Im Zentrum der Macht

1986 erschien im Verlag v. Hase & Köhler das Buch „Im Zentrum der Spionage“ von Werner Stiller. Stiller beschrieb in diesem Buch seine Kindheit und Jugend in der DDR, die Rekrutierung durch das MfS und die Anwerbung seitens des BND.

Nun ist die DDR Geschichte und auch das MfS gibt es nicht mehr. Allerdings gibt es, in Bezug auf Israel, tatsächlich Menschen in Deutschland, die glauben wir würden eine Art von konspirativer Lobbyarbeit für den kleinen Staat im Nahen Osten leisten und wären, so das Verschwörungstheoretische Geschwurbel, direkt vom Mossad Hauptquartier in Tel Aviv nicht nur angeworben, sondern würden von diesem auch bezahlt werden. Das „Tolle“ an Verschwörungstheorien ist ja, dass man keine Fakten, oder Belege braucht, um seine Theorien unter das Volk zu streuen. Und derer gibt es im Zeitalter des Internets offensichtlich viele die das ohne zu hinterfragen übernehmen und weiter verbreiten. Es genügt wenn man ein paar Gerüchte mit Halbwissen und ein oder zwei Informationen zusammenrührt und fertig sind die angeblichen Beweise. Wer mag daran schon zweifeln, wenn er zu den „Auserwählten“ gehören möchte, zu Denen, die Bescheid wissen wie es hinter den Kulissen abläuft.

Das Opfer ohne Täter

Wer in der Öffentlichkeit steht, oder sich in diversen Medien äußert, der wird natürlich auch ein Opfer der Kritik. Es ist eine vollkommen natürliche Angelegenheit dass Menschen kritisiert werden, wenn sie sich äußern. Das gilt für Blogger gleichermaßen, wie es für Journalisten, oder andere Personen gilt. Selbst wenn ein Blogger -ich denke 99% bloggen anonym- Beiträge zu politischen Themen schreibt, dann kann er sicher sein, dass es auf der anderen Seite Kommentatoren gibt, die entweder einzelne Punkte oder den gesamten Beitrag kritisieren. Und je dämlicher ein Artikel ist, desto harscher fällt meist die Kritik aus. Dies gilt besonders wenn man denkt, man müsse sich vermeintlich kritisch über Israel oder Juden äußern. Niemand hat etwas dagegen, wenn man die Regierung in Jerusalem kritisieren muss, solange  diese Kritik im Rahmen bleibt.

Mittlerweile ist allerdings der Antisemitismus wieder Salonfähig geworden und da werden dann alte Ressentiments mit anderen Schlagworten als „Kritik“ verkauft. So zum Beispiel im letzten Jahr, als es um eine Tasse Blut ging. Von christlichen Kanzeln wurde dem gemeinen Kirchgänger gepredigt, dass die Juden Blut für ihre Mazzot brauchen würden und es deshalb für alle Gläubigen eine heilige Pflicht wäre den Juden entgegen zu treten. Wer sich mit der Geschichte des Judentums befasst hat und diese kennt, der weiß wozu der Antijudaismus geführt hat. Die „Kritiker“ haben sich damit offensichtlich aber nicht beschäftigt, sondern teilen diesen Schwachsinn. Werden ihren Verschwörungstheorien Fakten entgegen gesetzt und ihre Texte auseinander genommen, dann sehen sie sich als Opfer einer finsteren Verschwörung. Verfolgte Personen die in ihrer Meinungsfreiheit beschnitten und mundtot gemacht werden sollen.

Wie diese Beschneidung der Meinungsfreiheit funktioniert kann man ganz prima erkennen, wenn man bei Google mal „Apartheid Staat Israel“ eingibt. Seitenweise schwurbeln die Betreiber von der angeblichen Apartheid in Israel. Teilweise wird der Nonsens verlinkt, oder kopiert, ohne dass es eine „zionistische Zensurbehörde“ gibt, die diesen Humbug unterbindet. Weder kennen diese Leute den Nahen Osten, noch haben sie jemals Südafrika unter der Apartheid besucht. das brauchen sie auch nicht denn

