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Pressesprecher der Hamas im Morgenmagazin

Dezember 30, 2008

„Nahostexperte“ ist so ein Begriff der nicht geschützt ist. Zum „Nahostexperten“ kann sich jeder erklären ohne sich auszukennen. Bisschen Fernsehen schauen und Junge Welt lesen reicht. Dann muß er nur die Hauptstädte im Nahen Osten nennen können und mindestens zwei Regierungschefs parat haben.

Allerdings gibt es auch Unterschiede und wenn man die höheren Weihen hat, sowie noch der Direktor eines Institutes ist, dann kann man sogar damit rechnen dass man entweder bei ARD, oder ZDF seine „Weisheiten“ unter die Zuschauer streuen darf und einem der Applaus aus manchen Ecken sicher ist.

In den letzten Tagen schon durfte Udo Steinbach dem gemeinen Moderator und den Dummbeuteln an den Bildschirmen erklären – die wirklich gedacht haben, dass Hamas nicht nur einen Krieg vom Zaun gebrochen hat, sondern auch im Prinzip Terroristen sind – das an dem Konflikt ja eigentlich nur einer Schuld ist…nämlich Israel….wer hätte das gedacht.

Heute Morgen hatte er wohl vor der Sendung ein Red Bull genossen, bevor er vor die Kameras ging und einen Auftritt hinlegte bei dem mir fast das Frühstücksbrot aus dem Gesicht fiel.

Auf die Frage des Moderators Christian Sievers, wie er sich ein Einwirken von Seiten der EU vorstellen würde zündete der „Nahostexperte“ ein verfrühtes Silvesterfeuerwerk, dass wahrscheinlich dem Rentner aus Dortmund die Glückstränen in die Augen trieb. „Natürlich sei es kontraproduktiv in diesem Konflikt Hamas die Alleinschuld geben zu wollen.“

Wow, was war das für ein Statement. Natürlich war das deutsche Reich am zweiten Weltkrieg nicht allein schuld, haben doch die Polen ständig provoziert. Natürlich trifft auch die arabischen Länder keine Schuld, denn 1948 konnten die nicht anders als sich militärisch zur Wehr zu setzen. Und 1967 waren die Aktionen Ägyptens doch keine offene Provokation. 1973 brachten die Israelis halt das Fass zum überlaufen und die Nachbarn setzten sich halt präventiv zur Wehr. Und jetzt konnte die Hamas halt nichts anders, als den Waffenstillstand zu kündigen und mit Raketenbeschuß, der im Übrigen schon vorher statt fand, zu reagieren.

Da, so der wackere Professor, sollte man den Hebel ansetzen und die Israelis, quasi per Boycott „Kauft nicht bei Juden,“ zum einlenken zwingen. Schließlich, so erklärte er dem Moderator wie einem renitenten Schulkind, wollen die Israelis ja gar keinen Frieden.  Nicht nur Christian Sievers auch ich war etwas ungläubig und dachte der Pressesprecher der Hamas wurde vom ZDF direkt eingeflogen. Der Pressesprecher legte so richtig los und bewies eine grenzenlose Dumm- und Ahnungslosigkeit die eines zeigte, das ein Prof. vor dem Namen nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal ist. So erklärte er das die fortgesetzten Siedlungsaktivitäten der Israelis, sowie das absichtliche fast verhungern lassen, die Menschen ja praktisch zum Widerstand getrieben haben. Nun scheint es dem Udo entgangen zu sein, dass der Gaza seit 2005 Judenrein ist und trotzdem wurde der Süden Israels Ziel von Raketenangriffen. Die Bevölkerung im Gaza ist auch die erste Bevölkerungsgruppe weltweit die trotz angeblichen Genozids sich seit 2005 vermehrt hat und die Versorgungslage seitens des UNHCR zwar kritisch, aber nicht Lebensbedrohlich genannt wird, was im übrigen auch für Länder wie den Libanon, Ägypten, oder Jordanien gilt.

