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Kleinstadtidylle (Update)

September 3, 2009

Vor einiger Zeit habe ich über das etwas merkwürdige Geschichtsverständnis der Stadt Bad Godesberg geschrieben.

Besonders gefreut hatte ich mich damals über den Kommentar von Herrn Josef Roth, den Enkel des Politikers und erklärten Gegner der Nationalsozialisten Joseph Roth. Joseph Roth wurde bei seiner Entlassung im Oktober 1944 eine Phenolspritze verabreicht an dessen Folgen er 22. Jänner 1945 daheim in Friesdorf starb -Er wurde von den Nazis ermordet-.

Nachdem durch Zufall jemand auf meinen Blog kam, der auf der Suche nach einer ehemaligen Bekannten war und einen Kommentar hinterlassen hatte, fände ich es schade, wenn die Kommentare, besonders die Antwort von Herrn Roth, untergehen würden und widme den Kommentaren einen eigenen Beitrag. Vielleicht finden ja die Beiden zu einander.

Vor allem als Friesdorfer freue ich mich natürlich besonders darüber, dass Herr Roth ein Buch über seinen Großvater geschrieben hat und ihm damit die notwendige Würdigung erweist.

Kommentar 1

Ich bin durch Zufall hier auf diese Seite gelangt, als ich mal wieder nach Material über meinen Großvater Joseph Roth(1896-1945, Märtyrer der kirche) suchte.
Ja jaa, ich kenne das mit der so schönen verschwiegenen Gemeinschaft der Bürger. Mein Großvater war damals Vorsitzender des Godesberger Zentrums gewesen, als Hitler an die Macht kam und sein politischer Gegner Alef erst Bürgermeister wurde und dann aktiv dabei half, das Leben meines Großvaters zu zerstören. Ich bin gerade mit der Biographie über meinen Großvater nach 9 Jahren Arbeit (nebenbei) fertig geworden. Das schöne Döfchen Friesdorf (Stadtteil von Godesberg, heute alles Bonn) versuchte nach dem Krieg, zu vergessen, was mit meinem Großvater geschehen ist. Gottlob hat aber sein ehemaliger Stellvertreter und nach dem Krieg Bürgermeister von Godesberg, H.Hopmann, dafür gesorgt, dass eine bleibende Erinnerung (die Straße „joseph-Roth-Strasse“ in Friesdorf) den Bürgern doch bis heute geblieben ist. Auch ein Stolperstein ist nun dort vor seinem ehemaligen Wohn- und Sterbehaus!

Ein klasse Bericht hier.

Liebe Grüße, Josef Roth.

Suchhilfe von Herrn Schoppert

Bin auf der Suche nach der Tochter (Annemarie? Funke) von Joseph Roth, die ich im vergangenen Jahr in Rheinbach kennenlernte. Kann mir jemand helfen?
Mit Dank und Gruß
Erhard Schoppert
Wachtberg-Villip

Und die Antwort von Herrn Roth

Sehr geehrter Herr Schoppert.
Erst jetzt sehe ich, dass hier Antworten auf meinen kleinen Beitrag erschienen!
Nun, meine Tante heißt Adelheid(Ada) Funke, geb Roth verh mit Dr. Dieter Funke und wohnt in Sankt Augustin, Fährstrasse.

An Taylor:
Nun, das „Problem“ mit meinem Großvater hat auch noch andere Ursachen. So war sein Schwiegervater, Georg Paffenholz, ein größerer Bauunternehmer, der viele Häuser in Godesberg und Friesdorf gebaut hat. So war er auch ein recht wohlhabender Mensch. Seine älteste Tochter, Katharina (1900-1979) wurde dann die Ehefrau von meinem Großvater Joseph Roth. Und was noch bemerkenswert wäre ist, dass Georg Paffenholz Ehefrau selber aus einer wohlhabenden Friesdorfer Familie kam, der Familie Weinreis. Das Kreuz an der Ecke Prinzenstr. und Annabergerstr. ist von einer Vorfahrin gestiftet worden.
Meinen Großvater findet man nun auch unter Wikipedia (Joseph Roth (Politiker)) und eine ausführliche Biographie habe ich schon in der Konrad-Adenauer-Stiftung. Eine weitere werde ich demnächst dem Stadtarchiv Bonn übergeben.
Viele Grüße, Josef Roth

Sehr geehrter Herr Roth,

vielen Dank für Ihren Kommentar und die ergänzenden Informationen. Den Artikel über Ihren Großvater habe ich gelesen und es freut mich, dass er endlich die Ehrung erfährt die ihm zusteht.

