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Vier Fäuste für ein Halleluja

Januar 9, 2009

Man merkte dem Polizeisprecher die Erleichterung förmlich an, wie sie, allein gegen vier, einen mit einer Israelfahne bewaffneten Mob unschädlich machten. Es hätte natürlich schlimm ausgehen können, denn die Vier waren vermutlich Mitglieder einer terroristischen Vereinigung, wahrscheinlich der Antifa. Die  zionistische autonome Gruppe „Kampfkommando Theodor Herzl 1896“ hat schon  einen ersten Bekennerbrief im Internet veröffentlicht und bekennt sich zur der Tat.

Dabei, so die ersten Erkenntnisse, sind die Motive der Vier noch völlig im Dunkeln. Was waren ihre Motive? Wie waren die Täter vernetzt und konnten so schnell, unerkannt von der Polizei, agieren und ihre Tat minutiös planen? Im Moment kann man nur in Düsseldorfer Regierungskreisen spekulieren und zeigte sich erleichtert über das schnelle und effektive Eingreifen der Polizeieinsatzkräfte vor Ort. Justizministerin Müller-Piepenkötter war noch die Anspannung anzumerken, als sie sich in einer ersten Stellungnahme der Münsterschen Zeitung äußerte, „Wir alle sind froh und erleichtert, dass die Polizei die Situation vor Ort so schnell im Griff hatte. Was hätte alles passieren können, wenn die Beamten nicht vor Ort gewesen wären. Im Moment mag ich mir das gar nicht ausmalen. Auf jeden Fall werden wir mit aller Härte des Gesetzes gegen die mutmaßlichen Attentäter vorgehen und den Fall genau untersuchen lassen.“

Ihr Kollege Innenminister Dr. Ingo Wolf war noch völlig fertig, „Das ging alles so schnell,“ sagte er, „ich dachte noch, um Himmelswillen! Und schwupps waren die schon weg. Ich kann da wirklich nur meinen Hut ziehen und werde bei der nächsten Kabinettssitzung die beteiligten Beamten für das Verdienstkreuz vorschlagen. Auf jeden Fall müssen wir wachsamer werden, sowas darf sich in Nordrhein-Westfalen nie wieder wiederholen.“ Jürgen Rüttgers erklärte in einer Plenarsitzung, „es darf in unserem Land kein Raum für Extremisten geben und wir müssen gegen diese Leute mit aller Härte des Gesetzes vorgehen. Es kann nicht sein, dass extremistische Kräfte mit offensichtlich fanatischem Hintergrund eine Gefahr für andere darstellen.“

Die Opposition im Landtag forderte eine umfassende Untersuchung des Vorfalls. „Es muß einen Untersuchungsausschuß geben,“ forderte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Landtag und erklärte, „sollte es Hinweise geben, dass die Landesregierung versagt hat, dann müssen Konsequenzen gezogen werden.“ Noch deutlicher wurden einige Mitglieder der SPD, „das ist ein Affront,“ wetterte einer der Abgeordneten der ungenannt bleiben wollte. „Wo leben wir denn, dass das Leben und die Gesundheit von viertausend friedlichen Demonstranten, durch eine Bande von ideologisch verblendeten Terroristen gefährdet wird.“

Noch deutlicher wurde die Linkspartei, in einem eilig aufgesetzten Pressebrief prangerte sie die Mitschuld der Landesregierung an. „Durch seinen Kurs, das zionistische Unrechtsregime in Tel Aviv zu hofieren, hat Jürgen Rüttgers maßgeblich dazu beigetragen, dass diese Situation entstanden ist. Wir können es nicht hinnehmen, dass ideologisch verblendete Terroristen, offensichtlich aus einem zionistischen Netzwerk rund um den Publizisten Henryk M. Broder und seinen Hintermännern, die tagtäglich im Internet auf sogenannten Blogs ihr Unwesen treiben, auch noch dazu ermuntert werden ihre Waffen auszupacken mit dem Ziel, diese auf viertausend unbewaffnete friedliche Demonstranten zu richten. Nicht auszudenken wenn eine Massenpanik entstanden wäre, nur weil Israelfahnen auf die Demonstranten gerichtet wurden. Natürlich danken wir den Polizeikräften vor Ort die schlimmeres verhindert haben, fordern die Landesregierung aber unmißverständlich auf zurück zu treten. Wir werden auch eine Kundgebung veranstalten und rufen alle friedlichen demokratischen Menschen in diesem Land auf sich an unserem Sternmarsch, beginnend in Warendorf, anzuschließen. Gemeinsam wollen wir dann zum Landtag in Düsseldorf marschieren und dort gegen die einseitige Sichtweise der Landesregierung demonstrieren. Unsere muslimischen MitbürgerInnen vom Aktionskreis „Hamas muß leben“ haben ihr kommen zugesagt. Auch Dittib wird sich beteiligen. Unsere Losung ist: „1933 darf sich nicht wiederholen!„“

Dagegen äußerten sich die Veranstalter der Demonstration zufrieden über die Veranstaltung, „wir haben gezeigt dass wir friedlich und ohne Gewalt demonstrieren können, während die Zionisten in Deutschland mal wieder ihr wahres Gesicht gezeigt haben.“

In Anbetracht der Affäre rief der Internetaktivist, Pazifist und kommende Friedensnobelpreisträger Erhard Ahrendt zur Solidarität mit seiner Seite auf. In einem offenen Brief erklärte er, „gerade jetzt, in Anbetracht dieser Sauerei, verstehe ich nicht, warum man nicht endlich Solidarität mir meiner Internetseite zeigt und auch mal auf die von mir verlinkten Produkte geht. Man kann mir übrigens auch Geld schicken. In diesen Zeiten, wo die Zionisten alles beherrschen müssen wir doch zusammen stehen.“

Ps.: Das Video zur Demonstration und den vor Stolz platzenden Pressesprecher findet man hier.

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6 Kommentare leave one →
  1. Januar 9, 2009 9:18 pm

    Arendt:

    „“gerade jetzt, in Anbetracht dieser Sauerei, verstehe ich nicht, warum man nicht endlich Solidarität mir meiner Internetseite zeigt und auch mal auf die von mir verlinkten Produkte geht. Man kann mir übrigens auch Geld schicken. In diesen Zeiten, wo die Zionisten alles beherrschen müssen wir doch zusammen stehen.”

    —————–

    Das ist aber jetzt eine Glosse, oder?

    Obwohl es dem Typ natürlich zuzutrauen ist.

  2. Januar 9, 2009 9:23 pm

    Hi, taylor

    bist du mal so nett und schickst mir deine Mail-Adresse?

    Ich würde dich gerne in meinen Verteiler aufnehmen.

    —————

    Eine kleine Karikatur habe ich auch eben eingestellt…

    http://castollux.blogspot.com/2009/01/kollateralschden-im-wartestand.html

    …und einen Hinweis auf die Pro Israel-Demo eingefügt, die am Sonntag auf dem Marienplatz im München stattfindet.

    Beste Grüße
    Bernd

    • taylor1944 permalink
      Januar 9, 2009 9:42 pm

      Habe Dir grad ’ne Mehl geschickt :-)).

      Was den Arendt betrifft, so jammert er ja ständig rum, dass ihm langsam die finanziellen Mittel ausgehen seine Seite weiter zu betreiben. War von mir jetzt a bissi überspitzt formuliert.

  3. Januar 10, 2009 5:00 am

    taylor1944 schreibt:

    „ne Mehl“

    ;-.))

    LG
    Bernd

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