Auf eine weitere Frage zu Verhandlungen wußte der Pressesprecher Nahostexperte, dass die Israelis einen Riesenfehler gemacht haben nicht mit der Hamas nach ihrem Wahlsieg zu verhandeln und wußte auf die kritische Nachfrage, „warum man mit einer Gruppe verhandeln soll, die sich die Vernichtung eines Staates auf die Fahne geschrieben hat,“ zu antworten: „Dass das ja völliger Unsinn ist. Kein Wort der Vernichtung würde davon in der Charta stehen.“ Auf die Antwort entgleisten dem wackeren Moderator dann wirklich sämtliche Gesichtszüge und er hakte noch mal nach worauf hin Steinbach nicht in’s wanken geriet, sondern allen Ernstes sagte, „dass Papier ja geduldig sei und im Übrigen auch die PLO die Vernichtung des Staates Israel erwogen hatte und man damit ja trotzdem ganz gut leben konnte.“ Dann erklärte er Hamas zu einem großen freundlichen Männerbund, „sind ja alles Männer da,“ was so klang, als ob er Hamas für eine Freimaurerkirche hält, die sich regelmäßig zum Ringelpiez mit Anfassen beim Lieblingsfalafel trifft, ein paar Liedchen trällert und danach als islamische Caritas mit einer Spendenbüchse durch die Fußgängerzone marschiert, damit man sich einmal im Monat zu Freibier und Suppenküche mit der Bevölkerung treffen kann.

Ganz großes Kino, mit Oskarambition, bot aber seine Stellungnahme, dass die Hamas ja eigentlich gar keine Kämpfer sind, sondern mehr sowas wie Boyscouts und während die Boyscouts ihr Schweizer Taschenmesser in Ehren halten, so hätten die halt eine Kalashnikov. Halt die regionalen Unterschiede.

Man merkte Christian Sievers an, dass ihm das Geseier des senilen alten Institusleiters langsam unangenehm wurde und er nicht gedachte sich länger die Salami vom Brot nehmen zu lassen, so lenkte er sachte das Gespräch in eine andere Richtung um die Stellungnahme des „Hamaspressesprechers aus Marburg“ nach 4 Minuten endlich zu beenden. Mir schmeckte danach weder mein Brot, noch mein Kaffee und ich verließ dann fluchtartig die Wohnung in Richtung Kontor, weil ich drauf und dran war beim ZDF anzurufen und zu fragen, was in Dreiteufelsnamen die Redakteure geritten hat, auf Kosten des Gebührenzahlers, Hamas-Propaganda im Öffentlich Rechtlichen Fernsehen zu verbreiten.

Wer sich Abdullah Steinbach praktisch aus der Dose antun möchte, hier ist der Link. Unser Rentner aus Dortmund dürfte sich vor lauter Freude, dass die Medien noch nicht von Zionisten kontrolliert werden und auch kritische Töne erlaubt sind, erst einmal einen Schluck aus der Pulle gegönnt haben. Falls er nicht auf einer der diversen Kundgebungen erfroren ist.

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5 Kommentare leave one →
  1. Netzklempnerin permalink
    Januar 4, 2009 7:39 pm

    „Kein Wort der Vernichtung würde davon in der Charta stehen.” Auf die Antwort entgleisten dem wackeren Moderator dann wirklich sämtliche Gesichtszüge und er hakte noch mal nach worauf hin Steinbach nicht in’s wanken geriet, sondern allen Ernstes sagte, “dass Papier ja geduldig sei …“

    Das ist ja wirklich köstlich! Steinbach ist ein wandelndes Beispiel für die totale Realitätsverleugnung dieser verbohrten Israelhasser äh, Tschullligung, Palästinafreunde.

    • taylor1944 permalink
      Januar 4, 2009 9:42 pm

      Ja das ist schon ein Herzchen. Auf jeden Fall ging er ab wie ein Zäpfchen.

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