Die Wahrheit ist irgendwo da Draußen, oder schnüffeln im Netz

Früher bekam man noch anonyme Zettelchen zugeschickt auf denen man noch so heftig beschimpft wurde. Heute geht das alles einfacher, da hält man mit seiner Meinung, trotz der zionistischen Krake, nicht hinterm Berg. Wie mal ein eifriger Forenuser schrieb: „Ich lasse mir von den Juden nicht den Mund verbieten!“ Schließlich war Auschwitz für den Deutschen eine Art Therapie. Er hat aus der Geschichte gelernt und ist der Meinung, „nie wieder dürfen sich die Juden so benehmen wie in der Vergangenheit, denn schließlich, das zeigt Israel jeden Tag, haben diese Juden aus den Verbesserungsanstalten in Auschwitz, Theresienstadt, Sobibor usw. nichts gelernt.“ Da es allerdings nicht mehr zeitgemäß ist einen neuen Holocaust zu praktizieren, beschränkt man sich auf Verbalinjurien. Da verschwimmen dann schon mal die Zielkoordinaten und plötzlich wird aus dem Gazastrip das Warschauer Ghetto.

Als Antisemit/Antizionist ist man für sein Reden und sein Handeln natürlich nicht selbst verantwortlich. Verantwortung dafür haben, wie könnte es anders sein, natürlich die Israelis und ihre Unterstützer selber. Da darf dann schon mal die harmlose Frage erlaubt sein, „erweisen diese Leute und die Hardliner in Tel Aviv -man weigert sich halt Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen- Israel nicht einen Bärendienst? Und sind damit nicht auch selber am Antisemitismus schuld?“ Um diese Frage zu beantworten leistet das Internet „unschätzbare“ Dienste. Mit der Akribie eines Briefmarkensammlers durchforsten diese Leute dutzende von Seiten im Internet um dem „Feind“ ein Gesicht zu geben. Etwas, das ständig mahnt wachsam zu sein. Umtriebig in diesem „investigativen Gewerbe“ ist ein Rentner aus Dortmund. Gäbe es das Internet nicht, würde er alle Falschparker in der Straße aufschreiben, so sieht er sich als Mitglied einer „höheren Mission“ an. Weil es ihn offensichtlich tierisch geärgert hat dass es ein Blog wie Lizas Welt gibt, und der Betreiber anders als Henryk M. Broder anonym agiert, sah er es als seine Mission an, sich in die Tiefen des Internets zu begeben, damit die Anständigen in diesem Lande den finsteren, fiesen und gemeinen Verleumder und Verschwörer mit Namen kennen. Natürlich sieht er sich nicht als Denunziant, sondern empfindet es rechtens, wenn er Leute, die aus nachvollziehbaren Gründen anonym bleiben wollen, in die Öffentlichkeit zerrt. Ich hätte auch keine Lust darauf, wenn bei mir durchgeknallte Irre plötzlich vor der Tür stehen. Das hatte ich schon und kann dankenswerter Weise darauf verzichten. Ihm war das egal und so recherchierte er auf genialste Weise, dass selbst Sherlock Holmes vor Neid erblasst wäre. Seine genial logische Kombinationsgabe kann man schon als verrückt bezeichnen.

Er gab die Schlagworte FC Bayern München, Journalist, links, Antideutsch und Lizarazu ein und schwupps hatte er den Hintermann, die dunkle Krake eines im verborgen operierenden Netzwerkes enttarnt. Alex Feuerherdt, so verkündete er mit stolzgeschwellter Brust, sei der Betreiber von Lizas Welt, das hätte er, dank seiner genialen Kombinationsgabe heraus gefunden. Was stören denn schon so Marginalien wie 150.000 ähnliche Kombinationen, oder vielleicht ein oder zwei Millionen Blogger weltweit auf die solche Schlagworte ebenfalls zu treffen. Das Gerücht machte die Runde und wurde fleißig übernommen ohne überhaupt den Wahrheitsgehalt oder die angeblichen Beweise zu hinterfragen. Ich kenne sowohl Alex Feuerherdt -ich habe ihn auf einer Veranstaltung kennen und schätzen gelernt, als auch den Betreiber von Lizas Welt, der einen  Gegenstandpunkt zur Kritik an Pro-Israelischen Bloggern bezogen hatte und in der Jüdischen Allgemeine erschienen ist.

