Geistig Frei

Nachdem Lizas Welt einen Gastbeitrag von Caspar Schmitt veröffentlichte, kam der große Gegenschlag.

Besonders lustig fand ich dabei den Onlineartikel eines Guido Neumann, der nicht „Eigentümlich Frei,“ sondern schon „geistig befreit“ daher kommt. Ich weiß ja nicht wer dieser Neumann ist, aber offensichtlich hat er zu viel Bücher beim Kopp Verlag bestellt und ausgiebig mal die Verschwörungsfuzzies gelesen, anders läßt sich sein geistig befreites Elaborat nicht erklären.

Er stand beim Abtransport der von ihm Denunzierten immer gerne versteckt hinter einer Ecke. Leicht erschaudert ob seiner Macht sah er zu. Er hatte heute Morgen anonym den Häschern des Systems den Tipp gegeben. Schuldig fühlte er sich nicht. Eher so, als ob er wieder ein gutes Werk getan hatte. Leuten wie ihm war es in seinen Augen zu verdanken, dass das Land „sauber“ wurde.

Wenn ich sowas lese, dann frage ich mich immer, wie dumm muß man eigentlich sein, um so einen Schmarrn zu schreiben? Bevor Herr Neumann mit Schaum vor dem Mund wie ein angestochenes Hörnchen zur Tastatur greift hätte er sich vielleicht mal besser mit dem Text auseinandergesetzt.  Aber es gibt bei EF anscheinend Leute die Kritik als Verschwörung begreifen und dann ganz tief in die „Nazikiste“ greifen.

Unter Hitler, Mao und Stalin hatten Denunzianten wie er ihre ganz große Zeit. Unter dem Banner der Politischen Korrektheit und des modernen „Anti-“ Faschismus ist er nun auferstanden. Im Internetzeitalter denunziert man gerne doppelt anonymisiert, zum Beispiel indem man seine Homepage hinter dem Namen eines französischen Fußballers versteckt und dann zusätzlich auf dieser Seite Artikel unter Phantasienamen publiziert.

Richtig Herr Neumann. Als Politkommissar hätten Sie eine große Karriere gemacht und sofort beim Zentralrat angerufen, „Herr Lehrer, ich weiß was! Im Keller brennt Licht, aber ich habe es ausgemacht!“ Lustig dabei finde ich, dass angebliche „Libertäre,“ denn das möchten Sie ja schließlich sein andere Personen versuchen in eine autoritäre Nähe zu rücken.  Dabei ist doch angeblich der Grundtenor der Libertären, „leben und leben lassen.“ Warum also so verbittert?

Am Ostersonntag war es mal wieder soweit, der Denunziant hatte Langeweile. Diesmal wurde der Börsenexperte Michael Mross zum Abschuss freigegeben. Einer wie Mross hat schließlich etwas zu verlieren, arbeitet er doch unter anderem, wie der Denunziant einführend zu berichten weiß, für den Nachrichtensender N24, den Wirtschaftssender CNBC sowie für Focus-Online.

Ja ja, die große Verschwörung. Der dunkle Unbekannte, dem aus Langeweile nichts besseres einfällt und mal eben den Börsenguru, wenn nicht hinterrücks, dann schon Medial ermordet. Ich finde es schon niedlich, wenn sich jemand hinstellt und im Brustton der Überzeugung bekennt, dass jemand, der im Fernsehen auftritt unbedingt sakrosankt sein muß und derjenige der Kritik übt, wie Brutus und die Verschwörer einen Dolch unter der Toga trägt. Das es auch im Fernsehen Birnen gibt, ist nichts unbekanntes für jeden der sich einigermaßen auskennt. Nun mag der Herr Neumann nicht obrigkeitshörig sein, dafür ist er Medienhörig.

