Skip to content

Couchpotato

Juni 1, 2009

Couchsurfing ist eine geile Sache. Man meldet sich an, füllt sein Profil aus und lernt so nette Leute kennen, vorausgesetzt, man bietet eine Couch zur Übernachtung an. Ist man auf Reisen, so kann man für wenig Geld -umsonst- bei netten Leuten übernachten. Hat man Glück, nächtigt man bei Bill Gates auf dem Sofa, hat man Pech, ist es ein Schafstall im hintersten Moldawien, den man mit Schaf und Hütehund teilt.  Mittlerweile hat man über eine Millionen Mitglieder, vom hintersten Winkel der Mongolai, über den Himalya bis Greenwich Village. Selbst auf Borneo trifft man einen Eingeborenen mit Notebook und Wireless Lan, kann also auch prima seine Mails checken.

Bis vor kurzem gab es auch einen Kontakt in Pjöngjang, aber den gibt es nicht mehr. Entweder war es der Moppelkim, der auf der Suche nach jungen westlichen Mädels war, oder man hat den Betreffenden zur Grasernte in die Provinz Chagang-do eingeladen. Da ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, habe ich natürlich auch nachgeschaut, wo man im Nahen- und Mittleren Osten Station machen kann und war nicht wenig überrascht, dass man auch in Gaza und Westbank eine Couch finden kann. Was mich allerdings dann doch überrascht hat, das war die große Zahl von Europäern und Amerikanern die ihr Domizil dort aufgeschlagen haben.

Molly, beispielsweise, ist sowohl in Nablus, als auch in Denver beheimatet und man sieht sie auf einem Photo, wie sie die Besatzungsmauer verschönert. Molly gehört offensichtlich zu der Sorte Mensch die glauben, wenn man Gutes tut, kommt auch nur Gutes zurück:

I teach classes in the refugee camps (including yoga at the women’s center) and also run a youth leadership program called the Al-Rouwad Initiative (website coming soon). The program teaches teens and university students to be creative, critically thinking, non-violent, global citizens. Its pretty much the best job ever.

Gut, das mag klappen, kann aber auch in’s Auge gehen, denn wenn sich Palästinenser zu kritisch ihrer Regierung gegenüber präsentieren, dann wandern die mal schnell in’s Gefängnis.

Im Gaza findet man keine Europäer, dafür bequeme Sofas. Sollte man auch nicht über genügend Geld verfügen, so gibt es immer noch die Möglichkeit live und vor Ort zu sein und darüber man kann darüber berichten, wie schlecht es im Gaza ist, dank der israelischen Auslöschungspolitik.

Was mir noch auffiel, einige Couchsurfer aus dem Iran sind Mitglied der Gruppe „Peace in the Middle East,“ ob sie sich auch der Initiative „Stop the Bomb“ anschließen würden sehe ich eher skeptisch. Und so wird eine an sich gute Idee mit Sicherheit politisiert werden.

Advertisements
2 Kommentare leave one →
  1. lalibertine permalink
    Juni 2, 2009 9:25 pm

    „Im Gaza findet man keine Europäer, dafür bequeme Sofas.“

    Was es im „größten KZ der Welt“ so alles gibt!

    • taylor1944 permalink
      Juni 2, 2009 9:31 pm

      Stimmt, aber zur Ehrenrettung muß ich sagen, dass sich einer von den Teilnehmern im Innenhof hat ablichten lassen. Zusammen mit seinen Freunden…..also der Innenhof sieht schon schirch aus. Hat mich so an Moers aus meiner Kinderzeit erinnert, wenn wir meinen Großonkel und seine Mischpoche besucht haben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: