Tierheimwuff

Vor ein paar Tagen hatte ich ein interessantes Gespräch mit jemanden der mich fragte, warum man sich ein Tier aus dem Tierheim holen sollte. Eine gute Frage die sich so nicht leicht beantworten läßt und vielleicht fange ich mal ganz in der Vergangenheit an.

In meiner Familie gab es immer Tiere. Ob Guinee Pig, Hamster, Mietzekatzen zur Pflege oder Wuffs. Da mein Vater ein Faible für Pudel hatte, war natürlich der erste Hund ein Pudel mit dem Namen Kelly vom Brunnbauernhof. Da meine Vorfahren aber schon vor 300 Jahren Adelige bevorzugt an Kirchtürmen aufknüpften, wurde der Hund schlicht und ergreifend Cookie getauft.

Cookie war ein brauner Kleinpudel und trotz Erziehung und einem adeligen Stammbaum der bis zu Wilhelm dem Eroberer zurückreichte ein absolutes Miestvieh. Für Cookie gab es im Rudel klare Richtlinien. Oben stand mein Vater, dann kam ich, dann kam schon er, dann kam lange lange nichts und dann erst meine Mutter, während er meinen Bruder für einen Sexsklaven hielt und diesen ausgiebig bestieg, sobald ihm Lust danach war. Das heißt Cookie verlustierte sich an seinem Bein und konnte nur von meinem Vater, oder von mir dazu bewegt werden von seinem Treiben abzulassen. Ratschläge brachten nicht viel und Training auch nicht, denn Cookie empfand es unter seiner Würde dass man seine Rudelposition in Zweifel zog. Cookie fand es auch irgendwie schicklich der Primae Noctem anzuwenden und so mußte jeder Hundebesitzer der sich einen Welpen zugelegt hatte seinen Welpen recht schnell in Sicherheit bringen. Ganz besonders stand er auf kleine wuschelige männliche Welpen. Pädophilie war damals noch ein Fremdwort, aber wenn Sie mich fragen würde ich sagen, ja er war Pädophil, besonders in den letzten Jahren. Außerdem hatte er ein todsicheres Gespür dafür, wie man seine Besitzer in peinliche Situationen bringen konnte. So pinkelte er ungeniert anderen Leuten auf die Schuhe, kackte stolzen Hausbesitzern in den Vorgarten wenn diese gerade die Geranien gossen, flog an einem See in einen Haufen mit Unterwäsche und lieferte sich einen Kampf, während die Besitzerinnen kreischend und schreiend im Wasser standen und sich alles mit den Händen bedeckten.  Und er verführte kleine Wuschelhunde damit diese mit ihm in die Büsche gehen und bestieg diese dann völlig ungeniert.

Zu Cookie gesellte sich dann ein weiterer Pudel mit Namen Blacky der aufzeigte, dass Zuchthunde auch der Euthanasie unterliegen, denn Blacky entsprach nicht den Rasseregeln der „Tierfreunde“ und wäre eigentlich vergast, oder mit einem Spaten erschlagen worden, wenn meine Eltern den kleinen Kerl nicht gerettet hätten. Blacky war das genaue Gegenteil von Cookie. Er war ein aboslut liebenswerter kleiner Hund und sein größter Spaß waren Bälle und gutes Essen. Blacky war trotz seiner geringen Größe in der Lage und schnappte problemlos den Tennisspielern die Bälle vom Schläger. Stundenlang konnte er unter einem Baum sitzen und hoch schauen. Er gab erst Ruhe, wenn ich den Baum hochkletterte und er mir durch lautes Bellen anzeigte, ob ich warm, heiß, oder kalt war. Fiel dann der Tennisball, dann war Blacky die nächsten 10 Minuten beschäftigt, denn in der Nähe vonTennisplätzen finden sich naturgemäß viele Tennisbälle und Blacky fiel es dann recht schwer sein Herz auf Dauer zu verschenken. Als Blacky starb übergaben meine Eltern insgesamt 240 Tennisbälle an Kinderheim.

