Operation Overlord 06. Juni 1944

Les sanglots longsSeufzer gleiten
des violonsDie saiten
de l’automneDes herbsts entlang
Blessent mon coeurTreffen mein Herz
d’une langueurMit einem schmerz
monotoneDumpf und bang

Am Morgen des 6. Juni 1944 begann der D-Day. Ziel der Operation, aufbau einer zweiten Front im Westen und damit die Befreiung Europas vom Hitlerfaschismus. Die 1. US-Armee (C.O. General Omar N. Bradley) bekam die Ziele Omaha, Utah und Pointe du Hoc (2. Ranger Battalion). Die 2. Britische Armee50th Infantry Division Northumbrian– (Oberbefehlshaber Lieutenant-General Sir Miles Dempsey) bekam den Strandabschnitt Gold, die Kanadier unter Major General Keller landeten an Juno und die 3. Britische Infanteriedivision Sword. Insgesamt betrug die Gesamtstärke ca. 170.000 Soldaten. Unterstützt wurden sie von 6000 Schiffen, 4190 Jagdflugzeugen, 3440 Schwere Bomber, 930 mittlere und leichte Bomber, 1330 Transportschiffen und Frachtmaschinen.

Während die Landungstruppen an Gold, Sword, Juno und Utahbeach (Theodore Roosevelt Jr.) auf wenig Gegenwehr stießen -obwohl die Truppen an Utah Beach Meilen vom eigentlichen Landungsziel abgesetzt wurden- und insgesamt wenig Verluste hatten, traf es die US-Soldaten an Omaha Beach doppelt so schwer. Der Strandabschnitt war schwer befestigt und die andauernden Bombardements durch die Allierten Luftstreitkräfte vermochten es nicht, die Befestigungen nachhaltig zu zerstören. Von den eingesetzten Schwimmpanzern erreichten nur 2 das Ziel. Einem davon gelang es ein Widerstandsnest der deutschen Verteidigung zu zerstören. Insgesamt verloren die US-Streitkräfte am Strandabschnitt Omaha in der Zeit von 6:30 (Beginn der Landung) bis etwa 10:00 Uhr 2000 Soldaten und Offiziere. Um 9:00 Uhr gelang es Einheiten des 116. Infanterieregiments und des 5th Ranger Battalion in ihrem Abschnitt den Strand zu verlassen und in’s Landesinnere vorzudringen. Die restlichen Einheiten schafften gegen 10:30 einen Durchbruch in ihrem Küstenabschnitt und konnten Bunker um Bunker mit Hilfe von amerikanischen Zerstörern, die ca. 1100 m unter der französischen Küste operierten, einnehmen oder zerstören. Erst gegen 13:00 waren die letzten MG-Stellungen ausgeschaltet und Omaha gesichert, so dass bis 17:00 weitere Einheiten an Land gehen konnten -unter anderem auch die dringend benötigten Sherman-.

Wieviel Soldaten am Landungstag genau starben läßt sich nicht mit Sicherheit sagen, die Verlustzahlen vom 6. Juni gehen von etwa 6000 Toten aus, davon hatten die US-Streitkräfte die höchsten Verluste, die deutschen Verluste schwanken zwischen 4000-9000 Toten . Bis zum 11. Juni brachten die Alliierten etwa 1,5 Mio. Soldaten an Land und die Verlustzahlen bis zum 19. August gehen von etwa 37.000 toten Allierten und 200.000 toten Wehrmachtssoldaten aus.

Auch wenn es immer noch Leute gibt die behaupten, dass die Landung unnötig war und zu vernachlässigen muß man sagen, dass die Landung wichtig und notwendig gewesen ist. Selbst wenn die Rote Armee, die bis zu diesem Zeitpunkt die Hauptlast im Krieg gegen Nazideutschland trug, große Bodengewinne hatte, so hätte sich der Krieg nach Meinung einiger Militärhistoriker wahrscheinlich bis 1946 hingezogen und damit weit mehr Opfer gefordert. Auch wenn die französische Küste eine ständige Bedrohung dargestellt hätte, so wäre die deutsche Armee durchaus in der Lage gewesen zusätzliche Einheiten an die Ostfront zu verlegen und damit den Krieg zu verlängern. Immerhin war die Wehrmacht ja in der Lage, während der Ardennenoffensive, den Alliierten Vorstoß empfindlich zu stören.

