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Obsessive Besessenheit

Juli 23, 2009

Früher dachte ich immer, das Bundesverdienstkreuz wird für besondere Leistungen verliehen. So zum Beispiel, wenn jemand Menschen vor dem Ertrinken rettet, oder alles hinter sich läßt und in Afrika ein Spital, oder Kinderheim einrichtet und Waisenkinder versorgt. Das sind Dinge die sind à la bonne heur, denn der Einsatz des persönlichen, um anderen zu helfen ist nicht ganz einfach und bedeutet, wie im Beispiel mit den Ertrinkenden, dass man selber dabei umkommen könnte. Entschieden, wer das Kreuz bekommt, wird auf Vorschlag und mitunter sind so illustre Träger darunter, dass ich der Meinung bin, die Verleihung ist inflationär, auch wenn die Zahlen besagen, dass eher weniger in den Genuß kommen. Dieter Thomas Heck und seine Frau haben eins, Franz Beckenbauer und ein Herr Steinbacher. Heino hat sich, als er keines bekam, entäuscht von der SPD abgewandt und die CDU gewählt. Das Kreuz hebt anscheinend auch das persönliche Selbstbewußtsein und stürzt offensichtlich Leute in eine tiefe Sinnkrise, die zwar nichts geleistet haben, aber trotzdem der Meinung sind, sie müßten auch sowas am Revers haben.

Dieser Meinung waren offensichtlich in der Causa Langer auch andere und so wurde einer Frau, die eigentlich gar nichts geleistet hat, das Ding an die Brust geheftet. Ich will mich da jetzt nicht die Reihe der Kritiker einreihen, denn das haben andere, an anderer Stelle weitaus kompetenter gemacht. Zum Beispiel der Autor der Jüdischen Allgemeinen und Betreiber des Weblog „Lizas Welt“, Claudio Casula, oder der Lindwurm, sowie Lebowski. Mir geht es um die Besessenheit die plötzlich im Lager der „Israelkritiker“ ausbricht, weil z.B. Ralph Giordano es gewagt hat mit der Rückgabe zu drohen, sollte Horst Köhler das Kreuz Frau Langer nicht aberkennen.

Der notorische Querulant, Mailschreiber und selbsternannte Verleger Abi Melzer dreht im Keller seiner Frankfurter Mietskaserne förmlich hohl. Vor lauter Wut verfasst er einen Brief nach dem anderen, in denen er von einer finsteren Weltverschwörung schreibt, die drohend über dem Haupt der Felicia Langer schwebt. Klar hat er die Ursache schon längst ausgemacht und so dürfte es wohl nicht lange dauern, bis Henryk M. Broder mal wieder im Sekundentakt Spammails erhält. Schließlich ist für Melzer und Konsorten Henryk M. Broder die Wurzel allen Übels, praktisch der Ur-Mephisto. Nichts geht ohne Broder, nicht mal die Klospülung im Cafe Einstein. Und weil Melzer weiß, dass die anderen der zionistischen Weltverschwörung nur Mitläufer sind, fühlt er sich dazu berufen den Bundespräsidenten zu warnen. Man muß keine Filme aus Hollywood schauen in denen Weltverschwörungen das Thema sind, man muß nur mal auf die Seite Melzers schauen, der offensichtlich minütlich die Orakelsteine wirft.

Schon Dr. Graumann durfte sich eines Briefes erfreuen, in dem Melzer aber mal so richtig die Pferde aus der Koppel ließ und sämtliche Register zog, die man eigentlich nur von notorischen Antisemiten kennt, die neben einer Karte von Deutsch-Südwestafrika, auch eine Deutschlandkarte in den Grenzen von 1937 an der Wand hängen haben, sowie der Meinung sind, es war wirklich nicht alles schlecht damals und man muß auch mal wieder was sagen dürfen.  In diesem Stil legt Melzer los das die Schwarte kracht und bezeichnet Dr. Graumann als Hetzer gegen „jüdische Dissidenten.“ Es reicht nicht „israelische,“ nein es müssen jüdische Dissidenten sein, damit Graumann Gewissensbisse bekommt, impliziert der Begriff Dissident doch, dass da jemand Jahrzehnte in einem sovietischen Gulag verbracht hat.