Fakten sind für den Arsch

Statt zu akzeptieren, da Alex (nicht Axel, aber der gute Rentner ist schlichtweg zu dumm irgendwas zu begreifen) nicht der Betreiber von Lizas Welt sein kann, griff er auf einen alten Trick zurück. Der ist schon so alt, dass man aufpassen muß, nicht über dessen Bart zu stolpern. Kurzerhand machte er aus zwei Personen eine Person und schrieb: Alex würde auch als Linus schreiben. Alex, wie schon geschrieben, kenne ich seit 2006 und Linus seit 2007. Ich habe seinen Blog immer gelesen und eigentlich nicht erwartet, dass ich auf eine Mail eine Antwort erhalten würde. Da der Zufall es so wollte, dass wir zufällig alle in der gleichen Stadt wohnen, habe ich Linus 2007 getroffen. Er war es, der mir das Bloggen nahe brachte, da mir nicht nur die Berichterstattung, sondern auch die Meinungen über die USA tierisch auf die Nerven gingen. -Ich fand es ja schon aufregend, dass ich als Nichtblogger am legendären Victory Castle teilnehmen durfte-

Trotzdem nahmen die immer gleichen Verdächtigen die „Erkenntnisse“ aus Dortmund begierig auf und verbreiteten es kritiklos. Ich habe da so den Eindruck, dass Intelligenz an diesen Kreisen im großen Bogen vorbei gerast ist. Überhaupt hält man sich mit Fakten nicht zu sehr auf. Mußte man früher noch die Bibliotheken bemühen, um Quellenstudium zu betreiben -Besonders die Universitätsbibliotheken- genügt Heute ein Blick in’s Internet. Wie schon Bröckers über seine Recherchen zum 11.09 schrieb: „Zweimal täglich googeln.“ Damit hat es sich auch bei den „kritischen Freunden Israels.“ Man muß heute nicht mehr unbedingt vor Ort sein, um sich ein eigenes Bild zu machen, es genügt, wenn man sein Weltbild auf diversen verschwurbelten Webseiten bestätigt sehen möchte. Und diese Weltbilder werden dutzendfach bestätigt. „Israelkritische“ Blogs und Webseiten schießen wie Pilze aus dem Boden. Alle eint, dass sie ja nur Kritik üben, weil ihnen die Region so am Herzen liegen würde, dabei kennen die Meisten den Nahen Osten höchstens aus dem Atlas, oder von diversen Pro-Palästinensischen Webseiten. Wenn dort steht, dass die Palästinenser im Gaza systematisch ausgehungert werden, diese Leute glauben es, genauso wie sie vor 500 Jahren daran geglaubt hätten, wenn der Priester vom Ritualmord der Juden erzählt hätte. Menschenrechte sind diesen Kreisen auch nur dann existent, wenn mindestens 1 Israeli involviert ist. Natürlich sehen sie die Menschenrechte global, oder um es mit dem Ahrendt zu sagen, „ich kann mich nicht um alles kümmern.“ Stimmt! Multitasking ist ihre Sache nicht, wozu auch.

So ist es wahrscheinlich auch zu erklären, dass sie auffällig still zu den Menschenrechtsverletzungen im Iran, oder aktuell zur Lage in Bolivien sind. Würde das Ganze in Israel statt finden, sie würden mit Schaum vor dem Mund auf ihre Tastaturen einhämmern.

Die Protokolle der Weisen von Antideutschen

Antideutsch ist mittlerweile das Totschlagargument, wenn man es „denen“ -also den undefinierbaren Kritikern- mal so richtig geben will. Als Anführer, quasi Stammvater aller Antideutschen, hat man den Publizisten Henryk M. Broder erkannt. Broder, oder auch „the Godfather of Antideutsch“ ist praktisch die graue Eminenz die im Hintergrund die Fäden zieht. Beweise, oder gar Indizien hat man zwar nicht, aber es genügt einfach mal zu behaupten man hätte „Spuren“ gefunden, wie Classless in seinem hervorragenden Beitrag über die Veranstaltung im „Brauhaus am Südstern“ schrieb. Mit „Spuren gefunden“ begründet so ziemlich jeder Verschwörungstheoretiker seine wirren Phantasiegebilde. Fakten sind da nicht erwünscht und werden auch nicht nachgefragt, schließlich ist man ein Adept, ein Eingeweihter und kennt sich aus. So wird der Begriff von diesen Leuten in der Gegenwart mehrerer Menschen auch nur geflüstert. Man weiß ja nie wer zuhört und da diese undefinierbare Masse so eminent gefährlich ist könnte es sein, dass man am nächsten Morgen im Rhein, der Spree, der Havel, oder der Elbe aufwacht. Oder sich im Betonkorsett eines Stahlträgers einer Autobahnbrücke wieder findet.

