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Kleinstadtidylle

März 26, 2009

Es ist schon etwas länger her, da stolperte ich, im wahrsten Sinne des Wortes, zusammen mit Betzi über einen „Stolperstein.“ Da ich in einem kleinen Dorf lebe, wunderte ich mich schon, dass ich nie von den ehemaligen Bewohnern gehört habe. Auch im Schulunterricht wurde nie über die Zeit im Nationalsozialismus gesprochen. Bad Godesberg und Bonn existierten bei uns bis 1933, verschwanden über Nacht von der Karte und tauchten plötzlich wieder auf. Dazwischen? Fehlanzeige. Über Bonn erfuhren wir von den Bombenangriffen und dass das Beethovenhaus dabei getroffen wurde und ein amerikanischer Major nach der Besetzung Bonns darüber so erschüttert war, dass er Geld zum Wiederaufbau gesammelt hat. Quasi ein Täter mit Reuegefühl.

Über Bad Godesberg rühmte man die Befreiuung die durch tapfere Godesberger Bürger ermöglicht wurde. So wurde Bad Godesberg der totalen Auslöschung durch die „Amis“ entrissen. Dabei hatten die Amerikaner gar nicht vor Bad Godesberg zu erobern, es lag halt „einfach auf dem Weg“ wie mir mal einer der Veteranen erzählte, die damals die Brücke von Remagen eroberten. Eigentlich, so erklärte er mir, wollte man die restlichen Einheiten von Meckenheim aus über den Rhein setzen, während die nachrückenden Einheiten Rheinabwärts vorstoßen sollten. Bad Godesberg war also so was wie ein „Abfallprodukt.“

Und natürlich wurde auch über das Treffen zwischen Hitler und Chamberlain gesprochen die sich damals in Bad Godesberg trafen und das Schicksal des Sudetenlandes besiegelten. Über Heinrich Alef z.B. und seine Rolle wurde gar nicht gesprochen, der Mann nicht mal erwähnt. Dabei war er Bürgermeister von 1933 bis 1945. Einmal hat man mal darüber gesprochen, das war es dann aber auch. Ansonsten erfuhr man nur aus den Heimatblättern, oder aus dem Generalanzeiger ein bisschen was. Das jüdische Bad Godesberg und Bonn gab es nicht, bis auf das Denkmal zur ehemaligen Bonner Synagoge. Dabei hatte Godesberg eine, für seine Verhältnisse, große jüdische Gemeinde – 1925 lebten 140 Bürger jüdischen Glaubens in Bad Godesberg- und Mitglieder der Bonner Gemeinde waren als Professoren an der Bonner Universität und am Bonner Gericht tätig.

Eine Anfrage von mir, die ich damals gestellt hatte um mehr über die jüdische Geschichte zu erfahren, wurde erst gar nicht beantwortet. Dabei kann man, wenn man durch Bad Godesberg geht noch die Spuren finden, der alte jüdische Friedhof am Fuß der Godesburg, Burgfriedhof, die ehemalige Synagoge in Mehlem. Warum so ein Geheimnis gemacht wird war mir nie so ganz klar, aber Godesberg ist keine Ausnahme, offensichtlich gefiel man sich nach dem Krieg in der Glorifizierung und Klitterung der eigenen Geschichte und dankenswerter Weise hat die Bonner Geschichtswerkstatt die Geschichte aufgearbeitet und schreibt z.B. über ein Ermittlungsverfahren in der Nachkriegszeit, als man den Tod des Metzgermeisters Josef Levy untersuchen wollte:

Offiziell wurde jedoch von Selbstmord gesprochen, polizeiliche Untersuchungen der Nachkriegszeit stießen innerhalb der Dorfgemeinschaft auf eine Mauer des Schweigens.

Das wundert mich nicht. Mein Vater kam 1956 nach Bad Godesberg da sein Onkel hier als Maurer tätig war -eigentlich wollte mein Vater bei seinem Onkel in Kreuzberg bleiben, da es aber keine Möglichkeit gab, wäre er gerne zu seinem Onkel nach Essen gefahren- und erzählte mir später das zwar Bad Godesberg die ganzen Botschaften beherbergte und auch viele Beamten, Diplomaten, sowie Aussiedler, aber immer noch an ein Dorf aus dem Mittelalter erinnerte. Hier lief man noch an einem Feiertag mit Kapuzen durch die Straßen und mein Vater dachte, als er das sah, er würde einer Veranstaltung des Ku Klux Klan beiwohnen. Zeit seines Lebens wollte er weg hier und ich war eigentlich auch ganz froh, als ich in die große weite Welt kam.