Dabei sind weder Langer, noch Avnery, noch sonsteiner, der sich permanent negativ gegenüber Israel, oder der israelischen Regierung äußert, ein Dissident, denn weder Langer, noch die anderen wurden in Israel auch nur Ansatzweise verfolgt. Langer ist ja aus Israel raus, weil sie angeblich die Menschenrechtsverletzungen nicht hat ertragen können. Seit der Zeit hetzt sie permanent gegen die irsraelische Regierung und gegen die Menschen die dort leben. Das mag ja für Melzer ganz lustig sein, den Status eines Dissidenten bekommt man damit nicht, eher den Status eines Vollwapplers. Frau Langer vergißt nämlich ganz entscheidende Dinge, oder besser verdrängt diese ganz bewußt. Die israelische Justiz bietet die Möglichkeit zur Gegenrede und hätte Frau Langer wirklich das obsessive Verlangen „Peace in the Middle East“ zu machen, so hätte man erwarten können, dass sie, die große Menschenrechtlerin auch in den PA-Gebieten unterwegs gewesen wäre und palästinensischen Dissidenten, die auf Grund konstruierter Beweise vor einem Militärgericht gelandet sind und keine Möglichkeit auf einen rechtlichen Beistand hatten, wie Vertreter der palästinensischen Rechtsanwaltskammer beklagten, rechtlichen Beistand geleistet hätte. Aber das war nie die Sache von Frau Langer, ebensowenig die angebliche Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern. Alles andere, wie ihre Übersiedlung in die Bundesrepublik, sind einfach nur Selbstbeweihräucherung, denn eine Amira Hass lebt ja auch, ohne Probleme, in den PA-Gebieten.

Auch ein Uri Avnery ist kein Dissident, denn er kann ja ungefiltert alles sagen und schreiben. Vielleicht ärgert sich der große Stratege Melzer auch darüber, dass die Israelis sich das Recht nehmen und dem nuschelnden Uri gar nicht zuhören, im Gegensatz zu seinen Antizionistischen Groupies in der Bundesrepublik.

Da Herr Graumann sich bisher aber noch nicht dazu geäußert hat, flogen dann dem Herrn Melzer vollends die Sicherungen raus, schließlich wußte er sofort, dass hinter einer Nichtantwort einzig und allein der Broder und seine Antideutschen Brigaden stecken müssen, die, man weiß es bereits, sofort alle strategischen Punkte in den Zeitungsredaktionen besetzt hatten und wahrscheinlich 1€ Jobber über die Arge anheuerten, damit jegliche Kritik in diversen Foren im Keim erstickt werden konnte. Also machte ers ich auf und ging, da der Papst gerade unpässlich war, direkt eine Stufe höher.

Im Copy & Paste, denn was anderes beherrscht er offensichtlich nicht, schrieb er einen Brief an den Bundespräsidenten und legte die komplette Verschwörung offen. Warum er den Brief noch nicht abgeschickt hat ahnt man, wenn man sich das Pamphlet so durchliest. Würde mir einer so ein völlig wirres Schreiben zukommen lassen, dann wäre ich durchaus nicht abgeneigt und würde bei den Behörden anfragen, ob eigentlich schon mal über eine gesetzliche Betreuung nachgedacht wurde. Seine Schreiben bieten so ziemlich alles und wären an manchen Punkten geeignet, bei einer Satirelesung veröffentlicht zu werden.  Dabei ist die Religionszugehörigkeit Melzers völlig unerheblich und es wundert mich, warum ausgerechnet solche Flachpfeifen ständig und exsessiv ihr Judentum wie eine Monstranz vor sich hertragen müssen. Was wollen sie beweisen, außer dass sie offensichtlich nicht mehr alle Leisten am Zaun haben. Und außer auf notorische Antisemiten und Antizionisten, die ohne ihre Kosher Nostra, wie ein Fisch auf dem Trockenen zappeln würden, wirkt es auf andere einfach nur lächerlich.

Melzer scheint das egal zu sein und er wird nicht müde dabei sein Objekt der Begierde, Henryk M. Broder, mit allem zu belästigen was er so in Petto hat. Vor nicht allzulanger Zeit beispielsweise unterstellte er Herrn Broder am Tod der jungen Ägypterin schuld zu sein, hat seinen Eintrag aber, nachdem man ihm wohl offensichtlich gesteckt hat, das es möglicherweise strafbewehrt sein könnte, gelöscht, was ihn allerdings nicht hindert auch weiterhin wie ein Rumpelstilzchen durch die Gegend zu toben und dabei eine nicht unfreiwillige Komik offenbart. So hatte er leichte Schwierigkeiten mit römischen Klassikern, oder bewies, in seinem Schreiben an die israelische Botschaft, dass er offensichtlich auch Zusammenhänge in seinem eigenen Leben nicht so ganz zuordnen kann.

