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Never Again!

Januar 27, 2010

Am Vormittag des 27. Jänner 1945 erreichten Teile der 60. Armee der 1 Ukrainischen Front das Konzentrationslager Monowitz -ein Außenlager der Buna Chemie-Werke- und befreiten die Insassen. Während der Kämpfe um Auschwitz fielen 232 Soldaten der Roten Armee bis endlich um 15 Uhr die ersten Einheiten das Konzentrationslager erreichten.

Nikolai Politanow war der Erste der das Lager Auschwitz betrat und konnte nicht glauben was er dort sah: „Also fuhren wir zum Haupttor des Vernichtungslagers in Birkenau. Das eigentliche Lager wirkte wie ein unaufgeräumter Schlachthof. Ein beißender Geruch hing schwer in der Luft. Das waren bewegende Bilder dort. Riesige, scheinbar endlose Briketthaufen waren auf dem Gelände gestapelt. Je tiefer wir auf das Gelände vordrangen, desto stärker war der Gestank von verbranntem Fleisch, und vom Himmel regnete schmutzig-schwarze Asche auf uns nieder, welche die Schneeflecken dunkel färbte.“

Oberleutnant Sergejew sagte nachdem, was er gesehen hatte: „Das kann doch nicht sein, mitten im 20. Jahrhundert. Ich kann nicht begreifen“, fuhr der Oberleutnant fort, „dass solche Grausamkeit möglich ist. Wenn es einen Gott gäbe, könnte er vielleicht erklären, warum es dazu gekommen ist.“

Um die Spuren des Vernichtungswahns einer arischen Herrenrasse vor den sowjetischen Befreiern  zu verheimlichen, wurden vom 17-23. Jänner 1945 ca. 60.000 Häftlinge in den Westen getrieben, dabei starben ca. 9000-15.000 Menschen an Entkräftung, oder wurden von der SS umgebracht. 7500 verblieben in den Lagern und sollten vom zurückbleibenden Wachpersonal bei lebendigen Leibe verbrannt werden.Nur die Hölle kann sich so ein Szenario ausdenken und nur der Mensch ist in der Lage sowas umzusetzen. Und nur der Tod war in diesem Fall ein Meister aus Deutschland. Es war der Wahn einer Bande von „Herrenmenschen“, mit dem Irrsinn auserwählt zu sein von der Geschichte, die 11. Mio Menschen wie Vieh abschlachtete in der Überzeugung, es handele sich dabei um Untermenschen. 6 Mio. Juden, ca. 500.000 Sinti und Roma, 3,3 Mio. sowjetische Kriegsgefangene, 10-15.000 Homosexuelle, 70.000 fielen der Euthanasie zum Opfer, weil sie als unwertes Leben angesehen wurden, Regimegegner usw.

Natürlich kann man sagen, „ich habe damit ja nichts zu tun, das war weit vor meiner Zeit.“ Stimmt! Aber man kann sagen, dass es eigentlich eine verdammte Pflicht sein sollte, dies nie wieder zu vergessen und nicht zu vergessen, dass nicht Holländer, Belgier, Franzosen, Polen, oder Russen das angerichtet haben, sondern Deutsche. Kaum ein Land hat soviel Leid im 20. Jahrhundert über die Welt gebracht wie Deutschland und Japan. Insgesamt gehen 60. Mio Kriegstote auf das Konto dieser „Weltbeglücker.“ Nie wieder darf sowas geschehen und diejenigen, die sich als „wohlmeinende Freunde“ eines kleinen Staates im Nahen Osten sehen und der Meinung sind, man müsse mit Terroristen sprechen die das vollendet wissen möchten, was die Nazis nicht geschafft haben, die sollten einfach mal die Bappen halten und mit ihrer „wohlmeinenden Kritik“ in den Keller gehen. Da stören sie dann in ihren Monologen niemanden. Auch diejenigen, die Israel vorwerfen Völkermord zu begehen, ein Terrorstaat zu sein, oder Apartheid zu praktizieren kann man nur empfehlen sich die Gedenkstätten anzuschauen. Das, was sie da sehen können, haben die Eltern und Großeltern verursacht. Entweder durch ihr Schweigen, oder weil sie in der Maschinerie ein Rädchen waren, dass das Große am laufen hielt.

