Not kennt kein Gebot

Ich frage mich, ob Galloway und seine Kaspertruppe, sich gerade auf dem Weg nach Haiti befinden, oder sich nicht doch eher von ihren Groupies beweihräuchern lassen, denn zum einen ist Haiti weit weg und zum anderen focussiert sich Humanität auf ein paar Quadratkilometer. Alles andere findet in ihrem Bild nicht statt, denn die Welt fängt an der israelischen Grenze zu Gaza an und endet an der Grenze vom Gazastrip zu Ägypten, also alles recht überschaubar. Vor allem gilt in diesen Kreisen der Satz: „man kann sich nicht um alles kümmern.“

Nun Israel kann und macht dies bereits, wie üblich seit seiner Staatsgründung 1948. Bei humanitäten Katastrophen ist der kleine Staat, den seine wohlmeinenden Freunde und Kritiker, immer so mutig ermahnen und gerne aufgelöst sehen möchten, stets als Erster vor Ort und leistet den Opfern umfassende Hilfe. Mittlerweile ist Israel ein Experte in Sachen Katastrophenmanagement und humanitäre Hilfe -das Übrigens unabhängig vom Ansehen der Person-. Selbst dem Regime im Iran wurde damals nach dem schweren Erdbeben geholfen. Allerdings nur mit Schwierigkeiten, so wurden israelische Ingenieure von einer niederländischen Firma mit niederländischen Pässen ausgestattet und flogen damals im Auftrag  in den Iran und halfen bei der Instandsetzung der Infrastruktur. Gemerkt hatte das zum Glück keiner und gefährlich war es noch dazu. Auch in China half Israel mit Equipment und Personal. Kaum ein Land, kaum ein Platz bei dem nicht Israel in irgendeiner Form geholfen hätte und wie das Beispiel Iran zeigt, auch seine Experten auf’s Spiel setzt.

Die Abteilung, die mehr als Präsent ist, heißt MASHAV und untersteht dem Außenministerium. MASHAV wurde 1958 von der damaligen Außen- und späteren Premierministerin Golda Meir nach einem Besuch auf dem afrikanischen Kontinent gegründet. 2008 feierte MASHAV den 50. Geburtstag und kann auf eine beeindruckende Liste verweisen. In mehreren Ländern unterhält man Shalom-Clubs. Das sind Orte an denen Experten mit Rat zur Seite stehen und Aufklärung leisten, sowie Hilfe zur Selbsthilfe. Trotz aller Anfeindungen ist Israel eines der Länder, die selbst denen noch helfen, die Israel vor der UNO diskreditieren. Z.B. hilft MASHAV in Südafrika, unter anderem bei der HIV-Prävention und Bekämpfung, muß sich im Gegenzug von südafrikanischen Parlamentären und einem infantilen Bischof als Apartheidstaat beleidigen lassen. Man mag es eigentlich kaum glauben, dass ein Staat noch bereit ist humanitär tätig zu werden, Israel hat es sich zur Aufgabe gemacht das zu tun.

Man kann also auch weiter nicht davon ausgehen, dass Diejenigen, die permanent gegen Israel hetzen und Menschrechtsverbrechen der Hamas nicht nur gegen das eigene Volk, sondern auch seinen Nachbarn negieren, vielleicht mal für 5 Minuten das Hirn einschalten. Man kann nicht davon ausgehen, dass diese Leute vielleicht mal ein Wort über die Flüchtlingslager im Libanon verlieren in denen die Palästinenser völlig rechtlos sind. Humanität ist bei diesen Leuten eine Floskel, eine Worthülse, mit der man sich ein Mäntelchen überstreifen kann um sich moralisch zu fühlen. Ob die verzweifelten Versuche im Iran, Erdbeben in Haiti, oder Überschwemmung in Bangla Desh, diese Leute finden allenfalls zynische Worte für die Opfer und Lob für die Unterdrücker. Diejenigen, die vielleicht zweifeln, dass Israel doch nicht so schlimm ist, wie allgemein kolportiert, denen sei im Anhang die Lektüre des israelischen Außenministeriums und Ynet empfohlen:

Israel schickt Such- und Rettungsdelegation nach Haiti

Eine israelische Delegation von Mitgliedern des Außenministeriums und des Heimatfrontkommandos sowie des medizinischen Korps der Armee ist heute Morgen in die Republik Haiti aufgebrochen, um Hilfsmöglichkeiten nach dem jüngsten Erdbeben zu prüfen.

Das Heimatfrontkommando schickt Such- und Rettungskräfte nach Haiti, um die Bergung von Erdbebenopfern in dem Karibikstaat zu unterstützen. Der Sanitätsoffizier des Heimatfrontkommandos, Dr. Ariel Bar, teilte mit, es seien bereits Maßnahmen ergriffen worden, um die Vorbereitungsphase des Hilfseinsatzes zu verkürzen.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde Haiti von einem schweren Erdbeben mit einer Stärke von 7.0 nahe der Hauptstadt Port-au-Prince erschüttert.

Das Heimatfrontkommando bildet seine Such- und Rettungseinheiten kontinuierlich dazu aus, angemessen auf Notfälle reagieren zu können. Regelmäßig finden in Koordination mit zivilen israelischen Instanzen und internationalen Organisationen Rettungsübungen statt.

Gegenwärtig findet in Tel Aviv eine internationale Konferenz zum Umgang mit humanitären Katastrophen und Notfällen statt.