Der nächste Zwergpudel war Tobi. Benannt hatte ich ihn nach den Comics Peter und Alexander von Jef Nys. Dort war der Pudel zwar eine Mischung zwischen Klein- und Königspudel, aber kam in etwa unserem Tobi nahe. Allerdings war unser Tobi absolut irre und wenn ich zu Besuch war, dann konnte er eine halbe Stunde durch die Bude toben, sprang einem an’s Ohr, sobald man sich zu ihm niederließ und fiel plötzlich wie vom Blitz erschlagen um und blieb liegen. Er war dann so abgekämpft, dass er einfach im stehen einschlief. Nervig war es, wenn man im Bett lag und plötzlich ein „wuffzen“ am Bett vernahm. Sobald ich die Nachttischlampe anmachte sah man nur die schwarze Nase, denn in’s Bett konnte er nicht. Also hob man ihn rein und er machte es sich am Fußende bequem. Allerdings dauerte das nichtlange und er sprang wieder aus dem Bett um dann, 5 Minuten später, wieder zu nerven. Da Tobi ein Verfechter des Mitternachtssnack war und diesen im Bett genießen wollte, suchte er sich erst einmal seinen Bisquit bevor er dann wieder vorstellig wurde. Das Ding hat er dann die Nacht über verspeist und man wurde bei den Geräuschen fast kirre. Als er älter wurde, da wurde er auch ruhiger und ich habe ihn gerne auch mal auf die Arbeit mitgenommen, als ich noch in Süddeutschland gelebt habe. Dabei entwickelte Tobi einen Charme, dass ich mir keine Sorgen machen mußte, wenn ich ihn mal nicht mitnehmen konnte. Allerdings wurde er dann auch ziemlich moppelig, denn wenn er mal auflegte, dann bekam er alles was er wollte.

1991 war es dann, dass ein Hund ohne Rassenachweis und aus einer ziemlich zwielichtigen Gegend bei meinen Eltern einzog.  Julchen war ein Tibet Apso Mädchen und hatte mit der Sanftmut tibetischer Hunde eher wenig am Hut. Bier durfte man nicht rumstehen lassen, denn Jule liebte Bier. Sie rülpste wie ein Bierkutscher wenn sie gegessen hatte und leckte sich dann ausgiebig den Brustpelz. Eigentlich sollten sie und ihre Geschwister in eine Tierversuchsanstalt, denn der Besitzer hatte sich nur Hunde angeschafft, um damit sein Salär aufzubessern und war ziemlich angfressen, als mein alter Herr ihm 80 DM in die Hand drückte und meinte er könne da noch froh sein. Als der Besitzer fragte warum, meinte mein alter Herr nur, „sehen Sie, es ist das Weihnachtsfest und da sollte man gute Laune haben. Wäre es mitten im Jahr, dann hätte ich Sie jetzt ungespitzt in die Erde gepflanzt und danach die Polizei gerufen und behauptet Sie hätten mir die Brieftasche geklaut. Und da ich Berliner bin weiß man, dass wir nicht gerade sehr einfach sind. „ -Rheinländer konnte er einfach nicht ausstehen- Damit wurde dann Jule Mitglied der Familie und nach anfänglicher Schüchternheit übernahm sie das Zepter im Haushalt. Dabei war Julchen ein ganz wunderbarer Hund. Sie hatte zwar ihre Macken und manche typisch weibliche Eigenschaft, lernte aber auch von Tobi wie man zielgerichtet einen leeren Wassernapf durch die Küche kickt, also wie man seinen Willen als Hund durchsetzen kann. Julchen war meine wirklich große Hundeliebe, wenn man davon sprechen kann und wenn ich daheim war, dann kam sie abends zu mir in’s Bett, legte sich in meinen Arm und schlief dann ein. Die Zeit daheim schleppte ich sie überall mit hin und brauchte auch keine Leine, denn sie folgte einem auf Schritt und Tritt. Fast 16 Jahre wurde Julchen alt und starb vor zwei Jahren nachts in meinen Armen, als meine Mutter im Krankenhaus war. Julchen konnte sanft sein, aber sie konnte auch richtig fordernd werden, wenn etwas nicht nach ihrem Willen lief, eine Eigenschaft die den Tibet Apsos eigen ist. Wer glaubt ein Tibeti wäre ein Hund wie Boomer und würde alle Kunststücke machen wie Mensch es haben will, der sollte sich eine Puppe kaufen. Ein Hund ist schließlich ein Lebewesen mit einem eigenen Character und eigenen Ansichten und kein Objekt um die eignen Defizite zu übertünchen.