Heute  verrät der Denunziant nicht die jüdische Urgroßmutter oder die antiproletarische Gesinnung des Opfers, sondern man wittert – vor dem geschichtlichen Hintergrund an Perfidie kaum zu überbieten – dessen „Antisemitismus“. Und wenn der ostersonntäglich so gelangweilte Denunziant konkret in den Texten seines Opfers nichts wirklich Denunzierbares findet, dann erfindet er eben. Etwa eine Wunderwaffe wie den „strukturellen Antisemitismus“ (die geschichtlichen Vorbilder, etwa die „antiproletarische Gesinnung“ waren ähnlich vielseitig und auch auf jeden anwendbar): „Der Begriff Hochfinanz“, erfahren wir beim „Exfußballer“, gilt nämlich „als eine Chiffre für das verjudete Finanzkapital“ – und geht folglich gar nicht.

Hat man schon vom Störtebecker, Altermedia und Junge Welt bei Ihnen angefragt, ob Sie nicht den nächsten Gastkommentar schreiben? Bei Altermedia dürften schon die Taschentücher naßgeweint sein, denn so ein Herzerweichendes Geseier haben die lange nicht mehr gelesen. Und die mutmaßen hinter Lizas Welt einen jüdischen Propagandablog der wahrscheinlich vom Mossad und dem ZdJ eingerichtet wurde um Leute wie Sie, mein lieber Herr Neumann, bist zum letzten Cent auszupressen. Schließlich ist das unsere Bestimmung den anständigen Bürger zu Fall zu bringen. Danach hetzen wir unsere Anwälte los und wenn wir die Prozesse gewinnen, dann kaufen wir in Kiel Atom U-Boote. So schaut’s aus.

Wer Hochfinanz sagt will Juden vernichten – mit einer solch feinen „Methode“ kriegt man jeden. Dumm, wenn der so leicht Denunzierte auf seiner im Unterschied zum Denunzianten namentlich gezeichneten Homepage auch noch (ebenfalls im Unterschied zum Denunzianten) Leserkommentare zulässt. Dabei findet der Osterdenunziant heute immer ein paar Eier in Form von Leserkommentaren, die seinen hinterhältigen Angriff vermeintlich rechtfertigen. Dass solche Spinnerposts heute auch zu Tausenden auf Seiten wie welt.de oder spiegel.de zu finden sind, verbirgt der Denunziant dezent wie sein Antlitz.

Wer lesen kann, ist taktisch ganz klar im Vorteil, wenn er es denn auch versteht. Wenn ein Autor antisemitische Kommentare nicht entfernt, oder sich dagegen stellt, dann steht zu vermuten, dass er diese Einschätzung teilt, oder sich zu Eigen macht. Nur hat Caspar Schmitt nicht behauptet das der Autor ein Antisemit ist, sondern angemerkt, dass der Autor offensichtlich kein Problem mit der Meinung einiger Kommentatoren hat. Meine Oma pflegte immer zu sagen, „wenn ich mich mit Schweinen suhle, muß ich mich nicht wundern, wenn andere mich für ein Schwein halten.“

Glück im Unglück: Noch wird der Denunzierte nicht bereits wieder von der Geheimpolizei abgeholt. Aber es geht dem Denunzianten schon um weit mehr als nur um Rufschädigung. Damit das deutlich wird, schreibt er es – beinahe „ganz offen“ – wie folgt: „Möglicherweise sind die Redaktionen der Sender und Online-Portale nicht im Bilde darüber, welche Ansichten Mross verbreitet [strukturell antisemitische nämlich]. Es ist jedenfalls kaum vorstellbar, dass diese Ansichten mit dem Image eines seriösen Börsenexperten, der glaubhaft von der Frankfurter Börse zu berichten weiß, zu vereinbaren sind.“

Kann es sein, dass Sie einer autoritären Ordnung hinterher weinen? Einer Zeit als die Welt noch in Ordnung war? Der Kritiker dahin kam, wo er Ihrer Meinung nach hingehörte, nach Bautzen, Moskau, Sibirien, oder Oranienburg? Oder leiden Sie an einem Verlust der Realität, dann würde ich Ihnen mal eine psychotherapeutische Praxis empfehlen. So ganz scheint was nicht zu stimmen und ihre Phantasien finde ich, ehrlich gesagt, leicht irritierend. Der Artikel wird Ihrem Börsenguru wohl kaum schaden und die Sender, für die er tätig ist, werden ihn wohl kaum öffentlich hinrichten. Und selbst wenn er nicht mehr in den Medien präsent ist, wen interessiert das? Ich kannte den bis Dato nicht mal. Er kann ja dann in irgendeiner Show für B- und C-Promis auftreten.

