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Das Kreuz mit dem Kreuz

Juli 6, 2009

180px-BWEhrenkreuzGold Das ist das Ehrenkreuz der Bundeswehr. Gestiftet wurde es, laut Wikipedia, von Hans Apel 1980. Apel war damals Verteidigungsminister und Mitglied der SPD -die älteren werden sich noch erinnern, SPD, die heutige Protestpartei mit 25%, war damals an der Regierung-. Das Kreuz wurde dann vom damaligen Bundespräsidenten Karl Carstens -Wanderkarl- abgesegnet und ist somit seit fast 30 Jahren in Umlauf.

Nun entdecken plötzlich die Politiker, dass man der Bundeswehr doch mal den Stellenwert einräumen soll, den diese Leute eigentlich haben sollten und besannen sich darauf, dass es doch irgendwo in den verstaubten Archiven des Verteidigungsministeriums noch ein paar Exemplare davon geben müsse und es eigentlich auch mal an der Zeit ist, dass man die Menschen dieser Gesellschaft, die jeden Tag in Afghanistan ihren Arsch riskieren auch mal damit auszeichnet. Soweit so gut.

Da der Frömmste aber nicht Frieden leben kann, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt, krauchen sofort diejenigen hervor, die einen Bezug zur Wehrmacht sehen müssen und schon den Soldatensender Belgrad in den Ohren haben, sowie die Weihnachtskonzerte aus Berlin -„Vor der Kaserne, vor dem großen Tor stand eine Laterne und steht sie noch davor“ (Lale Andersen Lili Marleen)- „und wir grüßen die Kameraden in Nordafrika, in Russland und auf den Nordmeeren mit einem Lied für den Gefreiten Kowalski vorgetragen von Zarah Leander!“ Vor allem die Grünen finden das gar nicht so prall, obwohl sie eigentlich wissen müssten, dass dieser Orden 29 Jahre alt ist und gelegentlich an Bundeswehrsoldaten verliehen wurde, die im Ausland ihren Dienst leisteten. Aber da man in diesen Kreisen anscheinend immer noch glaubt, der Kampfanzug der Wehrmacht wäre Feldgrau und die Braut des Soldaten das K98, versucht man einen Bezug zum Adolf Hitler herzustellen. Das ist schon so dermaßen dämlich. Den Blitzbirnen der Linken kann man ja noch zu Gute halten, dass ein Großteil ihrer Mitglieder noch die Auszeichnung Held der DDR, Held der Arbeiterklasse, oder einen der Kampfgruppenorden am Revers trug, mit denen die Führung der DDR geradezu inflationär um sich warf. Und man somit immun ist gegen faschistische Auszeichnungen, sich also quasi als Kritiker in die Bresche werfen kann und das gerne prüfen würde, ob man nicht irgendwie Verfassungsmäßig dagegen vorgehen kann -Vielleicht sollte manche von der Linkspartei mal nach dem Blücherorden googeln-

Bei diesen Spinnern, die in den 80ern lieber Rot als Tod waren, ist es kein Wunder, dass man in Deutschland ein nicht gerade entspanntes Verhältnis zu seinen Bürgern in Uniform pflegt. Nun hat die Bundeswehr keine Kriege um die Freiheit gefochten, wobei ich persönlich einige ausgeklammert hätte, sondern wurde als demokratische Armee auf Grund politischer Gegebenheiten gegründet. In der Tat war es gut, dass die Bundeswehr nie zu einem Einsatz innerhalb Europas gekommen ist und auf Grund des Verlaufs von NATO und EU bildeten sich gemischte Verbände -Deutsch/Franzöische Brigade, Deutsch/Niederländische Brigade-, die eines beweisen, dass Deutschland unter den demokratischen Staaten angekommen ist und akzeptiert wird. Ebenso wie die Bundeswehr in ihrer Gesamtheit  akzeptiert wird.