Die Stadt war stinkkatholisch und eine unsichtbare Grenze trennte Katholen und Evangelen -die im übrigen weniger waren als die jüdischen Mitbürger-, man wählte Zentrum und nach dem Krieg CDU. Und Antisemitismus gab es natürlich nicht, wie offenbar überall wo man streng katholisch war und Zentrum wählte. Die Bonner Geschichtswerkstatt hat sich dann die Mühe gemacht und die Geschichte zwischen 1933-1945 aufgearbeitet und den Menschen zwar kein Gesicht, aber einen Namen gegeben. Da bleibt nichts mehr von einem „liberalen Bild“ das man uns in der Schule vermitteln wollte. Der Bürgermeister Heinrich Alef war schon 1930 Mitglied der NSDAP und ein überzeugter Nationalsozialist. Natürlich stimmt es, dass Alef, nachdem sein Vorgänger Josef Zander (Zentrumspartei) abgesetzt wurde, in Abwesenheit der SPD und KPD zum Bürgermeister bestellt wurde. Aber knapp zwei Wochen waren Godesberger Bürger ganz vorn dabei, als am 01. April 1933 der Boycott jüdischer Geschäfte begann.

Schon am 1. April 1933 kam es in Bad Godesberg zur ersten reichsweit organisierten Boykott-Aktion gegen jüdische Geschäfte. Außer einer kurzen Zeitungsmeldung ist über den Ablauf dieser als „Protestmaßnahme gegen die internationale jüdische Greuelpropaganda“ bezeichneten „Aktion“ nichts bekannt.


Wohl gemerkt, der braune Mob wurde nicht angekarrt, sondern bestand aus honorigen Bürgern die vorher ohne Probleme mit den Godesberger Juden zusammen gelebt haben. Leute die sich bei Josef Levy getroffen, oder bei Wilhelm Weil Schuhe gekauft haben. Auch wenn es in Bad Godesberg vergleichsweise ruhig lief, die Antijüdische Politik konnte auch hier ungehindert umgesetzt werden. Zurück zu Josef Levy schreibt die Bonner Geschichtswerkstatt

Der erste gewaltsame Tod eines Godesberger Juden ereignete sich bereits im Sommer 1935. Josef Levy (*13.12.83), ein alteingesessener Mehlemer Metzgermeister und hochdekorierter Kriegsveteran, soll angesichts der in den Ringsdorff-Werken aushängenden Transparenten mit Parolen zum Boykott jüdischer Geschäfte öffentlich geäußert haben, wenn diese Propaganda nicht entfernt würde, wolle er seine Freunde in den Niederlanden auffordern, dafür zu sorgen, dass dort keine Ringsdorff-Produkte mehr gekauft würden. Daraufhin rottete sich am Nachmittag des 18. Juni 1935 vor seinem Geschäft in der Meckenheimer Straße ein größerer Trupp SA-Männer zusammen, der schließlich gewaltsam in das Haus eindrang.

Zwei Jahre vorher bemühten sich die Unternehmen ihren ausländischen Geschäftspartnern zu versichern, dass man nicht gegen die Juden vorgehen würde und es keine Judenverfolgung gibt, sondern die Maßnahmen der Regierung gegen bolschewistische Umtriebe gerichtet sind, um sich, wie der Fall Levy zeigt, fröhlich am Boycott zu beteiligen.

Bad Godesberg hat sich zwar im Laufe der Jahrzehnte dahin gehend gewandelt was die Einwohnerstruktur betrifft und es ist schon recht schwierig einen „echten Godesberger“ zu finden, also jemanden dessen Wurzeln über mehrere Generationen in Bad Godesberg zurück reichen, aber die Zeit von 33-45 scheint immer noch ein Tabu zu sein. Das verwundert umsomehr, wenn man sich Bad Godesberg anschaut. 71.363 Menschen leben hier. Unterschiedliche Herkunftsländer und unterschiedliche Religionen. Hier findet man auf 200 Meter wahrscheinlich mehr türkische Händler und Dönerbuden als irgendwo anders. Es wäre also an der Zeit, wenn sich der Stadtrat aufmachen würde und sich seiner Geschichte stärker stellt, statt sich an das Kriegsende, oder die Belagerung zu erinnern, wäre eine Dauerausstellung angebracht.

