Skip to content

A-Street?

November 21, 2009

In der Huffingtonpost vom 06. Nov. schrieb David Suissa warum es keiner J-Street bedarf und es statt dessen eher eine A-Street geben sollte. Eine Vereinigung, die für einen Frieden im Nahen Osten ist und den Palästinensern in’s Gewissen redet.

In der Tat, wenn man sich mit den ganzen Vereinen beschäftigt, dann sucht man ein Pendant auf der Gegenseite vergebens. Es gibt keine Salam Bewegung auf palästinensischer Seite die für einen Frieden eintritt, oder gegen die Behandlung in den PA-Gebieten demonstrieren würde. Sie hätten auch keine allzugroßen Überlebenschancen, weder in der Westbank, noch im Gazastrip und ihre Halbwertzeit würde den eines Harzer Rollers wahrscheinlich noch unterschreiten. Es gibt in anderen arabischen Staaten zumindest Journalisten die sich Gedanken machen und deren Kommentare und Artikel öfters durch die Zensur rutschen. Leider bleiben diese Journalisten, besonders bei den „kritischen Freunden Israels“ die es in aller Welt offensichtlich auf jeder Parkbank gibt, völlig ungehört.

Es ist in der Tat bequem, wenn man sich zu einer Gruppe formiert und pathetisch an Israel Maximalforderungen stellt, die man an die Gegenseite niemals stellt. Bisher habe ich noch keinen „Friedensfreund“ getroffen, der sich mit Haniye an einen Tisch gesetzt und lautstark ein Ende des Kassambeschusses gefordert hätte. Das mindeste, wozu sich diese Leute durchringen können, ist die Aussage: „Ja die Hamas hat nicht nur gute Seiten.“ Danach wenden sie sich wieder ihrem Lieblingsthema zu und widmen sich mit Akribie den angeblichen Verfehlungen Israels. Ganz einfach weil es ungefährlicher ist Israel zu kritisieren, als von den Führern der Autonomiegebiete Einsicht zu verlangen. Es ist auch ungefährlicher sich irgendwelchen Gruppen anzuschließen die Tagaus, Tagein nichts weiter machen als Israel an’s Bein zu pinkeln, anstatt Gruppen zu gründen, die die Palästinenser an die Hand nehmen und ihnen soetwas wie ein politisches Bewußtsein einimpfen. Das zeigt eigentlich, dass sie die Leute in Gaza, oder Westbank auch gar nicht interessieren. Weder politisch, noch menschlich. Im Gegenteil sind die Einwohner so etwas, wie eine Gruppe Behinderter, die praktisch als Mündel betrachtet werden, ein kollektiver Kaspar Hauser der Neuzeit. Man sieht in ihnen den kleinen tumben Jungen den man einfach beschützen muß, egal wie dämlich der sich auch anstellt. Selbst wenn dieser tumbe Junge enorm kriminelle Energie besitzt und erst den Schwanz der Katze in Brand steckt, um danach das Haus in die Luft zu jagen, weil er die möglichen Eigenschaften von Gas testet, so haben diese noch Erklärungen parat, die den Jungen jeglicher Schuldfähigkeit entheben.

Das sich durch das Verhalten kein Bewußtsein entwickeln kann liegt da auf der Hand. Wenn ich einem Menschen jegliche Verantwortung für sein Handeln abspreche, dann wird sich der Betreffende immer darauf berufen können, dass man ihn ihn für völlig Gaga hält. Oder im Falle der Palästinenser, dass diese sich, egal was ihre Regierung anstellt, als Opfer sehen. Praktisch als Opfer einer weltweit angelegten Verschwörung. Und wenn einer in den Autonomiegebieten noch alle Fünf Sinne zusammen hat, dann wird er sich davor hüten sich in irgendeiner Weise zu äußern, wenn er nicht an irgendeinem Werbeplakat enden möchte. Es würden sich nämlich sofort die „kritischen Freunde Israels“ einfinden und darin einen babarischen Akt der israelischen Seite verorten, sowie eine Latte von Erklärungen finden.

