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Geschenktip

Dezember 8, 2008

Weihnachten steht vor der Tür und da läuft jeder den ich kenne wie ein angestochenes Hörnchen durch die Gegend. Ich habe zwar nie verstanden was eigentlich so besonderes an diesem Weihnachtsfest ist und warum sich jeder halbwegs intelligente Mensch in ein völlig infantiles Irgendwas verwandelt, aber ich will da auch jetzt nicht abseits stehen und möchte meinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern einen Weihnachtstip geben, schließlich finde ich gereizte Zeitgenossen im Laden einfach unerträglich, denn weder habe ich das Fest, noch den Anlass erfunden.

Tip Eins

Wer gerne Kriminalgeschichten mag, oder jemanden kennt der das mag, dem sei eine morbide österreichische Weihnacht empfohlen. Stefan Slupetzky wurde 1962 in Wien geboren und ist eigentlich als Autor von Kinderbüchern -da kann man auch gleich was für die Kleinen bekommen-, Illustrator und Drehbuchautor, für den ORF, bekannt. Irgendwann beschloss Slupetzky Krimis zu schreiben und das mit Erfolg. Wer einen Faible für das Morbide hat und an kniffligen Rätseln seine Freude, für den sind seine Bücher genau richtig.

Sein Held, der Leopold Wallisch genannt „Lemming“ ist der typische Antiheld der Wiener Großstadt. Als ehemaliger Polizist schlägt sich der Lemming in drei Romanen in verschiedenen Berufen rum und versucht sein Auskommen zu bekommen, damit er nicht vom AMS und damit vom österreichischen Steuerzahler subventioniert wird. Manchmal wirkt er ein bisschen einfältig und man ist schon geneigt zu rufen, „beweg Dich Du Nudlaug.“ Aber der Wallisch bewegt sich halt nicht und es dauert ein bisschen bis er die Zusammenhänge begriffen und seinen Arsch vor der Bundespolizei gerettet hat. Seine Abenteuer sind amüsant zu lesen und geben einen Einblick in die Wiener Seele die oft genug sehr schwermütig sein kann.

Tip 2

Zu Wolf Haas muß man eigentlich nicht viel sagen. Der Brenner, „jetzt ist schon wieder was passiert, quasi Unglück, aber Glück für den Brenner, muß man schon sagen, weil eine Leich‘ die könnte dem Brenner weiterhelfen, so praktisch als Detektiv,“ ist für mich einfach Kult und Joseph Hader als Brenner ist die Idealbesetzung. Nach „Komm süßer Tod“ gab es natürlich einen zweiten Film und mit „Silentium“ wurde ein weiterer Roman verfilmt. Natürlich hat man auch bei Silentium das Drehbuch angepasst und irgendwie ist es schon gewöhnungsbedüfrtig wenn plötzlich der “ Berti“ aus „Komm süßer Tod“ auftaucht und auch sonst einige Sachen mit dem Roman nicht viel gemein haben. Aber die Athmosphäre und Hader machen den Film zu einem sehenswerten Erlebnis. Leider geht der morbide Charme des Romans verloren und man kann wirklich nur empfehlen den Roman zu lesen und dann die DVD zu schauen, um das nachzuvollziehen. Glücklicherweise gibt es bei der DVD, im Gegensatz zum Video, die Möglichkeit deutsche Untertitel auszublenden, damit man den Film wirklich im Original und mit den Originaldialogen schauen kann.

Meine Empfehlung zum Fest:  Kaufen! Und falls Sie keinen beschenken möchten, aber diese morbide Unruhe in sich spüren, dann beschenken Sie sich einfach selbst und lesen über die Tage Slupetzky und Haas.  Schauen sich die DVDs von Komm süßer Tod und Silentium an. Und lassen sich einen wohligen Schauer über ihre Nachbarn über den Rücken laufen.

……… Slupetzky und seinen Lemming sollte man auch mal verfilmen….mir schwebt da schon der Dorfer oder der Düringer vor.

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