Als sich Israel alle Sympathien verscherzte

Es war ein denkwürdiger Tag in der WM-Quali, als am letzten Spieltag in der Gruppe 2 die Ballsportartisten der Schweiz und Israels in Bern aufeinander trafen. Für die Schweizer reichte ein Remis, die Israelis mußten unbedingt gewinnen, damit sie die Relegation erreichen konnten.

Der israelische Coach Kashtan hatte seinem Team in der Kabine noch einmal eine historische Ansprache gehalten und schlug den Bogen von Moses, über König David bis zum Yom Kippur Krieg, dann legte er eine kurze Schweigeminute ein, schaute seine Spieler entschlossen an und sagte: „Haut sie weg! Wenn Ihr verliert, dann gibt es einen Tritt in den Toches!“

Und die Söhne Davids verschafften den Schweizern eine Demütigung, dass die Schweiz auf Jahre brauchen würde, diese Schmach von Bern seelisch zu verkraften. Mit 5:1 fegten die israelischen Ballsportartisten wie losgelöst die Schweiz aus dem Stadion. 2x Ben Sahar, 2x Colautti und einmal Ohayon, der einen Freistoß aus 30m Entfenrnung samt Goalie in’s Tor schoß. Danach brachen in der Schweiz alle Dämme und Ottmar Hitzfeld wurde noch aus dem Fernsehstudio heraus an die Deutsch-Schweizer Grenze gebracht und mit einem Fußtritt Richtung Weil am Rhein befördert. Zloczower, Präsident des Schweizer Fußballverbandes, war sichtlich geschockt, als er vor den Reportern des SF1 Rede und Antwort stehen mußte. „Mußte das denn sein?“ Sagte er, „ok, eine Niederlage gegen Burkina Faso, oder meinetwegen Österreich, das hätte ich ja noch wegstecken können, aber Israel?“ Mitten im Interview brach er mit einem Weinkrampf zusammen und mußte sofort in’s Spital eingeliefert werden. Zeitgleich formierten sich die ersten Demonstranten in der Berner Innenstadt und setzten diverse Mülltonnen und Autos in Brand. In Zürich kamen sofort Mitglieder der islamischen Gemeinde zusammen und forderten mit Grünen und SVP ein Ende der israelischen Besatzungspolitik und Freiheit für Gaza.

Nachdem Israel souverän die Relegation schaffte und klar war, dass nach 40 Jahren wieder ein Team den Davidstern bei einem internationalen Fußballturnier vertreten würde, ließ sich selbst der so besonnene Shimon Peres zu einer Lobeshymne hinreißen. „Wie bei Moses!“ Rief er, „40 Jahre sind wir durch die Wüste des fußballerischen Niemandsland gewandert. Was haben wir gehofft und gebibbert. Immer sind wir gescheitert und jetzt sind wir in Südafrika!“ Avigdor Meir ließ aus seinem Seniorenheim trocken verlauten, „Warum sollten wir nicht zur WM fahren? Damals, 1926, hat ja auch die Stadtauswahl von Maccabi Tel Aviv das englische Nationalteam geschlagen….-als sein Pfleger ihm zuraunte, dass es sich um eine Auswahl der britischen Armee gehandelt habe, herrschte ihn Meir an, „Egal, das waren alles Profis! Gut in ihrer Freizeit bewaffnet, aber auf dem Platz professionelle, wir waren blutige Amateure! Der kleine Micky Teitelbaum hat damals zum ersten Mal Fußball gespielt!“

Der Iran drohte mit einem Boycott der WM sollten die Zionistischen Mikroben im gleichen Stadion spielen wie die Iraner. Daraufhin flog der südafrikanische Präsident Zuma persönlich nach Teheran, mit Desmond Tutu im Schlepptau. Nach zähen Verhandlungen stellte Tutu in Aussicht, sollten die Israelis ihr Match gegen den Iran verlieren, dann dürften die Spieler aus Israel den heimischen Göttern geopfert werden, was für Ahmadinedjad eine reizvolle Vorstellung war. Damit war die WM gerettet und der Siegeszug Israels nahm seinen Lauf.