Der in solchen Fällen stets dazugehörende empörte Brief an die betreffenden Chefredakteure und Verleger mit Kopie an den Zentralrat und andere Zeugen ist begleitend ganz sicher längst unterwegs. Der Wahnsinn hat durchaus Methode. Absender: ein mutiger Bürger im aufrechten Kampf gegen rechts.

Spätestens jetzt weiß ich, das Sie nur ein rechter Spinner sind, der sich gern freiheitlich generiert.  Liza hat es, im Gegensatz zu Ihnen, nicht nötig irgendwelche Briefe zu schreiben. Sie sind einfach nur eine arme Wurst, sonst nichts.

In ein paar Tagen wird auf „Lizas Welt“ dann stolz verkündet werden: „Der überführte Antisemit Mross wurde von seinen Arbeitgebern N24, CNBC und Focus-Online nach unseren Hinweisen fristlos entlassen.“ Und dann beginnt die Eiersuche von vorne.

Richtig. Davon leben wir. Leider hat sich Lizas Welt den Falschen ausgesucht und müßte sich Ihrer annehmen. Sie sind der richtige Kandidat dafür

Wir glauben, dass feige faschistoide Denunzianten mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen sind.

Deshalb bitten wir unsere Leser, sich an die geschätzten liberalen Kollegen von der „Achse des Guten“ zu wenden und diese auf die (deutlich auf berufliche Vernichtung zielenden) Machenschaften der von ihnen immer wieder gerne verlinkten Website „Lizas Welt“ hinzuweisen.

Zweitens bitten wir unsere Leser um aufklärende Hinweise auf den oder die Betreiber und Autoren, die sich hinter „Lizas Welt“ verbergen.

„Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant!“ Herzlichen Glückwunsch Herr Neumann, mit dem Absatz haben Sie sich selbst übertroffen. Sie bezeichnen jemanden als Denunzianten. Beklagen das Ende der Freiheit und weinen einem das Betttuch naß, dass man Ihren Guru kritisiert hat und rufen dann im Schlußsatz dazu auf, dass man den Kopf des Kritikers bringen möge. Loben Sie jetzt auch noch ein Kopfgeld aus? Oder sind Ihnen die Preise für die Elaborate des Kopp-Verlages zu teuer. Sie sind mit Abstand der größte Trottel der selbst zu dumm ist seinen eigenen Artikel zu begreifen. Das ist schon eine reife Meisterleistung für die EF und kann auf Autoren wie Sie wahrlich stolz sein.

Hinzu kommen noch die Kommentatoren die Ihnen an Intellekt in nichts nachstehen. Wer solche Leuchten des Libertarismus sein Eigen nennt der sollte sein politisches Konzept vielleicht mal hinterfragen. Obwohl, ich bin ganz froh, wenn sowas die Politik eines Landes bestimmen sollte, dann würde ich freiwillig mit einem Ruderboot über den Atlantik rudern.

Update: Da war die arische Herrenrasse ja mal richtig fix und hat sich begierig auf den Herrn Neumann gestürzt. Ich hol dann schon mal das Popcorn und die Chips, das wird bestimmt richtig lustig wenn er jetzt wie ein Besenkter versucht die Dinge richtig zu stellen, oder zurück zu rudern…….wo ist jetzt noch mal die 3D Brille? Das wird ganz großes Kino.

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2 Gedanken zu “Geistig Frei

  1. eifrei ist einer der Orte im Netz für geistig komplett Befreite. Quasi die „seriöse“ Version von infokrieg und schall und rauch.

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