Die zionistische Verschwörung war Gestern, Heute sind es die Antideutschen. Sie agieren tief im Verborgenen, halten geheime Treffen ab und erkennen sich untereinander an gewissen Gesten, oder Kleidungsstücken -Kipa unter dem Kapuzenpulli. Viele von ihnen tragen ein martialisches Tattoo auf dem Oberarm, oder haben sich Ariel Scharon auf den Rücken stechen lassen. Ist zwar etwas umständlich wenn man zu geheimen Treffen unterwegs ist, aber der Zweck heiligt schließlich die Mittel. Schließlich war es auch das Kampfkommando „David Ben Gurion“ dass wahrscheinlich den 11.09 verursacht hat. Um das zu wissen braucht es keine Beweise, denn wer „investigativ“ unterwegs ist und so mutig Israel zu kritisieren, der lebt natürlich gefährlich. Und das wiederum ist der ultimative Beweis, jeder der was anderes behauptet ist ein dummer Antideutscher und vom Mossad bezahlt, oder ein Lemminghafter Mitläufer und Nichtdenker.

Die Antideutschen sind praktisch die moderne Form der „Protokolle der Weisen von Zion.“ Allerdings planen diese Leute nicht die Weltherrschaft, sondern sind die moderne Gralsvereinigung und Hüter israelischer Interessen. Nun sind die Antideutschen nicht mal als homogene Masse zu bezeichen und niemand weiß mit Bestimmtheit zu sagen wieviel Antideutsche sich im linken Spektrum tummeln, aber das tut alles nichts zur Sache. Allein dass das BfV diese Gruppe unter Beobachtung gestellt hat reicht aus, um eine potenzielle Gefahr zu erkennen.

Im Zentrum der Macht

Der Journalist Cain Külbel behauptete auf der Veranstaltung, neben dem Godfather of Antideutsch, wäre Lizas Welt der Erfüllungsgehilfe. Und die „Stammelf“ -für einen Blog, der nicht nur einen Fußballspieler als Namensgeber hat, sondern sich neben Politik auch mit Fußball beschäftigt, eigentlich eine normale Sache- wären vom Mossad bezahlte Agenten. Auch hier stehen Fakten nur dumm im Weg rum und sind störend. Wen interessiert es denn schon, dass ein Blog, wie Trainer Baade, ein reines Sportblog ist, versetzt man sich in die verquaste Logik und versucht dieser zu folgen, dann wird Kritik ganz einfach damit abgeledert dass dies natürlich nur zur Tarnung dienen würde. Wer kommt denn schon auf die Idee in einem Sportblog die 5. Kolonne Israels zu vermuten. -Ja ja, diese Juden, die sind schon so aberwitzig Genial-

Dazu passt auch der Kommentar eines leicht Verwirrten, der nicht nur bei mir Hausverbot genießt, sondern auch ignoriert wird. Ich habe, um eine Passage zu zitieren, seinen Kommentar noch mal aus dem Papierkorb gefischt. Er glaubt offensichtlich an „das Netzwerk“, was immer das sein soll, und schrieb:

Ansonsten scheinen Sie ja Insider des
>> „Netzwerkes“ zu sein; ich lasse mich gerne über einen real
>> existierenden Claudio Casula oder Walter Schmidt oder einen Liza, der
>> nicht Alex Feuerherdt ist, aufklären.