Souverän kamen die Israelis durch ihre Gruppe und fertigten den Gruppengegner Iran -manchmal sind die Fußballgötter gerecht- mit 6:0 Toren ab. Die Iraner mußte nach Hause fliegen und wurden noch am Flughafen wegen Hochverrat verhaftet. Israel dagegen kämpfte sich weiter durch die WM. Kashtan stimmte vor jedem Match seine Kinder ein und sagte, „wir haben nicht zu verlieren, sondern nur zu gewinnen!“ Und so spielten sie dann auch. Nach einem 1:0 gegen Italien in der Verlängerung und einem 5:3 gegen Deutschland im Penaltyschießen stand plötzlich und zum ersten Mal seit 2000 Jahren, als Salomon den Tempel fertig stellte, in einem Endspiel um die Fußballweltmeisterschaft gegen Spanien.

„Spanien?!?“ Höhnten die mitgereisten Fans,“ wer ist denn Spanien?“ Und die Arsniks unter ihnen, machten nicht nur durch ihre Kleidung und den Schmuck auf sich aufmerksam, sondern auch durch ihre Sprüche. In Israel machte sich vorsichtige Euphorie breit und während die Jerusalem Post vorsichtig titelte: „Ist das Land bereit für den Pokal? Könnte nicht ein Sieg auch zu Irritationen mit den Nachbarn führen?“ Waren Ma’ariv und Jedioth schon losgelöst, „Haut sie weg!“ schrieb die Ma’ariv und Jedioth titelte neben einem Bild von David Ben Gurion mit einer Krone auf dem Kopf: „Das würde David zum König machen. Siegt Jungs! Siegt!“ Lediglich die Ha’Aretz fiel mal wieder völlig aus dem Rahmen, so schrieb Amira Hass aus Ramallah, „Ein Sieg der Israelis wäre eine Katastrophe für den Nahen Osten und die Friedensbemühungen. Wir, die anständigen Israelis, sollten dafür Sorge tragen, dass das Team in Südafrika wenigstens das Finale verliert.“ Uri Avnery erklärte dagegen im Freudentaumel der Uni Kassel, „Die Palästinenser sind mir Scheißegal, nachdem wir Euch rausgehauen haben, hähä 5:3, schlagen wir Spanien und sind Weltmeister! Wen interessiert schon Palästina!“ Dann holte er seine Israelfahne -ach was Israelfahne, 4×4 Meter- aus seiner Jutetasche und sang Hava Nagila. Den Mitarbeitern gelang es so gerade eben zu verhindern, dass sich Uri vollständig im Freudentaumel entkleidete.

