. Bush

US-Präsident George W. Bush setzte sich für einen Dialog zwischen der chinesischen Führung und dem religiösen Oberhaupt der Tibeter, dem Dalai Lama, ein. Darauf verwies der stellvertretende Sprecher des Weißen Hauses, Tony Fratto, heute in Washington. Das Weiße Haus erwarte von Peking, die Kultur der Tibeter und die Unterschiedlichkeit der Volksgruppen in der chinesischen Gesellschaft zu respektieren. Die USA bedauerten die gegenwärtigen Spannungen zwischen ethnischen Gruppen und Peking, so Fratto.

Peking wiegelt entweder ab, verbittet sich eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten, oder betreibt, wie üblich, Dalai Lama bashing.  Sobald Peking dort die Lage wieder unter Kontrolle hat und das hat sie immer recht schnell, wird man aus Tibet wieder nichts mehr erfahren. Und bisher hat auch noch kein Land seine Teilnahme an der Olympiade 2008 abgesagt, ok, das hat man auch 1936 nicht und während der WM in Argentinien störten die Umstände auch wenig.

Mehr Infos: Tibetcafe, ICT, TID

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