Wozu sollte man ihn aufklären. Weder sind „wir“ ein „Netzwerk,“ noch eine homogene Masse. Wir haben ähnliche Ansichten und teilweise die gleichen Interessen. Während Linus, Castollux und ich uns in Sachen Fußball einer Meinung sind, ist für andere Blogger der FCB das Letzte. Es gibt sogar Blogger die präferieren Borussia Mönchen Gladbach, oder Alemannia Aachen. Tobias Kaufmanns Liebe ist gar der 1. FC. Köln. Wir müssen uns auch nicht absprechen, weil es im Falle der „Kritiker“ auch absolut witzlos wäre. Es gibt nun mal keine Zensur in den Medien und jeder Trottel kann seine Meinung ungefiltert rausblasen. Zensur findet meist nur dann statt, wenn man meint das 3. Reich relativieren zu müssen. Und wer auf Blogs kommentieren darf, oder nicht darf, das ist immer noch Sache der Hausbesitzer. Man muß nun mal nicht alles dulden, egal wie liberal man auch eingestellt sein mag. Das Recht seine Meinung frei zu äußern besteht in den Kommentarspalten der Blogs nun einmal nicht, da kann man mit dem Fuß aufstampfen wie ein Rumpelstilzchen.

Die sogenannten „zionistische Lobby,“ die „Antideutschen,“ oder wie immer man sie auch nennen mag existiert nicht. „Im Zentrum der Macht“ sitzen wir gewiss nicht und gehen auch nicht im Kanzleramt, oder dem Weißen Haus ein und aus. Es spricht aber für die antisemitischen Ressentiments einiger Personen, die stellvertretend für die Juden nun den Mossad in’s Zentrum ihrer Verschwörung rücken. Der Vorwurf die Juden würde die Finanzen kontrollieren und somit die Macht ausüben gilt Heute für den Mossad. So soll der Mossad nicht nur in das Attentat vom 11.09 ivolviert gewesen sein, nein der Mossad finanziert auch Pro-Israelische Blogs. Klar, dass ich mein eigenes Schließfach im Bahnhof habe, wo jeden Monat mein Geld, natürlich schwarz und steuerfrei, deponiert wird. Mein „Ziomobil“ habe ich an einer nicht gekennzeichneten Stelle geparkt und meinen Führungsoffizier treffe ich einmal in der Woche.

Es zeigt wie merkbefreit manche Zeitgenossen durch das Leben stolpern und im Zeitalter des Internets breiten Zuspruch finden.

Denunzianten an jeder Ecke

Ich habe ja schon erwähnt, dass es nur Opfer ohne Täter gibt. Wenn ich einen Beitrag darüber verfassen würde, dass Polen Deutschland überfallen hat und sich Deutschland nur verteidigte, dann muß ich mich nicht darüber wundern, wenn mir Leute eine Affinität zum Revisionismus unterstellen, oder mich als Schwachmaten bezeichnen. Israelkritiker glauben aber sie könnten den letzten Müll verbreiten und wären damit ganz große Helden im zionistisch verseuchten Haifischbecken. Stoßen sie auf teilweise harsche Kritik, dann beginnt das große Jammern.

Man bezeichnet dann gerne Pro-Israelische Menschen als 5. Kolonne, oder als Denunzianten die nur eines im Sinn hätten, Existenzen zu vernichten. Dass diese Leute schon fleißig dabei sind selber den Ast abzusägen, auf dem sie sitzen, kommt ihnen dabei gar nicht in den Sinn. Weder findet im Gaza ein Völkermord statt, noch leiden die Einwohner Hungersnöte. Sie leben auch nicht in einem Ghetto, oder werden zu Tausenden in Vernichtungslager geführt, oder mit Macheten nieder gemacht -wie in Ruanda geschehen-. In Israel gibt es keine getrennten Busse für Juden und Nichtjuden, keine Homelands für israelische Araber, oder getrennten Kliniken.

Und ob sich Melzer schämt, oder in einem Wohnhaus von Beer Sheva fällt die Schaufel um, interessiert Niemanden. Diese Leute leiden aber an einer schon pathologischen Reduzierung der eignenen Sichtweise und denken sie wären so eminent wichtig in der Welt, dass sie sich permanent als Verfolgte fühlen. Das hat dann teilweise schon groteske Züge. So betreibt Ahrendt in seinem Portal ja auch eine „Blacklist.“ Hier listet er minutiös die angeblich gegen ihn gefahrenen Diffamierungen auf, als würde er sich nicht schon selbst diffamieren. Über jeden seiner angeblichen Kritiker hat er eigene Dossiers angelegt die beweisen sollen wie er, der hehre Menschenrechtsaktivist, gemobbt wird. Fundierte Gegenkritik ist seine Sache nun mal nicht, wahrscheinlich reicht der Intellekt dafür auch nicht, so geht er also in die Gegenoffensive und denunziert auf seinem Portal Leute die seiner Meinung widersprechen -wie im Fall Linus Zavelberg-. Und natürlich begreift er sich als ein Opfer diverser Hetzkampagnen, dabei stolpert man zwangsläufig über sein Portal, denn schon seit Sieben Jahren schreibt er immer den gleichen Mist, ohne dass die von ihm beschrieben Mantras wahrer werden. Da kann er auch in hundert Jahren noch seinen Unsinn absondern.