Es ist wirklich an der Zeit, dass es auf arabischer Seite einen Aufklärer gibt, der die Palästinenser an die Hand nimmt und ihnen erklärt, dass nicht Israel ihnen ihren eigenen Staat vorenthält, sondern ihre eigenen Führer, sowie die ganzen Gruppen im Westen die täglich im Internet verkünden, wie schlecht es den palästinensischen Bewohnern geht. Und der seinen Landsleuten erklärt, dass selbst wenn Israel sämtliche Siedlungen räumen würde, sich auf die Linien von 1967 zurückzieht, den Grenzzaun abbaut und einen ungehinderten Zugang zwischen Gaza und Westbank ermöglichen würde, diese Leute immer noch keine Ruhe geben würden. Es geht denen nämlich nicht um das Wohl der Palästinenser, sondern einfach nur um sich selbst.

Und den Nichtjüdischen Gruppen geht es einfach nur darum, dass sie auch weiterhin ihrem Antizionismus frönen können. Würden sie, wie sie behaupten, stets die Menschenrechte im Blick haben, dann wären sie schon erfroren und verhungert, schließlich gibt es genügend Gegenden auf der Welt, in denen die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Geht man nach Freedom House, stellt man fest, dass Israel, was den Demokratie Index betrifft, auf Platz 38 steht, zwar nicht perfekt, aber besser als Ungarn und Polen. Und nach dem Presse Index auf Platz 46 rangiert.

So lange sich also nichts im Bewusstsein ändert und auch weiterhin Gruppen wie J-Street wie Pilze aus dem Boden wachsen, so lange dürfte sich auch im Bewusstsein der palästinensischen Bevölkerung nichts ändern und man darf noch in zig Jahren auf eine A-Street warten.

Advertisements
3 Kommentare leave one →
  1. November 23, 2009 3:07 pm

    Angst – Angst vor den drastischen Repressionen wenn man Araber oder Muslime kritisiert ist etwas ganz schlimmes und einer der Gründe warum niemand das Kind beim Namen nennt.

    Es ist doch viel leichter Gelder einzusacken und gegen jemanden zu sein der zivilisiert ist, als das Risiko einzugehen in der Öffentlichkeit erstochen, oder in einem Keller vor laufender Kamera den Kopf abgeschnitten zu bekommen wenn man die wahren Übeltäter bennent.
    Und dabei sind Brandanschläge oder Keineres noch die harmlosesten Formen des Jihads.
    Frieden um jeden Preis, selbst der Selbstaufgabe und Selbstverleugnung ist falsch!

  2. November 24, 2009 12:35 pm

    Eine ganz kurze praktisch wie auch psychologische Deutung, warum im Westen pro-arabische und anti-israelische Gruppen blühen und gedeihen, und weshalb die EU und die USA den „Palästinensern“ hunderte Millionen Euro pro Jahr schenken: Es ist in Wahrheit nicht die Solidarität mit den Schwachen, sondern – bei den Staaten – Schutzgeldzahlung aus Angst vor dem arabischen Terrorismus, und bei den arabophilen NGOs ist es ebenfalls, entgegen ihrer Selbstwahrnehmung, das Bedürfnis, sich mit den Stärkeren gutzustellen. Klingt paradox, weil Israel den Arabern militärisch überlegen ist? Daran liegt es aber nicht. Es liegt an der durch Araber (und auch iranische Schiiten) ausgeübten und angedrohten Gewalt, an der konkreten Erfahrung, dass arabische und generell islamische (Iran etc) Staaten und Gruppierungen extrem martialisch auftreten, Kritiker schon mal weltweit durch Killerkommandos verfolgen lassen und es sogar geschafft haben, U-Bahnen und Züge in Europa und das WTC in New York zu vernichten. Auch hält Israel, im Gegensatz zu seinen Feinden, keine westlichen Geiseln, köpft keine Gefangenen vor laufenden Kameras, zielt nicht absichtlich auf Zivilisten, verhäüngt keine Todesfatwas gegen Künstler und schickt keinen organisierten Mob auf die Straßen, um den Westen einzuschüchtern. Hier sehe ich eine mögliche psycholgische Erklärung für die Sympathien „linker“ bzw „liberaler“ Gruppen für die arabische Seite: Furcht und Bewunderung für deren Gewalttätigkeit.

Trackbacks

  1. Stoff für’s Hirn! « abseits vom mainstream – heplev

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: