Israel bei der WM 2010

Wäre eigentlich eher was für Ballsportartisten, aber Sport kann natürlich auch politisch sein. Nach der EM mit einem, diesmal, würdigen Gewinner geht natürlich der Blick nach vorne auf die Bundesliga, auf die WM-Quali in der Europagruppe, die für die Gruppe 2 am 06.09 startet. Neben den Schweizern hat das Ballsportkollektiv aus Israel beste Chancen die Endrunde in Südafrika -falls Blatter nicht doch noch die Sache kippt- zu erreichen. Das wäre nach 1970 die zweite Endrundenteilnahme für die Ballsportartisten aus Israel.

Sollten sich die Kicker aus dem kleinen Land gegen die übermächtigen Gegner aus Griechenland -Altherrenfußball-, Schweiz -in der Gruppe eine Bank-, Lettland -Immer für eine Überraschung gut-, Luxemburg -Der Geheimfavorit aller Buchmacher und Wettjunkies. Ein Sieg von denen und Du bist reich- und Moldawien -dies sind wirklich unberechenbar- durchsetzen, dann wird die Reaktion der Südafrikanischen Ausrichter interessant sein, denn schließlich werfen Mitglieder der südafrikanischen Regierung Israel vor, es sei ein Apartheidregime, dass mit den Arabern in den Autonomiegebieten genauso umgehen würde, wie die Weißen mit den Schwarzen im damaligen Südafrika.

Und so könnte eine Endrundenteilnahme des israelischen Ballsportkickerkollektivs schnell zum Politikum werden, wenn Staaten, die Israel am liebsten von der Landkarte radieren würden, auch die Qualifikation schaffen. Bisher, so argumentierte die FIFA stets, sei man ja strikt unparteiisch und unpolitisch. Gegenüber Israel war man da nie so unpolitisch und unparteiisch. Im letzten Jahr fand in Duisburg ein Vortrag über das völlig unpolitisch entspannte Verhältnis zwischen der FIFA und der IFA statt. Unter dem Titel „Israel und die Fußball-UNO“ wurde ausführlich die Diskrepanz dargestellt, die zwischen Anspruch und Wirklichkeit herrscht. Dabei ist Israel, auch wenn es vor 1948 als Staat noch nicht existierte, seit 1929 Mitglied der FIFA, denn der Fußballverband gründete sich 1928 und nahm, damals noch als Palästina an den Qualifikationen zur WM 1934 und 1938 teil.

Schaut man sich die Länder an, die Israel ablehnen und liest sich zum Beispiel die Aussagen des Bartwichtels aus Teheran zum israelischen Staat durch, dann stellt sich mir zumindest die Frage, wie will die FIFA das Problem lösen, wenn die iranische Mannschaft die Qualifikation schafft. Das die iranischen Kicker Fußball spielen können, das haben sie ja schon bewiesen und es ist durchaus möglich, dass die iranische Mannschaft auch diesmal die Teilnahme an der Endrunde schaffen wird. Bisher lehnte die FIFA einen Boycott gegen den Iran kategorisch ab und sah, im Gegensatz zu Jugoslawien, keine Notwendigkeit, den iranischen Fußballverband von der Endrundenteilnahme auszuschließen. Sollte der Iran in Südafrika teilnehmen, dann wäre es durchaus möglich, dass Iran und Israel in einer Gruppe landen. Und wie auch die FIFA wissen dürfte, lehnt der Iran es kategorisch ab, gegen Israel zu spielen. Aber nicht nur der Iran wäre das Problem, auch eine Reihe anderer Länder möchte aus politischen Gründen nicht gegen Israel antreten.

Hinzu kämem Sicherheitsfragen, denn die südafrikanischen Ausrichter scheinen sich nicht ganz klar zu sein, was so eine Sportveranstaltung eigentlich bedeutet und die Regierung in Südafrika hat ja nicht mal den eigenen Mob unter Kontrolle. Wie sähe es also mit der Sicherheit der israelischen Spieler aus?

Natürlich ist es noch nicht soweit, aber ich gehe von einer Teilnahme Israels fest aus, denn die Chancen sind wirklich günstig und man darf sich im Vorfeld ja schon mal seine Gedanken machen. Die FIFA würde, ob sie will oder nicht, zum politischen Instrument werden und müßte offen Farbe bekennen. Bisher hat sie ja immer politisch unpolitisch entschieden und ihr Fähnchen an den eigenen Interessen ausgerichtet -WM-Teilnahme Chiles 1974, Ausrichtung der WM-Endrunde 1978 unter der Militärjunta Argentiniens-.

Das wird für mich die spannenste Erfahrung werden, wie die FIFA reagiert und Raum für Spekulationen schaffen.

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Ein Gedanke zu “Israel bei der WM 2010

  1. wer nicht mitspielen will ist spielverderber und wird vom platz gestellt.
    zur sicherheitfrage: laut einigen zeitungen lagert ein plan b im fifa-panzerschrank, wenn südafrika die voraussetzungen nicht erfüllen kann und eine verlegung der wm ansteht. usa? oder vielleicht deutschland, wo israel dann überraschend weltmeister wird. anschlagsfrei.

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