Dann kam das Endspiel. Auf der einen Seite die stolzen iberischen Stierkämpfer, auf der anderen Seite eine Horde wilder Sabres die erst einmal die Münze entschieden ließen wer spielt. Nachdem geklärt war, dass Kashtan nicht schummelt und auch nicht mitspielen wird, obwohl er sich zweimal die Fußballschuhe anschnürte, konnte der Schiedsrichter endlich das Match beginnen. Schnell wurde klar, dass die Ballsportartisten aus Israel vorhatten wirklich Weltmeister zu werden und schnürten das spanische Team regelrecht hinten ein. Während die Spanier bemüht waren die Defensive zu stärken und aus der Defensive heraus ihre gefährlichen Konter zu fahren, starteten die Israelis Angriff auf Angriff. Nach einer Ecke kurz vor der Pause erzielte Colautti per Kopf das 1:0. In Israel brach die Übertragung ab, da offensichtlich mehr als 7,5 Mio zuschauten und ein Zugriff von 11 Mio Zuseher auf die Fernseh- und Stromkabel zu einer Überlastung führten. Mit einem pfeifenden Geräusch gab das Stromkraftwerk in Tel Aviv seinen Betrieb auf. Findige techniker schafften es, nicht nur die Stromversorgung wieder herzustellen, dazu überbrückten sie einfach mit einer Autobaterie einen Stromversorger in Bulgarien, sie schafften es auch eine Verbindung mit einem mongolischen Fernsehsender herzustellen, so dass man die Bilder aus Südafrika mit koreanischen  Untertiteln empfing. Kurz nach der Pause erzielte Colautti mit einem fulminanten Schuß das 2:0 und schickte den spanischen Keeper zu Boden. Gegen Mitte wurde es etwas hektisch, als Iniesta seinem Gegner die Hosen runterzog und dieser ihn, mit einem rechten Schwinger, zu Boden schickte. Unter den israelischen Anhängern kochten die Emotionen hoch, als der Spieler daraufhin vorzeitig zum Duschen geschickt wurde.  Für die israelischen Spieler war dies eine Initalzündung und samt Keeper stürmte man die spanische Hälfte. Das berühmte spanische Kurzpaßspiel endete schon im Ansatz, weil der spanische Spieler einfach, samt Ball, Richtung eigenes Tor getragen wurde. Kurz vor Schluß erzielten die Spanier den Anschlußtreffer und man mußte nochmal zittern. Dann war Schluß und Israel Weltmeister.

Danach brachen dann so ziemlich alle Dämme, nicht nur in Israel, auch bei der UNO und anderen „israelkritischen NGO’s“. „Bisher war alles nur ein Spaß,“ erklärte Ban Ki Moon, „Wir haben ja schon alle Eskapaden der Israelis mitgemacht, aber jetzt ist Schluß und er kündigte ein Ausschlußverfahren gegen Israel an.“ Der Iran erklärte Israel den Krieg und erntete daraufhin ein höhnisches Gelächter aus Jerusalem und Ramallah. Während der Westen sich von Israel abwandte, „da können wir jetzt nicht mehr tun, wir haben so oft vor einem Erfolg gewarnt“ (Frank Walter Steinmeier), „Israel hat sein wahres Gesicht gezeigt und aus dem Holocaust nichts, absolut nichts gelernt.“ (Gordon Brown), „Ich werde nächste Woche in die Autonomiegebiete reisen und mich für Israel entschuldigen.“ (Hillary Clinton), schlug die Stunde für Netanyahu. Mahmoud Abbas erklärte auf Druck der Straße, „Wir scheißen auf die Zweistaatenlösung. Ich habe mich vorhin mit Bibi unterhalten und ihm zum Sieg der Weltmeisterschaft gratuliert. Dabei habe ich anklingen lassen, wie schön doch die Zeiten nach 1967 waren und man diese Zeit doch mal wiederholen könnte. Kurz und gut, wir haben beschlossen uns aufzulösen und streben eine Fusion mit Israel an, schließlich wird man nur einmal im Leben Weltmeister. Bibi hat mir schon den Posten eines Sportministers in Aussicht gestellt.“

Und während man in der Welt schon Petitionen gegen Israel verfasste, plante man in Jerusalem die erfolgreiche Verteidigung der Weltmeisterschaft und stellte die Weichen für das Unternehmen Europameisterschaft, schließlich verscherzte sich Israel die Sympathien täglich, allein schon durch seine Anwesenheit. Aber die Welt im Sport zu schlagen ist die größte Genugtuung. Lieber Sieger als Verlierer, da setzt man auf Sympathien einen großen Haufen.

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3 Gedanken zu “Als sich Israel alle Sympathien verscherzte

    • Nichts zu danken. Ich bin schon Fußballfan und hätte eine diebische Freude an so einem Szenario. Da würde so manche kritischen Begleiter des kleinen Landes vor Wut in den Teppich beissen.

  1. Pingback: Stoff für’s Hirn! « abseits vom mainstream – heplev

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