Der andere Protagonist ist der bei mir gesperrte Kommentator, der auch in anderen Blogs Hausverbot erteilt bekam.  Sein Problem, das hat Alan Posener schon sehr schön zusammen gefasst, „er kann Juden nicht leiden die nicht kuschen.“ Für ihn haben Juden einen bestimmten Platz in der Evolution und sollten sich an diesen auch halten. Nach zwei Glas Rotwein wächst er zum Superhelden und wird dann richtig mutig, da läßt er dann alles raus, was ihm so auf der Seele liegt. Sein Internetstalking wird dann grotestk, wenn er darum bettelt doch bitteschön verlinkt zu werden, oder er versucht eine gewisse Initimität vorzutäuschen, wie im Falle von Castollux. Danach belästigt er die Personen entweder per Mail, wobei er auch gerne Arbeitgeber und Freunde der Betreffenden involviert, oder er schlachtet alles aus, was er so im Netz erschnüffelt. Lassen sich Juden und Nichtjuden, die aus ihrer Gesinnung zu Israel keinen Hehl machen, nicht einschüchtern, dann bemüht er halt die Justiz, die es für diesen Gesetztreuen Bürger richten muß. Claudio und Henryk M. Broder können ein Lied davon singen was es heißt, wenn man diese Nervensäge am Hacken hat, die schlimmer als Kaugummi unter dem Schuh ist.

Man beleidigt halt gerne, ist aber zutiefst empört, wenn man eine entsprechende Antwort erhält. Eine Geschichte kann nicht abstrus genug sein, um nicht irgendwie verwurstet zu werden. Egal ob man Herrn Broder unterstellt der Strippenzieher zu sein, oder behauptet die Achse des Gutes würde von ihm allein geführt und alle Personen dort wären Pseudonyme, als hätte Herr Broder nicht genug zu tun, als auch noch unter zig Pseudonymen täglich Artikel zu verfassen. Es ficht ihn nicht an, hinzu kommt halt der alte Kniff aus dem Antisemitismus, den schon Möllemann angewandt hat, man erklärt halt dass Leute wie Herr Broder, oder Pro-Israelische Blogger am Antisemitsimus/Antizionismus Schuld hätten. Wie mir mal ein rechter Gesinnungsgenosse meinte erzählen zu müssen, „hätten die Juden nicht ihre Finger überall im Spiel gehabt, dann hätte es den Antisemitismus nie gegeben.“ Stimmt, hatte ich vergessen.

Da passt dann auch der knallharte Investigativjournalist Külbel wie die Faust auf’s Auge. Der Mann, der kein antisemitisches Stereotyp verpasst, sieht sich natürlich als Opfer einer Kampagne die gegen ihn in der Vergangenheit gefahren wurde und er sich halt zur Wehr setzen musste. Komisch dass seine „Anzeige“ gegen damalige Blogger nur in seiner Phantasie statt gefunden hat. Für die, die eh schon alles wußten war er damals schon ein Held und ist es Heute noch und spart halt nicht mit seiner „Kritik,“ denn, das wissen schon andere, „es muß ja noch erlaubt sein Israel zu kritisieren.“

Da braucht es wahrlich keine großangelegte Verschwörung. Die üblichen Protagonisten sind in ihrem Treiben schon so lächerlich, dass man eher davon ausgehen könnte der Mossad würde diese Leute bezahlen, denn teilweise ist das schon besser als jedes Kabarett und jede Satire.

