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Der Leichenhändler

Juli 22, 2008

Es gibt ja Leute die glauben, die gesamte arabische Welt ist gegen Israel und alle Muslime wünschen sich den Tod der Juden. Diese Leute gibt es natürlich auch unter den vehementen Verteidigern Israels. Das sind dann die Leute die glauben, jeder Ladenbesitzer muslimischen Glaubens wäre ein potenzieller Attentäter und der israelische Staat würde allen Muslimen hoffentlich den Garaus machen. Die leben aber eher in der Ansicht, „der Feind meines Feindes ist mein Freund“ und heften sich dann gerne irgendwelche Israelbutton auf die Website.

Nun ist weder die gesamte muslimische Welt gegen Israel, noch möchten alle Muslime die Vernichtung und es gibt sogar Staaten im arabischen Raum, die würden jubeln, wenn die IAF Atomanlagen im Iran pulverisieren würde, weil sie in den radikalen Shiiten aus Teheran eine größere Bedrohung sieht, ganz besonders wenn diese eine Atombombe im Keller haben, als in einem kleinen Staat am Mittelmeer in dem Muslime, Juden, Christen und andere Tür an Tür leben, praktisch so wie in Cordoba vor 1000 Jahren. Nicht nur hat Israel diplomatische Kontakte in den arabischen Raum, es gibt auch Zeitungen die den Mut haben Kritik zu üben und beweisen, nicht alle lieben Hisbollah, Hamas und Konsorten. Die in Kuwait erscheinende Zeitung Alwatan schrieb am 20. Juli über Nasrallah

Arabische Kritik am „Leichenhändler“ Nasrallah

In Reaktion auf den begeisterten Empfang, der dem im Austausch für die Leichen der entführten israelischen Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser freigelassenen Kindermörder Samir Kuntar bei seiner Rückkehr in den Libanon bereitet worden ist, hat der kuwaitische Journalist und Kommentator Abdallah Alhadelek in der kuwaitischen Zeitung Alwatan die Hisbollah und ihren Anführer Hassan Nasrallah scharf verurteilt.

Alhadelek bezeichnet Nasrallah in seinem Artikel als „Händler von Leichenteilen und Leichen“ und konstatiert: „Wer die Leichen betrachtet, die nach dem Tauschgeschäft im Libanon angekommen sind, versteht, dass man der Hisbollah mit Verachtung begegnen muss; sie hat den Libanon mit Krieg überzogen, seine Wirtschaft zerstört, Hunderte von Familien verwaist und Tausende von Verletzten hinterlassen, und heute handelt sie mit Leichen und versucht sich mit dem Empfang von fünf Verbrechern zu schmücken. So beweist der Leichenhändler Nasrallah, dass er ein kleiner Mann ist, der sich aus Angst davor, dass Israel seine Hand nach ihm ausstreckt, im Dunkeln verbirgt.“

„Die terroristische Hisbollah“, so Alhadelek weiter, „die von dem persischen Gebilde mit fortgeschrittenen Raketen ausgerüstet wird, schmückt die libanesische Seite mit Aufklebern, die die menschlichen Gefühle verletzen und den terroristischen Charakter der verbrecherischen Organisation widerspiegeln. Auf den Aufklebern steht geschrieben „Israel vergießt Tränen der Trauer, und der Libanon vergießt Tränen der Freude“. Welche Freude erwartet den Libanon mit der Terrororganisation, die sich Hisbollah nennt und den Libanon seit vielen Jahren in Trauerkleider hüllt?!“

(Alwatan, 20.07.08  )

Und sollte die IAF wirklich die Atomproduktion des Irans zerstören, dann würden sich die Sunniten sehr darüber freuen, wenn der Bartwichtel mit Schaum vor dem Mund von Vergeltung faselt. Dann weiß man im arabischen Raum nämlich, dass die Bedrohung aus Teheran beendet ist. Man ist sich im Gegensatz zum Westen im arabischen Raum völlig klar darüber, dass eine atomare Bewaffnung des Irans nicht nur eine Bedrohung für die Mittelmeeranrainerstaaten darstellen würde, sondern auch die Staaten im arabischen Raum bedroht. Die VAE beten wahrscheinlich vom frühen Morgen bis zum späten Abend zu Allah, dass dieser die muslimischen Glaubensbrüder doch zur Vernunft bringen solle, damit die Investitionen ausländischer Firmen nicht plötzlich abreissen.

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2 Kommentare leave one →
  1. Juli 24, 2008 7:59 pm

    Die „Alle-Araber-sind-barbarische-Untermenschen“-Fraktion kann ich auch nicht ab, denn es gibt viel zu viele Gegenbeweise für so eine rassistische Sichtweise. Dass es in der arabischen/islamischen Welt ein großes Potenzial an kritischen Intellektuellen, aber auch an ganz einfach dem Hausverstand und einem gesunden Interesse am Diesseits folgenden Menschen gibt, darf niemals vergessen werden, denn diese Leute verdienen unsere Solidarität und nur diese Leute sind es, die auch Israel eines Tages ein Leben ohne ständige Gefahr ermöglichen können. Ich persönlich setze große Hoffnungen auf die Versuchungen des Kapitalismus, denn im Nahen und Mittleren Osten mehren sich die Stimmen jener, die einsehen, dass die Zusammenarbeit mit der High-Tech-Nation Israel ihrer eigenen Wirtschaft förderlicher sein wird als ein sinnloser und ressourcenvernichtender Dauerkrieg.

  2. taylor1944 permalink
    Juli 25, 2008 9:52 pm

    Servas Lindwurm,

    mir gehen diese Typen nur noch auf die Nerven die ihren Rassismus gegen Muslime hinter ihrer Israelsolidarität verstecken, eh wissen.
    Muslime sind für sie nur dann relevant, wenn diese ausgiebig gegen den Islam sind und werden verteufelt, wenn sich Muslime aber nicht instrumentalisieren lassen möchten.
    Man muß solidarisch mit diesen Leuten sein, die kritisch sind und etwas bewegen möchten. Der Kapitalismus, sowie eine liberale Einstellung können mehr bewegen als eine nationalreligiöse Haltung. Nicht umsonst besitzt Israel gute Beziehungen zu einigen arabischen Staaten abseits der Diplomatie.
    Im übrigen haben israelische Firmen, völlig getarnt, über die Niederlande auch nach dem Erdbeben im Iran geholfen. In Marokko fanden auch die meisten Verhandlungen zwischen Israel und Jordanien statt, bevor es zum Friedensvertrag kam. Ich hoffe ja, das irgendwann die Leute zu der Einsicht kommen, dass Israel die Lösung ist und kein Hindernis und kein Problem darstellt.

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