Ich finde es gut, dass Sie das Buch über Ihren Großvater fertig haben und hoffe doch, dass auch die Godesberger Heimatblätter anfragen und man auch dort etwas über ihn lesen kann. Zumindest haben schon mal die KAS und das Stadtarchiv der Stadt Bonn den Wert erkannt.

Im Moment bin ich beruflich noch sehr eingespannt, so dass ich erst jetzt zum antworten komme, werde aber, wenn ich etwas weniger Streß habe, mich auch wieder etwas mehr mit Godesberg beschäftigen.

Viele Grüße

Taylor

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2 Kommentare leave one →
  1. Martin Gussone/Berlin permalink
    September 10, 2011 9:14 pm

    Sehr geehrter Taylor,

    vielen Dank für das posting des Beitrags von Herrn Josef Roth. Darf ich Sie um Kontakdaten oder um die Weiterleitung meiner Anfrage an Herrn Roth bitten?

    Wissen Sie die Lebensdaten des Bauunternehmers Georg Paffenholz und gibt es noch direkte Nachfahren oder seine Erben? Ich hätte eine Frage zu einem Bau, den er errichtet hat. Dies betrifft zwar nur sehr entfernt seinen Großvater, wäre aber von baugeschichtlichem Interesse.

    Die zweite Frage wäre, ob Sie oder Herr Roth Genaueres über das Verhältnis von Georg Paffenholz zur Familie Weinreis aus Friesdorf wissen? Die Frau von Georg Paffenholz war demzufolge eine Weinreis. Wissen Sie inwieweit sie mit dem in Bonn und Umgebung tätigen Architekten Wilhelm Weinreis verwandt war und kennen Sie noch direkte Nachfahren oder Erben des Wilhelm Weinreis?

    Mit besten Grüßen und Dank,

    martin gussone

  2. Josef Roth permalink
    November 23, 2011 1:03 pm

    Lieber Herr Gussone,
    grad hab ich Ihren Kommentar hier entdeckt. Mein Urgroßvater Georg Paffenholz wurde 1874 in Schweinheim/Godesberg geboren und starb 1957 in Friesdorf. Er heiratete Gertrud Weinreis, die Tochter des Friesdorfer Bauunternehmers Jakob Weinreis. Von diesem übernahm er auch die Firma, jedoch unter seinem Namen. Das Wenige, was uns erhalten geblieben ist, sind einige wenige Fotos, eine Postkarte mit seiner Firmenadresse und das, was die Stadt Bonn noch von ihm hat (Einwohnermeldeamt und Firmenauflösung von 1956. Sein Firmensitz war das von ihm selbst erbaute Haus Annabergerstr. 31 (Bild bei Bonner Bilderbogen). Der eigentliche Bürobau neben dem Haus steht nicht mehr, da er heute als Zufahrt zum Hinterhaus 33 dient. Erben waren zwe Töchter. Meine Großmutter, Katharina Roth (1900-1979) und ihre Schwester Maria Linden (1905-2005). Maria hat nichts vom Vater behalten und das Wenige von meiner Großmutter besitze ich. Der Architekt Wilhelm Weinreis war ein Vetter meiner Großmutter und Trauzeuge auf ihrer Hochzeit. Leider kenne ich keine direkten Nachkommen und/oder Erben seinerseits.
    Gerne können Sie mich kontaktieren unter meiner mailadresse:
    Josef.Rothgmx.de

    Viele liebe Grüße,
    Josef Roth

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