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Rinkes zum Iran

Juli 7, 2009

Es ist immer wieder erstaunlich wie sich Pseudolinke und Rechte in ihren Aussagen ähnlich sind. Und es wundert einen nicht wirklich, wenn man so manchen krausen Artikel eines „Linken“ bei Altermedia, oder Störtebecker findet. Vor allem ist es immer wieder nett zu sehen, wie die gescheiterten Existenzen versuchen Parallelen zu finden, um sich den Nimbus des Friedensfreundes zu erhalten.

Ein Exemplar heißt Steinberg und betreibt, wie könnte es auch anders sein, seine eigene Verschwörungsseite, auf der er mit Superlativen über die eigene Person nicht gerade schweigsam ist. Dabei hat er eigentlich nicht viel vorzuweisen, wenn man das so alles liest. Controller war er, was natürlich wahnsinnig wichtig klingt und natürlich auch Buchhalter, oder Sachbearbeiter beinhaltet. Irgendwann hat er die Revolution für sich entdeckt und durfte abgebrannten DKP-Funktionären in irgendwelchen Kneipen das Bier bezahlen, während diese über die Weltrevolution des Proletariats schwadronierten. Zum Dank, oder aus Mangel an Zaster -ein echter Sozialist braucht kein Geld- machte man ihn halt zum Mitglied. Statt es so zu machen, wie manche Hardcoresozialisten aus dem Westen, die in die DDR übersiedelten, blieben die Pseudolinken lieber im Westen und träumten davon, wie der antifaschistische Schutzwall hinter Aachen errichtet werden könnte. So auch der Herr Steinberg, der wahrscheinlich unheimlich gerne ein ganz großer sozialistischer Revolutionär geworden wäre. Da sich aber in der Bundesrepublik dazu keine Möglichkeit bot und der Traum aller Pseudosozialisten 1989 in Staub aufging, war damit Essig bis, ja bis dann das Internet auftauchte und jeder Spießer, der mal am Stand der DKP, oder der MLPD  verschämt einen Flyer in die Jackentasche steckte, seine Leistungen auf diversen Webseiten der Öffentlichkeit preis gab.  Seit dieser Zeit wird er nicht müde und berichtet unerbittlich über die Ungerechtigkeiten in dieser Welt die er, der große Steinberg, ganz alleine entdeckt hat. Ob einer in die Elbe kackt, einer auf dem Kiez davon träumt eine Bauchtanzshow zu etablieren, oder in der Sahara eine Wanderdüne unterwegs ist, Steinberg weiß wer daran Schuld hat. Und da er gerne betont, dass er jüdische Großeltern sein Eigen nennt, nimmt man ihm alles unbesehen ab, wenn er erklärt, dass an allem Unglück in dieser Welt die USA, Israel, die Neoliberalen, oder die Frau Merkel Schuld hat. Schließlich ist der Mann eine Koryphäe und bestimmt ein politischer Gefangener der BRD, die man hier Dutzendfach in Stammheim inhaftiert hatte. So reist er dann von Veranstaltung zu Veranstaltung und referiert als Experte zu allem, egal was man hören möchte. Klima, Weltpolitik, Finanzkrise, Steinberg weiß Bescheid und ist sofort dabei. Von DFG bis zu den Friedenfreunden der Uni Kassel, oder als Experte bei der Jungen Welt.

Typen wie Steinberg habe ich im Laufe der Jahre genügend getroffen, die waren sich nicht mal zu Schade und hätten jedem hinter dem Eisernen Vorhang einen Rimjob verpasst, allerdings wollten sie ihren Lebensmittelpunkt nicht unbedingt hinter den Eisernen Vorhang verlegen, sondern nahmen gerne und ausgiebig die Errungenschaften des Westen in Kauf. Und weil sie heute so solidarisch sind, da bieten sie auch anderen Existenzen die Gelegenheit sich zu äußern.

So zum Beispiel der notorischen Leserbriefschreiberin Claudia Karas. Frau Karas sitzt wahrscheinlich irgendwo im öffentlichen Dienst und geht jeden Tag völlig frustriert zur Arbeit. Anerkennung ist da recht wenig und für Germany Next Top Model reicht es nicht. Eine Tochter ist man auch nicht, so kann man nicht mal als „Publizistin“ zu Ruhm und Ehre kommen, nicht mal einen Hund, oder eine Katze aus einem Tierheim in Tel Aviv kann man sein Eigen nennen, also betätigt man sich als fleißiger Leserbriefschreiber, um wenigstens einmal im Leben für 5 Minuten Aufmerksamkeit zu erhalten. Steinberg ist so sozial und gewährt diesen Ruhm. Er veröffentlicht den Leserbrief mit viel pathetischen Brimborium.

Erst einmal erkärt er den Wadiblog zum Güllekanal, was eigentlich nur beweist, dass er es vorziehen würde in Nord Korea zu leben, aber auch nur, wenn man dort westlichen Standard besitzt, ansonsten gehen ihm alle Völker und ihre Probleme am Arsch vorbei, oder um es mit dem Berufsrentner aus Dortmund zu sagen, „natürlich ist es in Dafur nicht schön und wenn sich jemand dazu äußert, dann ist das in Ordnung, aber ich kann mich ja nicht um alles kümmern.“ Danach schreibt dann Claudia Karas die eigentlich nur eins beweist, das Einstein recht hatte, völlig losgelöst und vergleicht Äpfel mit Birnen:

Nun ist es noch nicht lange her, dass Gaza überfallen wurde.