Damit macht man das Unrecht nicht ungeschehen, es würde auch nicht um eine Versöhnung gehen -wie sollte das auch möglich sein-, aber wenn man schon das Image einer weltoffenen Stadt verbreitet, dann sollte man auch kritisch über seine Vergangenheit sprechen können. Stadtgeschichte beginnt nämlich nicht mit den Franken und endet mit Bauchpinseln, um dann nach dem Krieg wieder einzusetzen, es gibt auch eine Zeit dazwischen.

Über die jüdische Geschichte in Bad Godesberg.

Geschichte der Bonner Kommunisten

Über die jüdische Geschichte Beuel


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10 Kommentare leave one →
  1. Josef Roth permalink
    Juli 12, 2009 11:49 am

    Ich bin durch Zufall hier auf diese Seite gelangt, als ich mal wieder nach Material über meinen Großvater Joseph Roth(1896-1945, Märtyrer der kirche) suchte.
    Ja jaa, ich kenne das mit der so schönen verschwiegenen Gemeinschaft der Bürger. Mein Großvater war damals Vorsitzender des Godesberger Zentrums gewesen, als Hitler an die Macht kam und sein politischer Gegner Alef erst Bürgermeister wurde und dann aktiv dabei half, das Leben meines Großvaters zu zerstören. Ich bin gerade mit der Biographie über meinen Großvater nach 9 Jahren Arbeit (nebenbei) fertig geworden. Das schöne Döfchen Friesdorf (Stadtteil von Godesberg, heute alles Bonn) versuchte nach dem Krieg, zu vergessen, was mit meinem Großvater geschehen ist. Gottlob hat aber sein ehemaliger Stellvertreter und nach dem Krieg Bürgermeister von Godesberg, H.Hopmann, dafür gesorgt, dass eine bleibende Erinnerung (die Straße „joseph-Roth-Strasse“ in Friesdorf) den Bürgern doch bis heute geblieben ist. Auch ein Stolperstein ist nun dort vor seinem ehemaligen Wohn- und Sterbehaus!
    Ein klasse Bericht hier.
    Liebe Grüße, Josef Roth.

    • taylor1944 permalink
      Juli 12, 2009 7:53 pm

      Sehr geehrter Herr Roth,

      vielen Dank für Ihren Kommentar, besonders dafür, dass jemand aus Joseph Roths Familie antwortet.
      Ihrem Großvater wurde damals sehr übel mitgespielt und der „saubere Herr Alef“ war die treibende Kraft. Die Ernennung Alefs erinnerte ja schon an einen Putsch im kleinen Rahmen.
      Ich bin in Plittersdorf geboren und zog mit meinen Eltern Anfang der 70er nach Friesdorf. Nach der Schule zog ich in die „große weite Welt“ (nach Münster) und lebe seit 7 Jahren wieder in Friesdorf.
      Ich kann mich noch erinnern, dass man bezüglich Ihres Großvaters in Friesdorf auf ein standhaftes Schweigen stieß, wenn man auf das Straßenschild hinwies. Dabei hatte er in Friesdorf als Lehrer eine große Reputation und wurde von den Leuten, die über ihn redeten, als freundlicher und hilfsbereiter Mann geschildert. Vor allem war er von Beginn an ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus und hatte des öfteren Ärger -nicht nur im Dorf-. Der ehemalige Rektor der Grund- und Hauptschule Annaberger Str. war ein sehr reger Forscher der Heimatgeschichte und von ihm habe ich dann über Ihren Großvater etwas mehr erfahren, obwohl er sich eher mit der Heimat- weniger mit der Personengeschichte beschäftigt hatte. Aber da man halt hier in Friesdorf wirklich fast jeden kannte, kam man zwangsläufig dazu den Rektor zu befragen. Allerdings war sein Schluß, dass Ihr Großvater auf Grund seiner Herkunft auf Ablehnung stieß im Nachhinein eher etwas seltsam. Gut, es waren nur wenige die offen über die Geschichte geredet haben, aber die äußerten sich positiv. Beim Rest herrschte Schweigen. Man wollte die Geschichte und Geschichten nicht mehr hören und hochkochen, also machte man ein Agreement und der Zuzug nach Godesberg und damit auch in die Dörfer machte das halt einfach. Ich weiß ja noch wie ausgeprägt die „Liebe“ zwischen den Dörfern war. Noch in den 70ern war es nicht gerade entspannt, wenn man sich als Original-Lannesdorfer nach Muffendorf verirrte und, auf Grund der Enge, als solcher erkannt wurde. Noch heute frage ich mich, wie man das erkennen konnte und selbst wenn Heimatforscher sagen, man hätte es am Dialekt unterscheiden können, so muß ich sagen, dass ich das nie erkannt habe -Ok, in meiner Familie sprach man Hochdeutsch und von meines Vaters Seite aus mit Berliner Dialekt-.
      Bezüglich Ihres Großvaters sollte ich mal etwas über Leute wie ihn schreiben. Hatte ich zwar schön öfters vor, aber bisher wenig Zeit und die Stadt Bad Godesberg hat nicht wirklich Interesse daran, wenn man versucht an Informationen zu kommen.

