Chinagames beendet

Nun sind sie also vorbei die Chinagames olympischen Spiele in China. Während die teilnehmenden Nationen praktisch als schmückendes Beiwerk dienten -wäre ja auch blöd, wenn von 8 Athleten alle Plätze an Chinesen gefallen wären- beweihräucherte sich die Führung in Peking.

Und, so kann man hören, soll nach den Spielen eine geradezu revolutionäre Zeit anbrechen. Dissidenten sollen nicht nur samt und sonders aus der Haft Fürsorge des Staates entlassen werden, nein man will eine komplett offene und demokratische Gesellschaft. Schon am 14. August meinte ein euphorischer Wang Wei, „Jeder kann sehen, dass die Olympischen Spiele eine tolle Plattform sind“,….„Die Menschen sind optimistisch, was ihre Zukunft angeht.“ Natürlich durfte aber auch die Klage nicht fehlen, dass man doch zu kritisch beurteilt wird. Na ja, wer alte Omas einsperrt, oder extra eine Zone einrichtet, in der man Protest anbringen kann, solange man kein Chinese ist, scheint ein recht seltsames Verhältnis zur Meinungsfreiheit zu besitzen.

Der Euphorie allerdings folgt schon bald der Katzenjammer. Der begann laut Weltonline schon in den letzten Tagen, „Durch die Vorbereitungen auf die Spiele blieben zu viele wichtige Reformen liegen, verdunkelte sich das weltweite Image Chinas, stiegen die Kosten, um die Preise künstlich stabil zu halten, ins Astronomische.“ Und um nicht den Eindruck zu erwecken, der Sozialismus chinesischer Prägung sei die Antwort auf alle Probleme, bemühten sich die Machthaber den nationalen Pathos abzumildern. Dabei haben sie ihn ja im Vorfeld der Spiele kontinuierlich gefördert und ganze Legionen chinesischer Patrioten, oder Mitarbeiter der Propagandabüros, durchforsteten das Internet und überfluteten kritische Artikel über China mit teilweise beleidigenden Kommentaren. Und um das Bild möglichst positiv zu gestalten, vollzog man einen Webgegenschlag.  Nachdem westliche Medien fälschlicherweise Bilder aus Nepal zeigten, da nutzte man gnadenlos das Internet, um dem Westen zu zeigen wo der Hammer hängt. So lautet denn auch  das Fazit der US-Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch: „Die Veranstaltung der Olympischen Spiele 2008 hat die Uhr für den Respekt vor Menschenrechten in der Volksrepublik China generell zurückgesetzt.“ Sie seien nicht Katalysator für größere politische Freiheiten geworden, sondern zur Verletzung dieser Rechte.

Aufmerksamkeit dürfte China noch während der Paralympics erhalten, danach dürfte sich dann der Mantel des Vergessens über China ausbreiten und die Partei wird so weiter machen wie bisher. Vereinzelt wird man noch was hören, ansonsten bekommt man wieder den üblichen Einheitsbrei.  Für das Volk wird sich nichts ändern, wozu auch.

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