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Am deutschen Wesen

Juli 29, 2008

Würde ein Firmeninhaber seine Firma so führen, wie manche Beamte, oder Vereine ihren Job erledigen, er würde innerhalb kürzester Zeit in die Pleite schliddern. Da Behörden sich aber um die Effizienz meistens keine Gedanken machen, können sie so weiterwurschteln wie es ihnen beliebt. Ihr Schutzschild im Kampf gegen den renitenten Bürger -es gab mal die Initiative „Bürger zu Kunden machen“- sind dabei endlos lange Verwaltungsvorschriften und Paragraphen, die beim Unbedarften zu vorzeitigem Haarausfall führen. Aber auch Vereinen die im Sozialwesen tätig sind, sollte man eigentlich unterstellen, dass diese eher Dienstleistungsorientiert sind.

Vor zwei Jahren verstarb mein Bruder. An sich schon ein Schicksalsschlag für meine Eltern, ging es um das Erbe. Aus Rücksicht auf seine Frau, verzichteten meine Eltern auf das Erbe, ließen dies von einem Notar beglaubigen und reichten die Urkunde beim zuständigen Nachlassgericht ein. Soweit so gut. Letztes Jahr verstarb überraschend mein Vater und vor 2 Wochen meine Mutter. Während meine Mutter noch im Krankenhaus lag trudelte eine Brief von der Gerichtskasse ein. „In der Nachlasssache blablabla, bestätigen wir Ihnen den Eingang Ihres notariellen Schreibens und erlauben uns, Ihnen die Annahme dieses Schreibens mit 10€ in Rechnung zu stellen. Bitte überweisen Sie diesen Betrag usw. usw.“ Dazu dann noch eine lapidare Entschuldigung dass es so lange gedauert hat, aber man hätte ja schließlich in alle Richtungen „Erbtechnisch“ ermitteln müssen. Hätte mein Bruder ein paar Millionen gehortet, wäre das ja nachvollziehbar, dass man erst einmal allen mißtraut, denn da kann ja jeder kommen und behaupten, „ich bin die Mami.“ Nur ging es um einen einfachen Bausparvertrag der in dem Jahr zur Auszahlung gekommen wäre.

Ich habe also an das zuständige Nachlassgericht geschrieben, mich auf doof gestellt und um Aufklärung gebeten. Da außer einem Kassenzeichen keine Angaben vorhanden waren, dieses angegeben. 3 Tage nach dem meine Mutter gestorben war kam ein Schreiben des Gericht mit der Beschwerde, man könne mit dem Kassenzeichen nichts anfangen und ich solle gefälligst angeben, worum es sich handelt. Mal davon abgesehen, dass man zwei Jahre -in Worten 24 Monate- benötigt hat, um ein Schreiben aufzusetzen und die Frechheit besitzt mal eben 10 € zu verlangen, ist man nicht in der Lage seine eigenen Vorgänge zu ordnen. Heute war wieder ein Schreiben von der Gerichtskasse im Briefkasten mit einer Zahlungserinnerung. Wenigstens steht aber jetzt der korrekte Vorgang auf dem Schreiben. Haben Sie schon mal versucht mit einer Behörde telephonisch zu kommunizieren? Ich habe, mal abgesehen von der Tatsache, dass ich einen kompletten Haushalt auflösen muß, ja nichts besseres zu tun, als mir die Pelle von den Fingern zu wählen, weil ich das endlich gerne telefonisch geklärt haben möchte. Ich könnte schwören dass bei meinem Telephon schon Rauch über dem Hörer aufstieg. Nun werde ich wieder ein Briefchen schreiben und wahrscheinlich während der Wartezeit zu Staub verfallen. Vielleicht kommt aber auch eine Erzwingungshaft für eine Urne. Möglich ist ja alles. (Dank an Statler für den Link)

Albert Schweitzer Tierheim Bonn

Man sollte eigentlich von Leuten erwarten, die sich den Tierschutz auf die Fahnen geschrieben haben und in den Fußgängerzonen rumlungern, um von den Passanten Geld für Lumpi und Miezi zu bekommen, dass die sich umgekehrt auch als Dienstleistungsbetrieb verstehen und auch bei Piepmätzen, zwar kein Rettungskommando, aber zumindest einen Tip parat haben. Aber weit gefehlt. Da ich für die fünf Piepmätze meiner Eltern keinen Platz habe und diese nicht nehmen kann dachte ich, ein Tierheim wäre der ideale Platz und rief das Bonner Tierheim an. Eine Bandansage informierte mich darüber, das im Moment keiner da ist. Ok, kein Problem, es gibt ja ein Kontaktformular, welches hochwichtig ist und gewissenhaft ausgefüllt werden sollte. Eine Mail informierte mich darüber, dass man mein Anliegen sehr ernst nimmt und sich natürlich sofort, also wenn es die Zeit erlaubt, mit mir in Verbindung setzen würde. Das ist jetzt auch schon wieder zwei Wochen her und offensichtlich hat man es nicht so mit Tieren im Albert Schweitzer Tierheim. Kann man verstehen, muß man aber nicht. Die Kollegen in Remagen waren zum einen erreichbar und hatten auch sofort einen Tip parat. Das nenne ich Service. So kommen Pauline, Peter, der Grüne, Woodstock und Bibo wenigstens in gute Hände. Und sollte ich mal wieder auf einen „Mitarbeiter“ des Bonner Tierheims treffen, der um eine Spende in Form von Geld, oder Futter nachsucht, dann werde ich ihm sehr freundlich eine Dose Hundefutter 1200 Ml in den Hals stopfen. Das Geld ist es mir Wert. Besonders da meine Eltern sehr viel von ihrer Rente in dieses Tierheim investiert haben. Besonders mein Vater kam nie an diesen Leuten vorbei, ohne eine Unterschrift zu leisten, oder einen Spendenbeitrag zu hinterlassen.

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