Für’n Zuppi

Der Zuppi war so nett eine kurze Retrospektive über Hildegard Knef und Marlene Dietrich zu schreiben -Hildegard Knefs „der geschenkte Gaul“ wurde mit Heike Makatsch verfilmt- und sein Lieblingslied der Hilde zu nennen.

„Die Knef“ habe ich mal während der Achtziger in einem Hotel getroffen, besser gesagt sie schwebte samt Gefolge herein und die Athmosphäre änderte sich schlagartig im Raum. Vorher noch hektische Betriebsamkeit schien es als würde die Zeit still stehen und die zwanziger und dreißiger Jahre im Adlon würden auferstehen, als eine Diva noch eine Diva war und allein einen ganzen Saal beherrschen konnte. Dabei machte sie sich nichts aus dem ganzen und war eine völlig normale Person wie Du und ich. Aber allein ihre Anwesenheit war schon was Besonderes. Aber egal.

Mein Lieblingslied von ihr war immer „Für mich sollen rote Rosen regnen.“ Meine Mutter war ein großer Schlagerfan und hatte so ziemlich jeden Sampler aus den 50er bis 70er Jahren im Plattenschrank und natürlich war auch dieses Lied auf einer der Platten. So richtig heiß aber war für mich das Lied, als Extrabreit auf die Idee kamen das Lied zu covern und sich Hildegard Knef in’s Studio holten. Ich hoffe das gefällt dem Zuppi und macht den Aufenthalt im Spital ertragenswert.

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11 Gedanken zu “Für’n Zuppi

  1. Merci vielmals für den punktgenauen Beistand 😉
    Mmmhh,was kann ich noch sagen? Ganz einfach: Taylorbob ist ein ganz besonderer Blogger,der sogar künstlerische Pirouetten mit mir (ansonsten zu jeder Griesgämigkeit bereiten Menschen) dreht,wenn dem Gros der virtuellen Gemeinde so garnichts einfallen mag.
    Leider habe ich die Knef nie persönlich kennen gelernt – als ich die Möglichkeit dazu hatte,war sie schwer erkrankt und mir fehlte dafür die Energie. Zur Premiere des neuen Films gibt es folgendes zu berichten: Der Film endet in 1966,weil die Buchvorlage auch nicht mehr hergibt. Die Knef-Darstellerin im Film ist kein verdienter Travestiekünstler, sondern wirklich Heike Makatsch – meine diesbezüglich geäusserten Zweifel sorgten für Irritationen bei der Premierenmischpoke,was mich die nächsten Jahre noch amüsieren wird. Die exakte Botschaft des Hildefilms habe ich nicht verstanden,ich muss wohl noch einmal hinein gehen.

    • Aber Hallo!

      „Die Knef“ war ja schließlich schon zu meiner Kindheit eine lebende Legende. Und weil meine Oma immer so raunte, „Die Knef? Die hat sich ja damals nach’m Krieg nackig ausgezogen…..unglaublich,“ klar dass ich da hellhörig wurde. Obwohl, meine Oma mochte solche Typen.

      Und mal ehrlich, sowas haben wir doch Heute gar nicht mehr. Das ist alles dermaßen angepasst und weichgespült, kein Wunder das nur noch Travestiekünstler Knef, Dietrich oder Zarah Leander imitieren.

      Viele Grüße
      Taylor

      Ps.: Danke für die kurze Filmkritik, da spare ich mir lieber das Geld, denn so toll finde ich Heike Makatsch auch nicht. Zum Glück hat sich nicht Veronica Ferres an Hildegard Knef versucht……..vielleicht wäre ein Travestiekünstler doch die bessere Hauptrolle gewesen.

  2. Pingback: Unbehagen in der Massenkultur « Raumzeit

  3. „Zum Glück hat sich nicht Veronica Ferres an Hildegard Knef versucht……“

    Allerdings!!!

    Ich werde kommende Woche in den Film gehen. Heike Makatsch finde ich als Schauspielerin ganz gut, ich habe aber auch das Gefühl, daß der Streifen nicht so ganz gelungen sein dürfte.