Na ja und im Jahr 2002 kam dann meine Betzi in’s Haus und da ich zu diesem Zeitpunkt wieder in der Nähe meiner Eltern lebte bestimmte Betzi für 6 Jahre mein Leben. Anfangs noch mit Julchen zusammen, die wirklich gute Freundinnen wurden und ein Bild für die Götter waren. Schließlich war Julchen knapp 40 cm groß und Betzi 70 cm., machten die Beiden fast alles gemeinsam. Für Schabernack waren beide zu haben und man mußte lachen, wenn die kleine Jule versuchte Mütterliche Instinkte zu entwickeln und versuchte Betzi in die Ohren zu schauen. Dabei wurde sie richtig wild, wenn Betzi sich einfach hinstellte und den Kopf hoch hielt. Beim Tobi ging das noch, der war in der gleichen Größe und ließ sich das ohne Probleme gefallen, aber Betzi war halt ein anderes Kaliber. Auch war es komisch anzusehen, wenn Betzi aus lauter Freude Julchen in den Nacken schnuffte und schnell weglief, oder ihr von hinten mit der Schnauze zwischen die Beine ging und sie hinten anhob. Julchen drehte dann fast durch und jagte Betzi hinterher um sie, ja was eigentlich? Sie hätte ihr höchstens in die Beine zwicken können. Ansonsten lagen die Beiden meist zusammen. Die große Betzi und die kleine Jule und es war irgendwie niedlich, wenn Julchen zwischen den Vorderpfoten lag und schlief, während Betzi ihren Kopf auf sie legte. Oder sie kuschelte sich, wenn Betzi auf der Seite lag, mit dem Rücken an ihren Bauch. Ob Betzi mitbekommen hat, als Julchen starb? Ja, das hat sie und sie mied den Platz an dem ich die kleine Jule hingelegt hatte. Sie stupste das Bündel zwar an, aber in den nächsten Tagen mied sie den Platz, selbst danach, als ich Julchen beerdigt hatte machte sie eine Bogen. Dafür wurde Betzi immer anhänglicher und wich nicht mehr von der Seite. Das hat sie aber vorher schon  nicht gemacht und wenn sie vor der Leine war, dann lief sie nur soweit, dass sie mich nicht aus den Augen verlor. Sobald sie mich nicht mehr sehen konnte kam sie sofort angetalpt. Da Herdenschutzhunde in der Größe eher grobmotorisch spielen kam es mehr als einmal vor, dass ich in hohem Bogen durch die Luft flog und auf dem Anus -Arsch- liegen blieb. Dabei wußte Betzi dass sie wohl was angestellt hatte und wenn ein Hund weinen kann, Betzi hätte Rotz und Wasser geweint.

Man mußte nicht großartig nach ihr rufen, oder riesige Faxen machen, denn von ihrem Character her war sie besser sozialisiert, als so mancher Mensch. Und als ich mit ihr in die Hundeschule sollte, denn schließlich stellen diese Hunde eine unglaublich Gefahr für die Allgemeinheit dar, da fand sie eher die anderen Hunde interessant und hätte sie gekonnt, sie wäre wohl vor lachen zusammen gebrochen, wenn man von ihr mit ernster Miene, „Sitz, Platz und Horch!“ verlangt hätte. -Manchmal frage ich mich ernsthaft für wie blöd manche Menschen Hunde halten.- Wir haben das dann abgebrochen und auf Nachfrage habe ich geantwortet, „mein Hund kann leider nicht lesen und schreiben, aber sie schaut sich die Bilder in Zeitungen an und das reicht mir um ihre Intelligenz zu bestätigen.“ Ich bin also der Meinung das der Mensch den Hund negativ beeinflußt und selbst aus einem Dackel kann ein Killer werden, schließlich bin ich bisher von Dackeln gebissen worden, aber noch nie von Rottweilern, weil die Tölen genauso neurotisch waren wie ihre Besitzer.

Damit komme ich auf den Eingang zurück. Insgesamt hatten wir drei Hunde aus einer exzellenten Zucht. Blacky sollte, da er nicht den Rassebestimmungen entsprach -Hundezüchter haben wahrscheinlich auch die Rassegesetze geschrieben- getötet werden, denn nur ein Hund der dem FCI entspricht kann ein annehmbarer Zeitgenosse sein. Toby wurde mit der zeit ruhiger und ein wirklich toller Hund und Cookie war zeitlebens ein absolutes Miestvieh trotz Ahnenpaß vom Feinsten, da wäre selbst der Führer neidisch geworden.

