Schlechtes Gedächtnis

Beer7 hat auf ihrem Blog einen Artikel aus der NZZ zerlegt, der typisch ist für die Berichterstattung über den Nahen Osten. Die Israelis werden dämonisiert, die palästinensischen Araber werden grundsätzlich als die Opfer dargestellt, die angeblich systematisch von der israelischen Armee ausgerottet werden.

Nun scheint man irgendwie Probleme mit der Wahrnehmung zu besitzen, sondern auch mit dem Gedächtnis hapert es ganz massiv. Vor ein paar Tagen lief auf Arte eine Dokumentation über Ariel Sharon und die Geschichte des Libanons in den siebziger und achtziger Jahren. Die Dokumentation hat bei mir die Erinnerung an die „lieben Palästinenser“ aufgefrischt und ihre Rolle im libanesischen Bürgerkrieg, der gerne von den Verantwortlichen verdrängt wird. Unter anderem wurde in dieser Dokumentation auch auf einen kleinen Ort im Libanon hingewiesen. Damour, ein Küstenort im Libanon, liegt etwa 20km südlich von Beirut. Fragen Sie mal einen Palästinenser, oder einen ihrer Politiker was dort am 20. Januar 1976 passiert ist.

Am Morgen des 20. Januar 1976 besetzten Einheiten, wahrscheinlich bestehend aus PLO und libanesischer Nationalbewegung den kleinen Ort und begannen systematisch die Häuser zu zerstören. Dann nahmen sie Rache für das Massaker von Karantina und töteten etwa 330 Zivilisten (andere schreiben von 586), verwüsteten den Friedhof, in dem sie die Gräber öffenten und die Leichen verstümmelten und im Ort verteilten. Später siedelten sich die Palästinser in Damour an und nach 1982 wurde der Ort von den israelischen Streitkräften wieder an die christlichen Libanesen übergeben. Nun ist jeder Tote ein Toter zuviel und der libanesische Bürgerkrieg wurde mit äußerster Gewalt und Brutalität geführt, Sabra und Schatila von den christlichen Falangisten mit Damour rechtfertigt.

Nur über Damour wurde nie viel geredet und von seiten der palästinensischen Politiker kam nie ein Wort der Kritik oder Selbstkritik über Damour. Überhaupt hat man ein recht seltsames Geschichtsempfinden, wenn es darum geht, die Rolle der Palästinenser im Nahen Osten zu bewerten, oder diese Dinge anspricht. Nicht nur dass palästinensische Terroristen den Terror nach Europa brachten, unterstützt von Rechten und Linken, hat sich bis Heute auch niemand dafür entschuldigt. Weder für München, noch für die Landshut. Als die PLO sich in Jordanien etablierte, da dauerte es nicht lange, bis sie einen Staat im Staate bildete und die innere Sicherheit Jordaniens gefährdete.

Gern unterstellt man König Hussein, er hätte die Schuld am Schwarzen September, allerdings war es die PFLP, die ein Attentat auf den König verübte. Daraufhin schlug die jordanische Armee zurück, denn es ist schon recht seltsam, wenn erwartet wird, dass sich ein Land auflösen soll, nur weil ein paar Flüchtlinge glauben sie hätten Hausrecht. Vor allem ging die Taktik der PLO nicht auf, die glaubte, Syrien, Lybien und Ägypten würden den Palästinensern zu Hilfe eilen und die jordanische Armee zerschlagen, den König absetzen und Jordanien den Palästinensern übereignen. Trotz dieser Ereignisse ist Jordanien das einzige arabische Land, dass den Palästinensern volle Rechte zusichert.

Arafat und die Seinen zogen, nachdem sie sich in Jordanien eine blutige Nase geholt hatten aus Jordanien ab und gingen in den Libanon, um sich dort auch wieder zu benehmen, als sei man die Staatsmacht. Auf Grund der selten dämlichen Vereinbarung der Libanesen mit Gamal Abdel Nasser, durften die palästinensischen Kämpfer ihre Waffen behalten, denn, so Nasser, würden sich die Palästinenser auch weiterhin an der Vernichtung Israels beteiligen und wären natürlich bewaffnet dazu besser geeignet. Die Palästinenser wiederum verstanden das ganze als Aufforderung zum Tanz und breiteten sich im Libanon aus. Auch hier bildete die PLO einen Staat im Staate. Willkürliche Festnahmen, Folter, Mord an den Bewohnern und Vergewaltigung gehörten für viele Libanesen zum Alltag.