  4. @ taylorbob: der film beinhaltet ausgewählte szenen des buches,123 filmminuten sind auch nicht gerade knapp bemessen. die filmmacher haben sich ans buch gehalten – soweit ich das nach 20 jahren lektüre noch erinnern kann. zur hauptsdarstellerin: es hätte wirklich viel schlimmer kommen können. an heike makatsch stärte mich in der letzten zeit eigentlich nur ihre passionierte nichtrauchermission.
    ob mensch den film im kino oder per saugstaube zur kenntnis nimmt,ist wohl auch einerlei – ich bin da aber eher altmodisch und bevorzuge die grossleinwand.

    @ mark: ich bin gespannt auf deine eindrücke nach dem film.

    • @ Zuppi: Ich habe immer Schwierigkeiten wenn historische Personen dargestellt werden sollen, irgendwie bin ich da pedantisch. Armin Müller-Stahl fand ich genial, deswegen stehe ich solchen Filmen meist immer etwas skeptisch gegenüber.
      Aber natürlich schaut man sich Filme in einem Kino an….tssssss. Danach kann man sowas auf der Flimmerkiste, oder am Computer schauen. Kino ist ganz andere Athmosphäre und zum Glück haben wir hier einen Tempel, da kann man in der letzten Reihe so richtig schön die Füße ausstrecken -Ich fühlte mich immer beflügelt die Schuhe auszuziehen und die Schmusedecke mitzunehmen, hab es dann aber doch gelassen-.
      Die Krupps würde ich mir aber nicht mal im Kino anschauen. Wenn schon Oliver Berben einen Film produziert dann weiß ich, „aha, Mammi spielt mit.“ Die würde auch die Lolita machen wenn ihr Sohn Nabokov produziert.

      @ MPH: Aber Hallo! Ausführliche Filmkritik ist natürlich erwünscht 🙂 .

  5. @ taylorbob: memoiren historischer personen sind zunächst einmal das mittel zur selbstinszenierung,ein subjektiver blick auf das eigene leben. in wie weit der autor den leser im blick hat ist dann literaturwissenschaftliche tunnelarbeit.
    bei der filmischen umsetzung autobiogrphischer werke ist immer die entscheidung zu treffen,ob man die selbstinzenierung des autors in all ihren facetten begreift. was sind fakten,wann wird der autor ironisch, sarkastisch,etc..? die filmemacher müssen sich also tiefgreifend gedanken über die person machen, die einen text abgeliefert hat,bevor der dreh überhaupt los geht. mein eindruck: das filmteam hat da eine akzeptable vorarbeit geleistet.
    eine ganz andere frage ist die aktuelle situierung des filmstoffs in gesellschaftlichen debatten.
    hier kommt der kulturindustrie immer auch eine ideologisierende aufgabe in der geschichstbewertung zu – deshalb mein hinweis auf adorno + benjamin im blogbeitrag „unbehagen in der massenkultur“. dazu bin ich noch zu keinem befriedigende ansatz gekommen. ‚mal sehen,wie der film so in der kommenden debatte benutzt wird.

    • @ Zuppi:

      hier kommt der kulturindustrie immer auch eine ideologisierende aufgabe in der geschichstbewertung zu –

      Ist das denn nicht immer der Fall? Nimmt man ein historisches Thema und drei Regisseure, die alle das gleiche Drehbuch nutzen, so wird jeder das Thema anders filmisch umsetzen und dies hinterher auch im ureigensten Interesse begründen können. Ich denke es kommt dabei nicht auf die Aufgabe an, sondern sehe es eher so, dass die Ideologie bei den Umsetzenden bereits vorhanden ist. Während der eine den Character der Personen in den Mittelpunkt stellen möchte, ist für den nächsten die Geschichte an sich entscheidend und nicht die Personen. Der Dritte nimmt sich des Umfelds an und beharrt darauf, dass nur die Umstände zu dieser Geschichte geführt haben können. Eigentlich macht das die Sache ja so spannend.

      Ist jetzt ein bisschen sehr Off Topic: Damals habe ich mit meinem Mitbewohner unserer Münsteraner WG über das Thema Musik in Filmen und den Einfluß auf das Empfinden des Zuschauers diskutiert. Er war der Meinung dass Musik wenig Einfluß hätte und ich war der Meinung, dass Musik unterschwellig geschickt das Empfinden des Zuschauers lenken kann, so dass dieser den Film letztendlich anders beurteilt. Als Beispiel habe ich damals Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“ und Fritz Langs Metropolis angeführt. Eisentein und Lang gelang es mit der Musik die Gefühle des Zuschauers geschickt zu manipulieren.