Augenzeugenbericht eines ehemaligen Angehörigen der Roten Armee

Und für die bei der Befreiung gefallenen Soldaten


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3 Kommentare leave one →
  1. Januar 28, 2010 12:32 pm

    „Das, was sie da sehen können, haben die Eltern und Großeltern verursacht. Entweder durch ihr Schweigen, oder weil sie in der Maschinerie ein Rädchen waren, dass das Große am laufen hielt.“

    Und heute machen wir gemeinsame Sache mit einer Regierung, die Israel von der Landkarte tilgen möchte. Ich weiß, das war nur ein Übersetzungsfehler, in Wahrheit heißt es „aus den Seiten der Geschichte löschen“ oder so ähnlich, was ja gleich viel beruhigender klingt. Die österreichische Delegation hat sich nicht einmal dazu aufraffen können, während Ahmadinejads Hetzrede vor der UN-Vollversammlung den Saal zu verlassen.

    Dazu kommt das ständige Geseiere selbst Opfer zu sein. Ich hatte schon ganz vergessen, dass Eichmann sich selbst in seinem Schlusswort beim Prozess als „Opfer“ bezeichnet hat (kam gestern in einer Dokumentation über Gabriel Bach vor). Wem da nicht die Galle hochkommt … Irgendwann bleibt als Täter nur mehr Hitlers Schäferhund übrig.

    Österreich ist da noch viel schlimmer als Deutschland, gehört es doch zu unserem Gründungsmythos, dem wir auch den Staatsvertrag verdanken, das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen zu sein. Dementsprechend höher ist bis heute unsere Reizschwelle für antisemitische Ausfälle.

    Manchmal hat man den Eindruck, dass von all der Aufklärungsarbeit, all der Erinnerungskultur, nur die Empörung darüber übrig bleibt, dass die Juden aus dem Holocaust nichts gelernt hätten. Tief in ihrem Inneren begreifen die „kritschen Freunde Israels“ Auschwitz wahrscheinlich als ultimative Besserungsanstalt.

    • taylor1944 permalink
      Januar 28, 2010 3:32 pm

      Hallo Thomas,

      vielen Dank für den ergänzenden Kommentar

      Österreich ist da noch viel schlimmer als Deutschland, gehört es doch zu unserem Gründungsmythos, dem wir auch den Staatsvertrag verdanken, das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen zu sein. Dementsprechend höher ist bis heute unsere Reizschwelle für antisemitische Ausfälle.

      Während meiner Zeit in Österreich habe ich öfters diese Erfahrung gemacht. Beim Heurigen lernte ich zwei, entweder Anhänger oder Parteigänger, von der FPÖ kennen. Zu der Zeit kannte ich zwar die FPÖ und ihre Führungsspitzen konnte aber sonst nicht viel dazu sagen, außer dass meine Kollegen in Deutschland der Meinung waren, „am Heldenplatz marschieren sie wieder.“
      Die Beiden ließen auf jeden Fall jeden revisionistischen Historiker wie einen Anfänger ausschauen und waren wirklich der Meinung das Bundesheer hätte nach kurzem heldenhaften Kampf eine bittere Niederlage durch die Wehrmacht erlitten und die Leute wären zum Jubel gezwungen gewesen.
      Später lernte ich dann einen Lehrer kennen, der an einem Gymnasium in Wien unterrichtete. Der erzählte mir, dass in den Geschichtsbüchern der Oberstufe bis ca. Ende der 60er Jahre geschrieben stand, dass Österreich wirklich das erste Opfer gewesen sei und Deutschland gegen Österreich einen Angriffskrieg geführt hat. Er meinte es wäre von daher kein Wunder, dass viele Österreicher sich immer noch in einer Opferrolle sehen und Antisemitismus praktisch ein Schmäh ist.
      Man sieht es ja am Wiener Magistrat und seinem etwas seltsamen Umgang mit der Wiener Geschichte, besonders was den unsäglichen Karl Lueger betrifft. Den Dr-Karl-Lueger Ring gibt es ja immer noch in Wien, trotz Protesten durch die Studenten der Uni Wien.
      Mir fällt da immer automatisch „der Herr Karl“ ein. Kein Wunder dass die Republik nach Ausstrahlung damals im ORF Amok lief.

      Viele Grüße

  2. Bert permalink
    Januar 31, 2010 12:20 am

    Die Geschichte wird leider umgeschrieben.
    Die Opfer sind tot, wenige leben noch.
    Die Täter, die noch leben, hoffen auf Neusprech.
    Die Neuen Geistigen Täter hoffen auf eine neue Geschichte.
    In der neuen Geschichte gibt es nur Neuprech.

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