Weder wurde der Gaza überfallen, noch hat das was mit dem Iran zu tun. Während die Hamas einseitig den Waffenstillstand aufkündigte und auch schon davor israelisches Staatsgebiet beschossen hat gingen die Demonstranten im Iran friedlich auf die Straße bis das Mullahregime versuchte die Demonstrationen gewalttätig zu beenden.

Weder die Integrationsdezernentin noch sonst jemand aus der Stadt Frankfurt am Main hatte sich an den damaligen Demonstrationen gegen den Staatsterror Israels beteiligt und jemals die Kriegsverbrechen an der bis heute eingepferchten, schutz- und wehrlosen Zivilbevölkerung verurteilt. Im Gegenteil: Diese Demonstrationen wurden von den Mainstreammedien als antisemitisch denunziert, und prominente Unterstützer der israelischen Kriegsverbrecher gaben sich ein Stelldichein auf diversen pro-israelischen Kundgebungen.


Das Problem von Karas ist nicht, dass sie keine Ahnung hat. Ihr Problem ist schlicht und ergreifend die Judenfeindschaft. Das Problem teilt sie auch mit anderen Leuten und Israel ist einfach nur das Ventil. Wenn sich Juden in Deutschland positiv zu Israel äußern, dann sind Leute wie Karas zur Stelle.
Aber zurück zu ihrem Leserbrief. Sie betreibt hier eine wirklich geschmacklose Nabelschau ihrer eigenen Sichtweise und verhöhnt die Opfer im Iran, instrumentalisiert die Opfer im Nahen Osten und relativiert auf elegante Weise faschistische Regime. Israel betreibt nun mal keinen Staatsterrorismus wie sie behauptet und schutzlos ist die Bevölkerung im Gaza, angesichts einer der höchsten Waffendichten der Welt mit Sicherheit nicht. Die Bevölkerung im Gaza ist auch nicht, anders als die Demonstranten im Iran, eingepfercht. Frau Karas findet es völlig in Ordnung, wenn Zivilisten in Israel von Hamas Aktivisten getötet werden. Sie findet es auch völlig in Ordnung, wenn die palästinensische Bevölkerung im Gazastrip von Hamas, die im übrigen von den Faschisten im Iran finanziert wird, drangsaliert werden und sie findet es in Ordnung, wenn Hamasaktivisten iranische Demonstranten in Teheran niederknüppeln. Damit könnte sie auch gut auf Seiten der NPD stehen, oder bei den freien Kameradschaften ihre Ergüsse zum Besten geben. Der Unterschied würde gar nicht auffallen.

Was für eine Heuchelei, freie Wahlen für Iran zu fordern – und gleichzeitig die Palästinenser für eben diese freien Wahlen auf das Verbrecherischste zu bestrafen. Im Gegensatz zu Neda (1) hat es Basem Abu Rahme (2), der kürzlich von israelischen Soldaten während einer friedlichen Demonstration ermordet wurde, nie auf die Titelseite der Medien, auch nicht der FR, geschafft. Ganz offensichtlich gehört es zur deutschen Staatsräson, dass die Menschenrechte für die Palästinenser nicht zu gelten haben.

Frau Karas war offensichtlich nie im Nahen Osten, wozu auch, und hat sich wahrscheinlich auch nie die Wahlergebnisse in Gaza angeschaut. Vor allem blendet Frau Karas die Tatsache aus, dass die Hamas willkürlich Bürger im Gaza massakrierte, weil man der Meinung war es handele sich um Leute der Fatah. Die Wahlen waren schlicht und ergreifend getürkt, aber Linke und Rechte haben ein Herz für wahre „Volksdemokratien.“ Bisher wurden die Palästinenser auch nicht „bestraft“ wie Frau Karas behauptet, sondern mit Millionen von Dollar subventioniert. Wenn die von Frau Karas präferierte Hamas das Geld lieber in Waffen steckt und sie sich darüber freut, wenn Menschen in Israel Opfer von Selbstmordattentätern und Raketen werden, dann zeigt das die Menschenverachtung und das einige Leute anscheinend immer noch in einer Vergangenheit leben, die vor über 70 Jahren ihren Lauf nahm. Fehlen darf natürlich nicht die übliche Verschwörungstheorie und stellt das übliche Sahnehäubchen dar. Der finstere Jude, der eine Berichterstattung in Deutschland unmöglich macht und damit auch die Antisemiten zu Opfern.

Während allerdings überzeugte Gesinnungstäter damals in den Iraq reisten und sich an Betonpfeiler ketten ließen, oder im Palast von Saddam nächtigten, oder mit einer Nußschale den Leuten im Gaza Nahrungsmittel und Medikamente bringen möchten, was bei der Bevölkerung eher für ungläubiges staunen sorgt, sind sie diesmal nicht mit einer gecharterten Maschine nach Teheran unterwegs um den Demonstranten mitzuteilen, dass ihr Weg falsch ist und Mahmoud, sowie die Mullahs doch herzensgute Menschen sind. Um dann über die wahren Tragödien zu informieren, einen umgestürzten Sack Mehl in Gaza.

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  1. « cosmojl

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