      Auf Ihren Großvater können Sie auf jeden Fall mit Recht stolz sein. Er war ein wirklich bemerkenswerter Mann, leider gab es zu wenige davon.

      Viele Grüße
      Taylor

      • Josef Roth permalink
        September 5, 2011 11:10 am

        Liebe Grüße erst einmal.
        Ich habe mich hier lange nicht mehr aufgehalten 😉 Lieber Taylor, mein Grund dafür, mal wieder hier zu schreiben ist, dass seit letztem Jahr in Dattenfeld die dortige Grundschule nach dem jüngeren Bruder meines Großvaters eine Schule in Erns-Moritz Roth – Schule umbenannt wurde. Ausserdem sind nun Beide, Joseph und Ernst, mit jeweils eigenen Artikeln in Wikipedia zu finden, worauf ich sehr stolz bin.
        LG, Josef

  2. Erhard Schoppert permalink
    Juli 22, 2009 11:06 am

    Bin auf der Suche nach der Tochter (Annemarie? Funke) von Joseph Roth, die ich im vergangenen Jahr in Rheinbach kennenlernte. Kann mir jemand helfen?
    Mit Dank und Gruß
    Erhard Schoppert
    Wachtberg-Villip

  3. Josef Roth permalink
    September 3, 2009 11:15 am

    Sehr geehrter Herr Schoppert.
    Erst jetzt sehe ich, dass hier Antworten auf meinen kleinen Beitrag erschienen!
    Nun, meine Tante heißt Adelheid(Ada) Funke, geb Roth verh mit Dr. Dieter Funke und wohnt in Sankt Augustin, Fährstrasse.

    An Taylor:
    Nun, das „Problem“ mit meinem Großvater hat auch noch andere Ursachen. So war sein Schwiegervater, Georg Paffenholz, ein größerer Bauunternehmer, der viele Häuser in Godesberg und Friesdorf gebaut hat. So war er auch ein recht wohlhabender Mensch. Seine älteste Tochter, Katharina (1900-1979) wurde dann die Ehefrau von meinem Großvater Joseph Roth. Und was noch bemerkenswert wäre ist, dass Georg Paffenholz Ehefrau selber aus einer wohlhabenden Friesdorfer Familie kam, der Familie Weinreis. Das Kreuz an der Ecke Prinzenstr. und Annabergerstr. ist von einer Vorfahrin gestiftet worden.
    Meinen Großvater findet man nun auch unter Wikipedia (Joseph Roth (Politiker)) und eine ausführliche Biographie habe ich schon in der Konrad-Adenauer-Stiftung. Eine weitere werde ich demnächst dem Stadtarchiv Bonn übergeben.
    Viele Grüße, Josef Roth

    • Josef Roth permalink
      August 9, 2010 2:04 pm

      Hallo Taylor.
      Da bin ich mal wieder 😉 Wollte nur mal kurz noch eine weitere Info zu meiner Familie hier hinterlassen.
      Der jüngere Bruder von meinem Großvater Joseph Roth(1896-1945), Ernst-Moritz Roth(1902-1945), wirkte als Pfarrvikar in Dattenfeld für knapp 2 1/2 Jahre und musste 1936 den Ort auf Druck seiner geitlichen Vorgesetzten den Ort verlassen, da er sich mit den Nazis dort schwer angelegt hatte und es geschafft hatte, dass fast das ganze Dorf hinter ihm stehend sich ebenfalls gegen die Nazis wehrte.
      Nun, nach so langer Zeit hat, da man ihn bis HEUTE im Ort nicht vergessen hat (er liegt dort auch als Bombenopfer begraben), hat man die dortige Grundschule nach ihm benannt. So sind beide Brüder aus dieser Familie zu späten Ehrungen gekommen weil Beide sich gegen den braunen Strom gestellt hatten.
      Ernst ist zwar kein Märtyrer geworden, weil er nach dem Tot meines Großvaters vor der drohenden verhaftung durch die Gestapo geflohen ist, aber immerhin trägt nun diese Grundschule seit dem 14.06. 2010 seinen Namen.
      Ich hab da noch eine Frage.
      Ernst half einen jüdisch gläubigen Arzt, Kurt Georg Leichtentritt, zur Flucht in die USA nach Manhatten.
      Vielleicht kannst Du mir einen Tipp geben, wie ich dort ihn oder seine Nachkommen aufspühren könnte. Die Gedenkstätte Jadwaschem hielt es nicht einmal für nötig, mir zu antworten.
      Liebe Grüße
      Josef