Der damalige Vertreter des Libanon bei der UNO, Edward Ghorra, erklärte am 14. Oktober 1976 vor der Generalversammlung, Palästinensische Elemente, die verschiedenen … Organisationen angehören, haben Libanesen – und auch Ausländer – entführt, gefangen gehalten, verhört, gefoltert und in manchen Fällen sogar getötet“ Die Palästinenser hatten im libanesischen Bürgerkrieg eine tragende Rolle, über die allerdings wird so gut wie nicht berichtet. Statt dessen stellt man sich als ewiges Opfer dar und wird von der westlichen Welt auch als Opfer gesehen. Reduziert wird das ganze auf Sabra und Schatila. Israel der Täter, dessen christliche Schergen die Drecksarbeit erledigt haben, auf der anderen Seite die Palästinenser als Opfer. Und so geht das die ganze Zeit.

Es ist kein Wunder, dass sich die Palästinenser selber als die „Juden der Gegenwart“ sehen, wenn die Medien ihnen diese Rolle praktisch zuschreiben und sie aus ihrer eigenen Verantwortung nehmen. Die von den Palästinensern durch den Nahen Osten gezogene Blutspur wird schlicht und ergreifend negiert, oder als Reaktion auf die angeblichen Untaten der Israelis reduziert. Die wenigsten Nahostexperten und Journalisten würden auf die Idee kommen, sich in die Ursachen zu vertiefen.

Im Libanon will die Palästinenser keiner haben, man will sie nicht, nicht weil sie Flüchtlinge wären, sondern aus der Erfahrung des Bürgerkrieges. Und nirgendwo werden die Palästinenser auf Grund der gemachten Erfahrungen schlechter behandelt. Die libanesische Armee geht in den Flüchtlingslagern mit äußerster Härte gegen sie vor und es interessiert keinen, im Gegenteil legt man den Focus auf Westbank und Gaza. Zvi Bar’el Journalist der Ha’aretz beschrieb die Lebensbedingungen im Libanon wie folgt

Nicht wenige Libanesen werden Ihnen erklären, dass sie das Gefühl haben, noch immer unter Besatzung zu leben, da Teile des Landes von hunderttausenden palästinensischer Flüchtlinge beherrscht werden, die in Enklaven leben, Waffen tragen und weder vor Gericht gestellt noch deportiert werden können.» Das unter Gamal Abdul Nasser 1969 unterzeichnete Kairoer Abkommen zwang die Libanesen, den Palästinensern das Tragen von Waffen zu gestatten, damit sie ihren Kampf gegen Israel weiterführen konnten. Zwar wurde das Abkommen 1987 annulliert, doch war Libanon seither nicht fähig, die Bewaffnung der Palästinenser zu reduzieren, welche die Flüchtlingslager als unabhängige Einheiten führen.

Libanon reagierte mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, inkl. wirtschaftlichem Druck: Wer durch libanesisches Gebiet reisen will, braucht eine Sonderbewilligung, und in 69 verschiedenen Berufszweigen, inkl. dem medizinischen und juristischen, dürfen Palästinenser nicht beschäftigt werden. Palästinensische Ärzte, die außerhalb der Lager Privatkliniken betrieben, wurden vor Gericht gestellt. In den Lagern verdienten sie in Kliniken im Monat 200 Dollar, ausserhalb 900.

Arbeitsbewilligungen erhalten Palästinenser vor allem für die Zitronenhaine Libanons, wo sie 8 Dollar pro Tag verdienen können – etwas weniger als die Gastarbeiter aus Sri Lanka erhalten. Palästinenser dürfen weder Land noch Häuser kaufen, und wer seine Wohnung in einem Lager renovieren will, benötigt eine Sondergenehmigung, die nur schwer erhältlich ist. Der libanesische Wirtschaftsboom macht einen weiten Bogen um die Flüchtlingslager.

So zahlt die libanesische Regierung zwar jeder Familie, die ihre Behausung räumt, 5000 Dollar, doch kann man für diesen Betrag nirgendwo im Lande auch nur eine Bruchbude kaufen. Dann heißt es offiziell, Palästinenser könnten sich ihren Arbeitsplatz frei suchen, vorausgesetzt, sie erhalten eine Arbeitserlaubnis von der zuständigen Gewerkschaft. Dieser wiederum ist es von Gesetzes wegen untersagt, Neumitglieder zu akzeptieren, die keine libanesischen Bürger sind. Der Teufelskreis ist geschlossen. Hinzu kommt, dass UNRWA, die Flüchtlings-Hilfsorganisation der UNO, die bisher eine wichtige Quelle für Einkommen und Arbeit in Libanon gewesen ist, ihre Aktivitäten dort einschränkt. So werden keine Bücher, Hefte, Bleistifte usw. mehr gratis abgegeben. Die medizinische Versorgung ist unzureichend, und für den Kauf neuer bzw. der Renovierung veralteter Ausrüstung gibt es kein Budget. Dieses wird größtenteils für die Löhne von Ärzten und Schwestern aufgewendet, die mehrheitlich in Osteuropa ausgebildet worden sind und nicht über die Mittel verfügen, um ihr Wissen oder ihre Technik auf den neuesten Stand der Entwicklung zu bringen.