In den letzten 20 Jahren hat sich die Bundeswehr nicht nur an humanitären Aktionen beteiligt und Transporter der Luftwaffe Tonnen von Hilfsgütern im Tiefflug über Katstrophengebieten abgeworfen -Legendär sind die Flüge nach Sarajewo, Tschad und Sudan-, sondern sie hat auch dazu beigetragen, dass Menschen in Sicherheit leben dürfen, für die diese Kritiker nicht mal den kleinen Finger bewegen würden. Und im Gegensatz zu den heuchlerischen Friedensfreunden und Kritikern sind diese Menschen wahrscheinlich sehr froh darüber, dass sie einen Radpanzer der Bundeswehr sehen. Auch wenn die Bundeswehr es nicht sehr einfach hat in Afghanistan und ich oft überlege, ob es nicht besser wäre die Soldaten abzuziehen, nicht weil ich an den Soldat/Innen zweifeln würde, sondern an der Ausrüstung, so leisten diese Leute jeden Tag einen Dienst, der auch den Birkenstockträgern unter den Friedensvermufften zu Gute kommt, wenn sie in aller Ruhe ihre TAZ auf dem Klo lesen können und nicht von einem durchgeknallten Djihadisten in die Luft gesprengt werden, während ihnen noch die Klabusterbeeren am Hintern hängen.

Und wenn man sich die Mühe machen würde mit den Organisationen zu sprechen, die Vor Ort jeden Tag ihrer gefährlichen Aufgabe nachgehen, Stabilität zu bringen, dann könnte man sehr leicht feststellen, dass die ganz froh sind und gerne mehr Unterstützung durch die Bundeswehr bräuchten. Aber hier in Deutschland gibt es halt immer noch Typen, die glauben allen Ernstes, wenn Frauen die Kehle durchgeschnitten wird, Homosexuelle an Fußballtoren aufgehängt werden, dann wäre das halt die kulturelle Eigenheit. Und für die Terroristencamps sowas sind, wie ein moderner Hippitrail nach Kathmandu, weil sie mit ihrem dicken Hintern irgendwo rumsitzen und für sie die kühnste Tat in ihrem Leben Bonn 1983, oder ein jährlicher Ostermarsch darstellt. Da habe ich dann manchmal die perverse Lust einen Aufenthalt im Hinterland von Pakistan zu spendieren, damit sie die kulturellen Eigenheiten mal aus erster Hand erleben.

Aber dazu haben sie keine Lust, denn sie verteidigen ihr Recht hier ihre geistigen Elaborate abzulassen und das Grundgesetzt gewährt es Ihnen. In den von ihnen bevorzugten Ländern würden sie nicht mal lebend das Flugzeug verlassen.

Ich finde es konsequent, dass sich endlich die Politik zur Bundeswehr bekennt und dies nach außen öffentlich macht und man kann es nur begrüßen. Hoffentlich knickt man nicht wieder ein, weil man glaubt, man müsse auf pazifistische Gefühle Rücksicht nehmen.

Die Stimmung in diesem Land war für mich mit ein Grund, dass ich meinen Militärdienst nicht hier geleistet habe. Zum einen habe ich die Spinner in Bonn 1983 erlebt und hatte keine Lust meinen Arsch für Leute hinzuhalten, die in der Lage gewesen wären, mit Pacefahnen und Spruchbändern den Warschauer Pakt beim Einmarsch zu begrüßen. Außerdem war da noch die Geschichte meiner Familie. Mit 16 wollte ich lieber zur Fremdenlegion, als in Deutschland zu bleiben -MeinGroßonkel war von 1923 bis 1934 in Sidi bel Abbes, ein Großcousin war in Dien Bien Phu, einer in Calvi und ein Großcousin wahrscheinlich bei der Roten Armee (keiner weiß das so genau)- und bin sogar bis Straßburg gekommen.  Habe mich dann aber, als es soweit war, bei der israelischen Botschaft gemeldet.

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