So schrieb er beispielsweise über einen Artikel im Guardian: „Als Jude, Israeli und Mensch protestiere ich gegen diese Aktion, Verhaftung und das schäbige und rassistische Verhalten der israelischen Soldaten. Wenn ich bedenke, dass ich einmal in dieser Armee gedient habe, dann kann ich mich nur noch schämen.“ Es ist schon befremdlich wenn jemand unter mangelndem Selbstbewußtsein leidet, diese übliche Leier bringt und unbedingt alles mit in’s Spiel bringen muß in dem irrigen Bewußtsein, dass ihn irgendjemand ernst nehmen würde -außer seinen Groupies-. Noch befremdlicher ist es, wenn jemand behauptet er habe in der israelischen Armee gedient und nach kurzer Zeit den Weg zur Kaserne nicht mehr gefunden und plötzlich, via Mittelmeer, in München aufgetaucht ist weil er dem Dienst nicht gewachsen war. Wenn Veteranen, die den Sechs Tage Krieg, Yom Kippur, oder Libanon mitgemacht haben sagen, dass sie mit der Armeeführung nicht einverstanden sind, wie z.B. nach dem Feldzug 2006 geschehen und der Führung schwere Versäumnisse vorwerfen, dann nehme ich das ernster, als wenn mir ein verhinderter Schweijk -der immerhin bis zum Ende durchhielt- erklärt, er würde sich als ehemaliger Angehöriger schämen. Melzer sollte sich eher dafür schämen, dass er seinen Wehrdienst nicht abgeleistet hat. Hätte er es getan, dann dürfte er sich auch schämen, so aber ist seine Obsession nicht mal mehr lächerlich sondern hat schon pathologische Züge.

Melzer ist einfach nur ein Schnorrer. Dabei geht es ihm weniger um Geld, oder um die Langers dieser Welt, die sind ihm völlig wurscht. Ebenso ist ihm Israel völlig Latte. Ihm geht es darum Aufmerksamkeit zu bekommen, weil er der Meinung ist, das diese Aufmerksamkeit ihm zusteht. Und so wie der Schnorrer Rothschild rausklingelt, weil er der Meinung ist, ein reicher Jude ist verpflichtet einem armen Juden zu helfen, klingelt Melzer permanent bei Broder und anderen an. Da Antizionismus und Antisemitismus in Deutschland, trotz Wirtschaftkrise immer noch Hochkonjunktur haben, werden sich Broder, die israelische Botschaft, der Zentralrat der Juden und jeder Jude, der im öffentlichen Leben steht und sich positiv über Israel äußert auf Jahre über Abis Post freuen dürfen.

2 Kommentare leave one →
  1. Juli 25, 2009 7:35 am

    Daß Melzer sich positiv auf einen ‚Brief aus dem (deutschen?) Volk‘ bezieht, in dem es heißt, „gebe es mehr Juden vom Schlage einer Felicia Langer, dann dürfte nicht nur den Antisemiten die Puste ausgehen, sondern auch den jüdischen Nazis“, sagt doch im Grunde alles über das Weltbild des Vielschreibers.

    Wer zudem Fans hat, die mit „jüdische Nazis“ vermutlich alle meinen, die es wagen, Israel auch bewaffnet zu verteidigen und überhaupt in Israel leben wollen und nicht etwa in Deutschland, der muß sich solche Anhänger verdient haben. Felicia Langer scheint das gelungen.

    Damit allerdings bestätigt Abi Melzer selbst, daß Felicia Langers Verdienst tatsächlich darin liegt, für Nazis auf herausragende Weise die Alibijüdin zu machen. Gäbe es noch keinen Grund, die Ehrung rückgängig zu machen, so wäre das einer.

    Und meinte andererseits Felicia Langer ihr Gerede davon, daß sie „Brücken bauen“ wolle und für Friede, Freude und Eierkuchen für alle streitet, ernst, müßte sie es angesichts solcher Fans zudem wohl selbst zurückgeben, weil sie jedenfalls gemesen an diesem Ziel nämlich versagt hat.

    • taylor1944 permalink
      Juli 30, 2009 10:39 am

      Melzer ist einfach nur Erfüllungsgehilfe und fühlt sich wohl dabei. Hinzu kommt seine obsessive Abneigung gegen Broder, sowie seine etwas obskure Weltanschauung. Ich habe gestern noch mal auf seine Seite geschaut und habe irgendwie so das Gefühl für ihn ist Antisemitismus/Antizionismus Business. So wie Sex sells ist für ihn Antisemitism sells. Melzer würde sogar noch sein letztes Stück Seife verkaufen, wenn er dafür Geld und Anerkennung erhält. Ein Opportunist ist nichts dagegen.

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