  6. Nimmt man ein historisches Thema und drei Regisseure, die alle das gleiche Drehbuch nutzen,…

    Absolutamente d’accord 😉
    In der guten alten Zeit hätte man der Ideologiebetrachtung das Autorenkino oder die Handschrift des Regisseurs als Erklärungsmuster vorgezogen.
    Am Beispiel „Effie Briest“ kann man die unterscheidlichen herangesnweisen an einen Text bei R.W. Fassbinder (1974) und dem aktuellen Streifen von Hermine Huntgebuhrt ganz praktisch durchexerzieren – es liegen aber 35 Jahre zwischen den beiden Produktionen und es handelt sich um keine Autobiographieverfilmung (aber man kann eben nicht Alles auf einmal haben). Naja,und Fontane kann ich sowieso überhaupt nicht ausstehen.
    Zur Filmmusik:
    Das ist weiterhin ein unterbelichteter Aspekt des Filmvergnügens – leider habe ich Mitte der Neunziger das Thema Film+TV-Wissenschaften ad acta gelegt – von Produzenten- und Komponistenseite dürften da aber aufschlussreiche Ideen zur Aufklärung erwartbar sein. Ich würde Filmmusik und Soundgestaltung eine grosse Rolle zur Wirkung auf den Zuschauer zuordnen, das Mediem wusste ja auch der gute alte Hitchcock schon fabelhaft einzusetzen 😉

    • Wer mag schon Fontane? Aber der ist mir zum Glück erspart geblieben, dafür hat man uns mit Annette von Droste Hülshof gequält. Wenigstens hatte ich die Genugtuung nach ihrem Geburtsort, auch ihren Sterbeort zu besuchen….die späte Rache eines Penälers.

      Aber mit dem Punkt hast Du Recht und ich denke das sollte man nicht vergessen. Viele Stoffe/Drehbücher werden zu unterschiedlichen Zeiten filmisch umgesetzt. Ich denke dementsprechend ist dann auch die Umsetzung, oder die Absicht dahinter, obwohl Faßbinder ja eher für das Autorenkino stand. Apropos Faßbinder, es wäre interessant zu sehen wie die Umsetzung ist, wenn sich ein moderner Regisseur Berlin Alexanderplatz widmen würde.
      Ich fand die Umsetzung damals, ehrlich gesagt, grausam. Allerdings fand ich das Buch schon nicht spannend.
      Da wir ja Leipziger Buchmesse und den Schwerpunkt DDR haben, würde Haußmann wohl Berlin Alexanderplatz in die DDR verlegen -Sonnenallee depressiv-.
      Aber wieder zurück.
      Wahrscheinlich liegt es an der Zeit, dem Zeitgeschmack, wie der Stoff umgesetzt wird. Du darfst nicht vergessen, dass „wir“ in den 70ern quasi in einer Art Aufbruchstimmung waren. Tabus wurden bis zum letzten ausgereizt. Neue Wege probiert und umgesetzt, ob in der Musik, oder im Film. Man galt ja schon als Avangardistisch, wenn man sich auf eine Bühne setzte, seine Hosen runterließ und den Pipimann in’s Publikum zeigte. Heutzutage würde man im Publikum darüber diskutieren, dass der Pipimann doch arg klein ist und man einen viel größeren besitzt. Damals war so was aber halt ein Skandal. Der Muff der Nachkriegszeit steckte damals aber noch gaaaaanz tief in den Knochen, selbst bei Jüngeren. Ich weiß noch als mein vater mich ungläubig anschaute als ich ihm Kraftwerk vorspielte und sagte dabei handele es sich um Musik. Musik war für ihn der Big Bandsound der 30er und 40er. Jazz spielen konnten nur Duke Ellington und Louis Armstrong. Dave Bruback hielt er für eine Irrung im Jazzbereich. Allerdings war er so tolerant mir meine Musik zu erlauben.

      Was die Filmmusik betrifft: Ich bin sogar der Meinung, dass Musik sehr viel zur Wirkung bei trägt. Dein Beispiel mit Hitchcock ist ja nur eines von vielen. Ich denke man kann den größten Mist produzieren, aber wenn die Musik im Film eine große Wirkung erzielt, dann wird man den Film durchaus positiv beurteilen.

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