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9 Gedanken zu “Im Zentrum der Macht

  1. »» und niemand weiß mit Bestimmtheit zu sagen wieviel Antideutsche sich im linken Spektrum tummeln…

    Das ist eine interessante Feststellung: Normalerweise wird „antideutsch“ doch inzwischen als abschätziger Sammelbegriff für alles „Prozionistische“ benutzt und mit Attributen wie bürgerlich, konservativ, liberal, u.s.w. belegt, keineswegs aber noch mit ‚links‘ identifiziert. Also zumindest von „israelkritischer“ Seite aus. 😉

    Ansonsten nötigt mir dieser Beitrag großen Respekt für Ihre Blogs ab (ich schließe Liza, SoE, NdWg, u.s.w. ausdrücklich mit ein)! Wenn man sich auch noch mit Giftspritzen wie Arendt, Elsässer, u.a. rumärgern muss, ist Ihr Durchhaltevermögen um so höher einzuschätzen.

    • Hallo Piet,

      vielen Dank für Ihr Lob!

      Das ist eine interessante Feststellung: Normalerweise wird „antideutsch“ doch inzwischen als abschätziger Sammelbegriff für alles „Prozionistische“ benutzt und mit Attributen wie bürgerlich, konservativ, liberal, u.s.w. belegt, keineswegs aber noch mit ‚links‘ identifiziert. Also zumindest von „israelkritischer“ Seite aus. 😉

      „Antideutsch“ ist in der Tat ein abschätziger Sammelbegriff geworden. Die meisten wissen zwar nicht woher der Begriff kommt, oder was er bedeutet, aber man weiß wer gemeint ist. Mittlerweile, das ist irgendwie grotesk, wird er nicht mehr nur auf Pro-Israelische Personen angewendet, sondern fast jeder kann damit belegt werden. Ob man sich zum 11.09 äußert und gegen die ganzen Verschwörungstheorien Stellung bezieht, oder für die Einführung eines Bürgergelds ist.

      Ich weiß leider nicht mehr in welcher Zeitung ich den Kommentar eines Lesers gefunden habe: Dieser bezeichnete die FDP, auf Grund ihrer Idee, als eine „antideutsche“ Partei. In der Causa Israel bin ich auf jeden Fall gerne ein „Antideutscher,“ sehe ich mich doch eher als Europäer.

      Viele Grüße
      Taylor

  2. Danke für den lesenswerten Beitrag, aber eine Frage bzw. Beschwerde habe ich dann doch:

    Während Linus, Castollux und ich uns in Sachen Fußball einer Meinung sind, ist für andere Blogger der FCB das Letzte. Es gibt sogar Blogger die präferieren Borussia Mönchen Gladbach, oder Alemannia Aachen. Tobias Kaufmanns Liebe ist gar der 1. FC. Köln.

    Ich dachte immer, Hannover 96 sei Konsens? Oder bin ich hier der einzige mit Fußballsachverstand? In diesem Fall sollte ich wohl über eine neue Version von „Wir sind raus“ nachdenken!

    • Hallo Mr. Moe,

      Ich dachte immer, Hannover 96 sei Konsens? Oder bin ich hier der einzige mit Fußballsachverstand? In diesem Fall sollte ich wohl über eine neue Version von „Wir sind raus“ nachdenken!

      Hihi, wenn Hannover mal in der CL mitspielt, dann können wir darüber reden :-). Wir sollten das mal beim nächsten Verschwörertreffen diskutieren :-). Obwohl, gestehen muss ich, dass mir der Klub ein kleines bisschen sympathisch ist, schließlich kam meine Mutter aus der Gegend.

      Viele Grüße
      Taylor

      • Hi Taylor,

        ich denke, dass 96 sicherlich im nächsten Jahr um die CL-Qualifikation mitspielt – vorausgesetzt natürlich, man steigt dieses Jahr nicht ab 😉

      • Hmmm, da muß der Mirko aber Gas geben, denn der Vorstand der 96er scheint recht ungeduldig zu sein, was mich wundert. Im Allgemeinen gelten die Niedersachsen als genügsame und geduldige Menschen.

      • @taylor:
        Der Vorstand von 96 ist seit je her dafür bekannt, nicht allzu geduldig mit Trainern zu sein; der Verschleiß in den letzten Jahren ist doch enorm (u.a. verhältnismäßig große Namen wie Ralf Rangnick oder Ewald Lienen). Ein Problem ist m.E., dass Anspruch und Wirklichkeit häufig zu sehr auseinanderliegen.

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