      • taylor1944 permalink
        Februar 22, 2011 12:34 am

        Hallo Josef,

        sorry, wie ich schon Frau Eybl geschrieben habe, lebe ich nicht mehr in Deustchland und bin nur noch sporadisch in meinem Blog wenn es die Zeit erlaubt.

        Wie ich Frau Eybl schon schrieb wuerde ich es ueber Ancestry versuchen, da sind viele Hinweise und Stannbaeume gespeichert, falls sich die Frage nicht erledigt hat, ansonsten gibt es das Archiv der Stadt Bad Godesberg, ich denke je mehr Leute anfragen, desto eher aendert sich die Meinung.

        Yad Vashem antwortet nicht da es zur Aufgabe gehoert denen zu gedenken die vernichtet wurden. Namen erfaehrt man, wenn man Yad Vashem besucht, was ich im uebrigen jedem empfehlen kann der in Israel ist.

        So lange Leute wie Deine Familie spaet geehrt werden, man sich aber an diese Leute erinnert, bin ich beruhigt. Schlimmer fand ich wenn man versucht hat, diese Leute einfach tot zu schweigen.

        Viele Gruesse
        Taylor

  4. Monika Eybl permalink
    Februar 19, 2011 3:22 pm

    Sehr geehrter Taylor,
    ich habe mit großem Interesse alles von Ihnen gelesen, da ich auf der Suche nach jüdischen Vorfahren aus Mehlem bin und nicht weiß, wo ich ansetzen soll.
    Meine 90jährige Mutter hat mich darum gebeten. Ihre eigene Mutter, eine geborene Flammersheim ist die Schwägerin des Metzgermeisters Josef Levi, der von der SS ermordet wurde. Meine Mutter kann das bestätigen. Er sei in seiner eigenen Räucherkammer erstickt (worden).
    Meine Mutter ist nun auf der Suche nach ihrer Kusine, Katharina (käthchen) Levi, die 1920 geboren wurde. Name der Mutter Eva Levi (geb. Flammersheim), ihr Ehemann, der Bruder von Josef Levi, hieß Herrmann.
    Vielleicht können Sie mir einen Weg aufzeigen , an Informationen über den Verbleib der Angehörigen etwas zu erfahren.
    Ich danke IHnen schon im Voraus.
    Mit besten Grüßen Monika Eybl

    • taylor1944 permalink
      Februar 22, 2011 12:25 am

      Sehr geehrte Frau Eybl,

      da ich nicht mehr in Deutschland lebe freue ich mich doch ueber Nachricht aus dem Rheinland.

      Ich wuerde versuchen, ueber Ancestry http://www.ancestry.de versuchen an mehr Informationen zu kommen. Meines Wissens nach wurden die juedischen Mitbuerger alle deportiert. Allerdings gab es einige die es schafften aus Deutschland auszuwandern.
      Bei dem Namen Levi duerfte es allerdings schwierig sein mehr in Erfahrung zu bringen.

      Ob das Archiv der Stadt Bad Godesberg eine grosse Hilfe ist wage ich allerdings zu bezweifeln , denn man versucht in Bad Godesberg den Mythos einer „heldenhaften“ Stadt aufrecht zu erhalten. Man findet das juedische Godesberg stoerend. Wie ich in meinem Blogpost geschrieben habe, die Zeit in Bad Godesberg lief bis 33 und begann wieder ab der amerikanischen Befreiung. Dazwischen ist einfach ein Vakuum.
      Versuchen kann man es aber im historischen Archiv mehr zu erfahren. Ich wuerde dazu einfach mal im Rathaus -neudeutsch Buergeramt- der Stadt Bad Godesberg nachfragen.

      Mit freundlichen Gruessen
      Taylor

      • Monika Eybl permalink
        Juni 6, 2012 9:00 am

        Hallo Taylor,

        danke für Ihren Hinweis. Ich bin mittlerweile weiter gekommen mit meinen Nachforschungen und habe Kontakt zu Katharina Levi gehabt, die mittlerweile in einem Altenheim im Ruhrgebiet lebt.
        Schöne Grüße aus dem Rheinland
        Monika Eybl

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