Rukhnamaday

Wenn morgen ein neuer Bundespräsi gewählt wird und Peter Sodala danach ein Schnäpschen zu seinem Pils trinken kann, um seinen Frust runterzuspülen, Telegehirn 60 Jahre Bunte Republik Deutschland feiert und alle anderen Bundesbürger in Berlin ein Fass aufmachen, wird der Taylor einen Tag der Ruhe und Besinnung begehen.

Ich werde mir morgen ein Meisterwerk der Erbauung zu Gemüte führen und danach wahrscheinlich der Fall im Spital sein, der einen Muskelkater des Zwerchfells sein Eigen nennt. Denn ich habe beschlossen, morgen lese ich die Rukhnama. Jawoll!

Rukhnama kennen Sie nicht? Kannte ich auch nicht, bis mir Lizaswelt einen Link zur Titanic schickte. Der Brief an EHG ist nichts gegen die Humorkritik und den Artikel Turkmenbashi der Große. Was klingt wie eine Satire hat einen ernsten Hintergrund. Saparmyrat Nyýazow, der durch Wahlfälschung zum Präsidenten Turkmenistans wurde, schrieb in einem Anfall von Wahn ein Buch über die Geschichte der Turkmenen und garnierte das Buch dann mit allerlei Sinnsprüchen, z.B. das es gut ist, wenn die Turkmenen arm bleiben, da zuviel Reichtum nur verdirbt. Dann machte er das Buch zur Pflichlektüre für alle Turkmenen und schaffte, aus tätiger Nächstenliebe, die ergaunerte Kohle auf ein Konto in’s Ausland. Wahrscheinlich war die Deutsche Bank Nutznießerin, weigert sich aber darüber Auskunft zu geben.

Der Westentaschendiktator, der vom Westen eher belächelt wurde, von den Turkmenen aber gefürchtet zeigt, dass die Heuchelei westlicher Demokratien manchmal recht seltsame Blüten treibt. Da Turkmenistan über reiche Bodenschätze verfügt und somit die Begehrlichkeiten westlicher Firmen weckte, übersetzten Siemens und Daimler Chrysler den Schmöker in’s Deutsche und die Firma Bouygues in’s französische. Pünktlich wurde das dann zum Geburtstag des „großen Vaters“ veröffentlicht und ist Online abrufbar. Hätte man eigentlich nicht machen müssen, da Saparmyrat eh einen Faible für deutsche Luxuskarossen hatte und deutsches Hightech sehr schätzte, aber zu Tränen gerührt war und sofort noch einen Mercedes bestellte. Nach seinem plötzlichen Tod war man auch sehr traurig und bedauerte das Ableben eines guten Kunden.

Seine Hinterlassenschaft ist auch noch Heute Pflichlektüre, da aber sein Nachfolger auf dem besten Weg ist sein eigenes Reich aufzubauen, dürfte es nicht mehr lange dauern, bis die Rukhana verschwindet und ein neues Buch, mit noch epochaleren Geschichten auf den Markt kommt und von deutschen Firmen übersetzt wird. Und vielleicht kommt dann die Geschichte, das die Turkmenen nicht von Noah abstammen, sondern eigentlich das auserwählte Volk sind, statt der Israeliten. Und Moses eigentlich ein Turkmene war, der zusammen mit seinem Volk von G“tt vor Djingis Khan errettet wurde und 40 Jahre durch die Wüste Gobi, dann Vorderasien, zurück durch die Mongolai zog und auf dem Altai die zehn Gebote der Turkemen erhielt, bevor er auf dem Kopet-Dag die Grätsche machte.

Wenn Sie also keinen Bock auf Feiern, Präsiwahl und Buli haben, dann sei Ihnen die Lektüre des Turkmenbashi an’s Herz gelegt. Dagegen sind die ganzen Verschwörungsdödel lahme Luschen.

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7 Gedanken zu “Rukhnamaday

  1. Ich erinnere mich mit Grausen daran, wie ich einmal aus Jux und Dollerei versucht habe mich in die Juche-Ideologie des ebenfalls großen Vaters Kim Il Sung einzulesen.

    Der Typ hatte echt zu allem was zu sagen:

    „Selbstverständlich müssen wir die guten Erfahrungen beim Aufbau des Sozialismus studieren, aber ist es denn notwendig, das Inhaltsverzeichnis von Broschüren an den Schluß zu stellen, wie es im Ausland geschieht? Das entspricht nicht dem Geschmack der Koreaner. In unseren Büchern muß sich das Inhaltsverzeichnis unbedingt am Anfang befinden!“

    Falls Dir langweilig wird: http://www.kdvr.de/start/start.html

  2. Au Geil!

    Ich liebe diese tiefschürfenden philosophischen Erkenntnisse. :-))
    Nachdem ich den Ruh Gün schon mit der Berieselung der Rukhnama genossen habe und jetzt endlich weiß, dass Wasser aus einem Brunnen besser schmeckt als aus der Flasche, also quasi zum Turkmenen wurde, werde ich dann Kim Il Sung lesen.
    Danach werde ich dann das Kaff, in dem ich lebe, einfach übernehmen und zur Autonomen Republik Friesdorf machen. (Sollte schon mal üben ein philosphisches Werk zu schreiben)

    Wenn Du magst, ich suche noch „Mitdikatoren,“ biete aber nicht, wie Kim Yong Il, die komplette James Bond DVD Kollection auf.

  3. „Wenn Du magst, ich suche noch “Mitdikatoren,” “
    Super Sache, ich bring meinen Chemiebaukasten mit. Wenn Du noch irgendwo Plutonium besorgst, dann machen wir bald unseren ersten Atomtest!

    Nuklearwaffen sind einfach ein „Must-Have“ für den Diktator von heute.

    • Nuklearwaffen sind einfach ein “Must-Have” für den Diktator von heute.

      Stimmt, ohne geht ja mal gar nicht. Wie sähe das auch aus, Diktatoren ohne Zentrifugen und Atomwaffe. Wir jagen dann natürlich den Kottenforst in die Luft testen unsere Atomwaffe, hat den Vorteil, dass direkt daneben ein Bunker ist.

      Super Sache, ich bring meinen Chemiebaukasten mit. Wenn Du noch irgendwo Plutonium besorgst, dann machen wir bald unseren ersten Atomtest!

      Entweder treffe ich mich auf irgendeinem abgeranzten Bahnhofsklo mit Plutonium Dealern aus Usbekistan, oder ich erpresse meinen Nachbarn. So oft wie der im Keller werkelt, baut der bestimmt an einer Mininuke, das ist schon auffallend.

      Notiz an mich: Telephonat mit Karatschi führen, verkaufen meiner Uhren- und Münzsammlung -könnte man bei E-Bay einstellen-, Citroen auf dem Schwarzmarkt von Accra verhökern, damit genügend Geld für Plutonium da ist. Komplette DVD Sammlung meiner französischen Filme an Filmliebhaber meistbietend versteigern und Comicsammlung auflösen. Waschmaschine ausschlachten für Zentrifuge.

      Tip an mich: Wenn man anfängt im Dunkeln zu leuchten, dann ist das Zeug ok, könnte aber auch Tritium H3 sein.

    • Dann steht der Karriere nichts mehr im Weg. Wir sollten aber, nach der Weltherrschaft und der erbeuteten Kohle, stilvoll abdanken und dann in’s Exil in die Karibik gehen. Die Bermudas und Bahamas sind recht hübsch, auf Puerto Rico gibt’s lecker Braten und Pinha Colada bis zur Gesichtslähmung, oder nach Curacao.

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