(Außenministerium des Staates Israel, 13.01.10)

Israel übermittelt Haiti sein Beileid und seine Solidarität
„Israel möchte der Regierung und Bevölkerung Haitis angesichts dieser schrecklichen Katastrophe sein Mitgefühl ausdrücken. Unser Beileid gilt den Familien der Opfer. Wir wünschen den Verletzten eine schnelle Genesung.

Israel tut alles in seiner Macht stehende, um den Menschen in Haiti zu helfen, das Desaster in ihrem Land zu bewältigen. Eine 220 Mann starke Delegation unter Leitung von Offiziellen des Außenministeriums wird heute Nachmittag (Donnerstag, 14. Januar 2010) mit zwei Flugzeugen des Typs Boeing 747 Richtung Port-au-Prince aufbrechen, die von El Al durch die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) angemietet wurden. Das Hilfspaket beinhaltet ein Feldlazarett des Heimatfrontkommandos und Suchmannschaften, sowie Teams des Roten Davidsterns (Magen David Adom) und der israelischen Polizei.

Der israelische Botschafter in der Dominikanischen Republik, Amos Radian, befindet sich in Port-au-Prince und koordiniert die Verteilung der israelischen Hilfe mit lokalen Behörden und Hilfsorganisationen.“

(Sprecher des Außenministeriums, 14.01.2010)
Israel erbaut Feldlazarett auf Haiti
Israel schickt eine Delegation nach Haiti, um dort ein Feldlazarett aufzubauen, sagte der Sprecher des Außenministeriums Yossi Levy am heutigen Donnerstag.

Das Team besteht aus 40 Ärzten und 24 Krankenschwestern und soll Israel am Donnerstagabend verlassen. Das Lazarett ist so ausgestattet, dass 500 Patienten behandelt werden können. Es hat eine Intensivstation, zwei Operationsräume, eine Apotheke sowie einen Röntgenraum.

Such- und Rettungsmannschaften des Heimatfrontkommandos gehören ebenfalls dem Team an. Levy sagte, dass diese Spezialisten bereits auf dem Weg von der Dominikanischen Republik in das Erdbebengebiet seien.

Gegen Mittag wird außerdem eine Delegation des Israelischen Außenministeriums in Haiti eintreffen. Der stellvertretende Leiter der Lateinamerika-Abteilung, Yossi Regev, sagte, dass der israelische Botschafter in der Dominikanischen Republik, Amos Radian, bereits in Haiti war. Er würde die Ankunft der israelischen Rettungsmannschaften vorbereiten.

Unterdessen spitzt sich die Lage auf den Straßen von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince weiter zu. Überlebende campieren auf den Straßen, die Trinkwasser- und Lebensmittelversorgung ist zusammengebrochen. „Dies ist schlimmer als ein Hurrikan“, sagt Assistenzarzt Jimitre Coquillon, „es gibt kein Trinkwasser. Es gibt gar nichts. Die Menschen werden verdursten.“

(ynetnews, 14.01.2010)
Israelische Hilfe für die Erdbebenopfer in Haiti
Ministerpräsident Netanyahu hat dem Chef des israelischen Rettungsteams, Brigadegeneral der Reserve Shalom Ben Ariyeh in einem Telefonat viel Erfolg für die Mission in Haiti gewünscht. „Sie haben eine humanitäre Mission im Namen der gesamten israelischen Nation vor sich, basierend auf der jüdischen Tradition des Tikkun Olam“. Israel habe große Erfahrung in Rettungsmissionen, weshalb er hoffe, dass es dieses Mal ebenfalls gelänge, so viele Kinder, Eltern und Familien zu retten.

Mit dem israelischen Botschafter in der Dominikanischen Republik, Amos Radian, der vor Ort die israelische Hilfe koordiniert, ist unter folgendem Link ein Interview zu hören: http://www.isrealli.org/haiti-update/

Und zum Schluß:

Advertisements

3 Gedanken zu “Not kennt kein Gebot

  1. Sehr schöner Beitrag!

    Dass jemand die Hand beißt, die ihn füttert – davon hat man schon öfter gehört.

    Dass einer jemanden füttert, von dem er immer wieder gebissen wird – das dürfte ziemlich einmalig sein.

    Gleichwohl wird es Israel nicht gutgeschrieben werden, dafür ist der Hass zu groß. Und das sagt ziemlich viel über die Judenhasser aus.

    • Hallo Claudio,

      Dass einer jemanden füttert, von dem er immer wieder gebissen wird – das dürfte ziemlich einmalig sein.

      Tikkun Olam halt. Selbst der Gaza erfährt das täglich. Jedes andere Land hätte wohl schon jegliche Humanität eingestellt. Interessant ist ist auch dass Israel in Bosnien-Herzegowina humanitär agierte, während z.B. Saudi Arabien nicht nur Mosheen baute, sondern auch Containerladungen mit dem Koran lieferte.

      Gleichwohl wird es Israel nicht gutgeschrieben werden, dafür ist der Hass zu groß. Und das sagt ziemlich viel über die Judenhasser aus.

      Der Hobbyrentner aus Dortmund und seine Weggefährten werden wohl grad das Internet duchpflügen. Irgendwas muß ja da sein und wenn es halt nur die kleine Weltverschwörung ist. Ansonsten sind wir ja noch da, die das mit ein paar Fakten aufdröseln und ein paar Leute erreichen.

  2. Pingback: Zitate! « abseits vom mainstream – heplev

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s