Dann hatten wir, oder ich, das, was man naserümpfend zur Kenntnis nimmt. Einen Hund aus dem Ghetto und einen Hund aus dem Tierheim. Um jetzt bei Betzi zu bleiben muß ich wieder ausholen.

In südlichen Ländern macht man sich wenig bis gar nichts aus Tieren. Dabei ist es egal, ob es ein Hund, ein Esel, ein Pferd, oder eine Kuh ist. Die haben alle einen bestimmten Platz in der Wirtschaftswelt und wenn sie dies nicht machen könne, dann heißt es „weg mit dem Vieh.“ In den letzten Jahren habe ich dabei Erfahrungen gemacht, da zogen sich mir alle Haare am Körper zusammen und bestätigten einen Bekannten aus Israel der mir mal sagte, „wenn man ein Tier einfach so aus Spaß tötet, dann hat man auch für Menschen nicht viel übrig.“ In den südlichen Tierheimen sitzen Tiere, die hat man einfach so mit dem Auto überfahren um sie loszuwerden. Welpen werden einfach in die Mülltonne geworfen, oder mit einem Stein beschwert im Fluß ertränkt weil man sie nicht brauchen kann. Man erschießt sie, bricht ihnen mit Knüppeln und Steinen die Gelenke und hofft, dass sie sterben. Man begießt sie mit Benzin und steckt sie einfach in Brand und wenn einem dann das schlechte Gewissen packt, dann wirft man sie über den Zaun der Tierheime, die meist von ethusiastischen Nordeuropäern geführt werden. Es gibt wirklich keine Grausamkeit die es nicht gibt und ich habe sogar schon davon gehört, dass ein Besitzer Welpen geschächtet hat, weil er die nicht brauchen konnte. Die hat er dann einfach zum ausbluten auf dem Hof liegen lassen, bevor er sie auf einer Industriemüllkippe entsorgt hat. Und trotzdem sind diese Wuffs von ihrem Character her wirklich liebenswerte Tiere die, komischerweise, trotzdem an einem Menschen hängen. Manche brauchen viel Liebe und Zuneigung und Geduld, damit sie sich an einen gewöhnen und begreifen dass nicht alle Menschen schlecht sind.

Natürlich kann man sich einen Hund, den man als Welpen erhält, von einem Züchter holen, keine Frage, wenn man auch begreift, dass der Hund bis zu 16 Jahre alt werden kann und ihn bis zum Ende behält, dann spricht natürlich nichts dagegen. Ich allerdings werde mir, wenn ich mir wirklich wieder einen Hund in’s Haus hole, einen Hund aus einem Tierheim holen und wenn die Möglichkeit besteht, dann werde ich mir einen dieser bedauernswerten Wuffs aus einem südlichen Tierheim holen. Und dabei stört es mich nicht, wenn der Wuff keinen Ahnenstammbaum vorweisen kann, oder irgendein Handycap vorweist. Mir ist das ehrlich gesagt Latte, denn das sind so liebe Tiere die es wirklich verdient haben, dass man sich ihrer annimmt. Wie sagte schon der Heilige Franz von Assisi:

„Alle Lebewesen auf dieser Erde haben Gefühle wie wir, streben nach Glück so wie wir. Sie lieben, leiden und sterben wie wir. Alle notleidenden Lebewesen haben gleiche Rechte auf Schutz.“

„Unsere Verpflichtung den Tieren gegenüber ist, diesen unseren anspruchslosen Brüdern kein Leid zuzufügen. Aber es reicht nicht, sich damit zu begnügen. Wir haben eine bedeutendere Aufgabe und die besteht darin, ihnen zu dienen, wenn sie uns brauchen.“

Wer mehr wissen möchte, oder sich überlegt einen Vierbeiner zuzulegen, egal ob Wuff oder Mietze, wer einfach nur helfen will und dabei was Gutes tun, dem empfehle ich folgende Seiten:

Canalba ist eines der privat geführten Tierheime, in denen Tiere von enthusiastischen Tierfreunden gepäppelt werden und ein Heim finden, immer von den Repressalien der Behörden verfolgt.  Isotta braucht da im Moment sehr viel Hilfe, denn man mußte ihr Hinterbein entfernen und bereitet sie auf eine Prothese vor die sehr viel Geld kostet. Infos findet man auf Adoptiere und dann auf Patenhunde. Das ist eine ganz süße Maus.

