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Wahlunterstützung Made in USA

Juli 13, 2008

Könnten Sie sich vorstellen, dass die in Deutschland lebenden Ethnien sich hinsetzen würden und Websiten für die CDU, die SPD, oder die Grünen anmelden? Und dann vielleicht noch einen Song für Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier, Reinhard Bütikofer, oder Guido Westerwelle komponieren? Ich kann es mir auf jeden Fall nicht vorstellen, auch wenn ich Leute getroffen habe, die in ihren Wahlkreisen unterwegs sind und bei ihren türkischen, italienischen, serbischen oder spanischen Landsleuten für Unterstützung werben.

In den USA allerdings ist das völlig normal und jeder Präsidentschaftskandidat bekommt reichlich Support der jeweiligen Ethnie. Ob das nun die Iren sind, oder die Polen, oder, wie im Falle von Barack Obama, die Latinos und Hispanics in den USA. Extra für die Wahl in diesem Jahr haben sich mexikanische Einwanderer aus Los Angeles zusammengeschlossen und leisten mit ihrer Website Amigos de Obama Schützenhilfe auf dem Weg in’s Weiße Haus. Miguel Orozco, Gründer der Initiative und laut eigenen Aussagen, beheimatet in Washington D.C., ist der typische Amerikaner. Es ist egal woher Du kommst, oder was Du bist, entscheidend ist, was Du denkst und was Du machst. Das ist der Unterschied zwischen Deutschland und Amerika, während man in den USA seine Wurzeln nicht vergißt, sich aber anscheinend der Gemeinschaft anschließt, möchte man in Deutschland, dass die hier lebenden Menschen nach Möglichlichkeit deutscher als die Deutschen werden und wundert sich, warum sich gerade die hier lebenden türkischstämmigen abgrenzen.

Mag vielleicht daran liegen, dass man die Leute vierzig Jahre lang so behandelt hat, als wären sie auf der Durchreise und jetzt, wo sie eigentlich nicht mehr wissen was sie eigentlich sind, zwingen möchte deutscher als Deutsch zu werden, aber auch nicht irgendwie so ganz. Ist zwar schon etwas länger her, aber vor Dreihundert, oder Vierhundert Jahren wanderten ganze Völkerscharen in den deutschen Flickenteppich ein. Mein Oma hat mir immer, wenn es um andere und Toleranz ging, vom alten Fritz erzählt. Die Sprüche haben sich bei mir über die Jahre eingeprägt

In meinem Staate kann jeder nach seiner Façon selig werden.

Die Toleranz in der Gesellschaft muß jedem Bürger die Freiheit sichern zu glauben, was er will.

Das lebhafteste Vergnügen, das ein Mensch in der Welt haben kann ist, neue Wahrheiten zu entdecken; das nächste von diesem ist, alte Vorurteile loszuwerden.


Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nuhr die Leute, so sie profesieren, erliche Leute seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land pöbplieren, so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen.

Zurück zu den USA, Obama und ein Liedchen zu Unterstützung. Die Amigos de Obama haben einen richtigen Schmettersong gemacht, der auch den letzten Lowrider zum Urnengang aufruft, damit er seine Stimme Barack Obama gibt.

Hier im Puerto Rico Style für die Eastcoast

Und für Afroamerikaner

Davon ist man hier Lichtjahre entfernt.

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