Da ich in der Normandie war und auch den amerikanischen Militärfriedhof besucht habe, sowie den Deutschen, beschlich mich, als ich durch die Reihen der amerikanischen Gefallenen ging, ein unendliches Gefühl der Dankbarkeit gegenüber diesen Männern. Hätte es diese Männer nicht gegeben, dann hätte es meine Familie nicht gegeben. Oder um es mit Winston Churchill zu sagen: „Noch nie hatten so viele so wenigen so viel zu verdanken“ und persönlich habe ich ihnen eine Menge zu verdanken.  Amerikaner, Briten, Franzosen, Kanadier, Polen, Tschechen und natürlich die Veteranen der Roten Armee.

June 6th 1944

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4 Gedanken zu “Operation Overlord 06. Juni 1944

  1. Grüß dich Taylor,

    diese Tage und diese mutigen Menschen werden wohl immer zu meinen persönlichen Gedenktagen gehören. Schön das dies auch andere so sehen, und dies nicht nur politische Routine darstellt. Da unser aller „Spiegel“ kürzlich eine etwas einseitige Geschichtsauffassung offenbarte, möchte ich noch auf die polnische West- sowie die Heimatarmee hinweisen und wenn in deinem Blog indirekt die Stichworte Market Garden und Caen fielen kann man hier vielleicht auch noch die die polnischen Fallschirmspringer erwähnen.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Polish_Armed_Forces_in_the_West
    http://en.wikipedia.org/wiki/Armia_Krajowa
    http://en.wikipedia.org/wiki/1st_Independent_Parachute_Brigade

    Unser heutiges Europa hatte zwei kräftige Hebammen Amerika am D-Day und Polen 1980/1989! Man soll es nie vergessen!

    Munter bleiben, und auch weiterhin kein andereswo leider übliches sowie dümmliches Obamabashing! 😉

    • Hallo Flowerkraut,

      schön das es Dich Dich auch noch gibt!

      Stimmt, die polnische Armee habe ich vergessen. Władysław Anders, der C.O. des 2. polnischen Korps, gilt als Held in Italien. Dem 2. polnischen Korps gelang der Durchbruch bei Monte Cassino unter großen Verlusten am 18. Mai 1944. Insgesamt fielen ca. 2300 Soldaten und ca. 5000 wurden verwundet. Sie waren bei der Schlacht von Ancona und Bolgna dabei und leisteten auch da einen wichtigen Beitrag.

      Die größten Verluste erlitt die polnische Fallschirmjägerbrigade unter General Stanislaw Sosabowski. Das war von Seiten der Allierten Planer eine absolute Katastrophe und ungerechterweise machte man Sosabowski für das Scheitern verantwortlich. Sosabowski litt bis zu seinem Tod unter den Anschuldigungen und bekam, da er 1944 entlassen wurde keine Pension. Zwar hat man ihn Posthum rehabilitiert, aber nur die Niederlande haben ihn wirklich gewürdigt, auch wenn die posthume Verleihung des Bronzenen Löwen eigentlich nur eine Geste war und knapp 39 Jahre nach seinem Tod auch viel zu spät. Sosabowski war eine tragische Figur und spielte den Sündenbock.

      Man kann die Verdienste der polnischen Armee nicht genug würdigen. Sie waren stets an vorderster Front, kämpften wirklich tapfer und hatten teilweise die höchsten Verluste. Ohne die polnischen Freiwilligen hätte die Luftschlacht um England auch anders ausgehen können. Wie mir mal ein Neuseeländischer Veteran sagte, „die Polen zeichneten sich durch Mut, Tapferkeit, Beharrlichkeit und Entschlossenheit aus.“

      Viele Grüße
      Taylor

  2. Eben, aber eine kleine Korrektur: Du hast Sie nicht vergessen, lies einfach noch einmal die letzten zwei Sätze deines Beitrages. Das war mir sofort aufgefallen! Gut so! Weitermachen! 😀 😉

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