Respektiere kümmert sich ausschließlich um Tiere auf Sardinien und hätte ich ein großes Haus, dann wäre das schon voll mit Via, Leo, Luigina und Spino und dem ein, oder anderen.

Auf Tiere in Not findet man Tiere aus Spanien, Griechenland, Portugal und Rumänien.

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2 Gedanken zu “Tierheimwuff

  1. Sehr guter Text! Ich bin ja auch mehr oder weniger intensiv auf Hundesuche, und ich kenne viele Menschen, die mit Wuffs aus Tierheimen beste Erfahrungen gemacht haben. Das Einzige, wovor ich ich Bammel habe, ist, dass die älteren Semester, die dorthin abgeschoben wurden, halt auch recht kurz bei mir sein würden, und der Tod eines Haustiers geht mir halt verdammt nahe.

    • Hallo Lindwurm,

      hmmmmm, das mit dem Alter scheint vielen so zu gehen, obwohl ich sagen muß, dass man nie sicher ist. Bei den Tierheimwuffis sind die Altersangaben meist ca. Angaben, so genau weiß man nicht wie alt die Hunde sind. Viele wurden bei ihren Besitzern uralt. Ob Betzi wirklich am 14.08.2000 geboren wurde weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.
      Und man kann auch nie sicher sein, ob man seinen Hund lange hat, oder nur kurz hat. Betzi ist gerade mal 8 Jahre alt geworden -ich mache mir immer noch Vorwürfe, dass ich im Wald nicht besser aufgepaßt habe, aber das ging alles so schnell-, ich hätte sie gerne länger gehabt, denn die war meine ganz ganz große Liebe, wenn man das über einen Hund sagen kann, und habe öfters mit Schrecken an den Tag gedacht wo ich mein Mäuschen auf dem letzten Weg begleiten muß. Eine Bekannte hatte einen Spinone aus einem italienischen Tierheim. Der soll damals schon 9 Jahre alt gewesen sein und müßte ein geradezu biblisches Alter erreicht haben, denn er wäre, als er starb fast 20 gewesen. Von einer Besitzerin habe ich erfahren, dass ihr Welpe Leishmaniose hatte, das wurde nicht erkannt und der Hund starb mit 1 1/2 Jahren daran. Eine Krankheit die durch die Sandmücke übertragen wird und in südlichen Ländern häufig vorkommt. Wird das rechtzeitig festgestellt, dann kann dagegen was machen. Als ich Betzi bekam und mit ihr beim Tierarzt war, da machte der auch sofort Bluttests. Darauf sollte man achten.
      Ansonsten kann ich sagen, dass die Wuffs gut sozialisiert sind und für das, was man ihnen an Zuneigung schenkt, unendlich dankbar sind.
      Obwohl meine Dicke sich ziemlich schnell ein Lotterleben angewöhnt hat und unter gekochtem Hühnchen zum Mittag ging dann mal gar nichts. Pansen fand sie ekelig, überhaupt war sie der erste Hund der sich vor Innereien geekelt hat. Gern mochte sie Spaghetti, Reis, oder Kartoffeln, allerdings hatte sie auch gelernt wie man eine Frolictüte öffnet.
      Falls Du mal an einem Tierheim vorbeikommst, einfach mal vorbei schauen. Du kannst, ich nehme an, das ist auch in Österreich so, als Patengänger fungieren und mit so einem Wuff einen Spaziergang machen. Da kann man die besser kennen lernen. In Villach bin ich am Tierheim vorbeigekommen, das sah ganz flauschig aus von außen. Auf ABC-Tierschutz kann man auch nach Ländern suchen. Sollte ich mir also wieder einen Wuff zulegen, dann wird es wieder einer aus dem Tierheim sein.
      Übrigens, ich habe mal eine Familie mit einem Collie getroffen, der war genauso beknackt wie seine Besitzer und hieß allen Ernstes Alexander zu Hohenlohe Fürstenfels, wurde auch so gerufen. Na ja, wer zum Spaziergang blaues Clubsakko, helle Hose und rahmen genähte Schuhe trägt, der braucht einen Hund eher als Statussymbol. Die hätten auch beinahe einen Herzkasper erlitten als Julchen den Hund zu spielen aufforderte und ich sagte, „keine Angst, mein Hund kommt aus dem Ghetto, die hat als Welpe an brennenden Mülltonnen gestanden, gerappt und Passanten um die Marie angeschnorrt.“

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