Gern würde man die Flüchtlinge aus dem Libanon vertreiben und hatte schon Pläne von der Umsiedlung nach Deutschland, Canada, oder Rücksiedelung nach Jordanien. Darüber sollte man vielleicht mal reden. Darüber sollten die Palästinenser nachdenken und sich klar darüber werden, welche Mitschuld sie an ihrem vermeintlichen Schicksal haben. Aber solange das nicht passiert, werden wir uns auch weiterhin über die übliche Berichterstattung aufregen dürfen.

Mehr von Edward Ghorra

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7 Gedanken zu “Schlechtes Gedächtnis

  1. Ja mit der Berichterstattung ist das so eine Sache.
    In allen so genannten seriösen Medien wird zum Beispiel
    immer noch unablässig behauptet die Hamas habe die Macht im Gazastreifen gewaltsam an sich gerissen. In Wahrheit hat sich die vom palestinensischen Volk demokratisch in die Regierung gewählte Hamas gegen einen von außen gesteuerten Putsch zur Wehr gesetzt.
    Außerdem empfinde ich es immer noch als einen Unterschied, ob man am Abzug eines F16 Kampfjets oder einem Apache Hubschrauber aus großer Höhe Menschen geziehlt umbringt, oder sich aus Verzweiflung selbst in die Luft sprengt.
    Gewalt hat immer den selben Boden. Dieser Konflikt ist gewollt und wird von den üblichen Verdächtigen von außen gesteuert.

  2. djdeutschland,

    vielleicht lassen Sie uns an Ihren Verschwörungstheorien teilhaben. Ich liebe Märchen, besonders Geschichten aus 1001 Nacht habe ich als Kind schon gern gelesen. Bitte aber die Feen, Elfen und Kobolde nicht vergessen.
    Vielleicht erklären Sie auch mal welche angebliche „Verzweiflung“ Terroristen dazu bringt, Frauen, Kinder, Jugendliche und Ausländer auf Busbahnhöfen, Einkaufsmärkten, in Cafes, Bussen und öffentlichen Einrichtungen in die Luft zu sprengen, oder Raketen auf Sderot, Ashkelon und den Negev abzufeuern.
    Und schön wäre es, aus berufenem Mund zu erfahren, wer gegen wen mit wessen Hilfe geputscht hat und wer die „üblichen Verdächtigen“ sind, die den Konflikt von außen steuern. Die Hamas erklärt ja, ich nehme an, Sie lesen regelmäßig die Stellungnahmen der Hamas, sie wolle nicht eher ruhen bis Israel vernichtet ist. Und da fallen mir als Außenstehende adhoc der Iran und Syrien -Saddam ist ja nicht mehr dank den USA- ein.

  3. Lieber Mr. Taylor,

    nein ich lese nicht die Stellungnahmen der Hamas.
    Der missglückte Putschversuch der mit der Hilfe de Amerikaner von Ägypten aus
    gesteuert wurde ist verbrieft und wurde auch auf internationaler Ebene besprochen.
    Enthüllt von der weiß Gott nicht Israelfeindlichen „Vanity Fair“.
    Es amüsiert mich schon, daß Sie sich so aufregen und so polemisch werden.
    So sind halt Menschen mit festem Weltbild.
    Ich gehöre sicher nicht dazu.
    Egal um welche Art von Terroristen es sich handelt,
    Menschen die Menschen umbringen, sind Mörder!

  4. djdeutschland,

    ach wissen Sie, da fehlt es Ihnen noch bevor ich mich aufrege. Ich finde manche Weltbilder immer wieder erstaunlich.

    „Der missglückte Putschversuch der mit der Hilfe de Amerikaner von Ägypten aus
    gesteuert wurde ist verbrieft und wurde auch auf internationaler Ebene besprochen.
    Enthüllt von der weiß Gott nicht Israelfeindlichen “Vanity Fair”.“

    Aha, na ja die Vanity Fair ist ja auch in der Tat eine äußerst seriöse Quelle, neben Frau im Spiegel und Gala.

    „nein ich lese nicht die Stellungnahmen der Hamas.“
    Das hätten Sie vielleicht mal machen sollen. Es ist immer sehr aufschlussreich, vor allem wenn die Hamas von einem Putsch nichts mitbekommen hat.

    „Egal um welche Art von Terroristen es sich handelt,
    Menschen die Menschen umbringen, sind Mörder!“

    Liest sich bei Ihnen allerdings etwas anders und Sie sind bei meiner Frage ausgewichen, also gehe ich davon aus, dass Sie die Terrorattentate der Araber aus dem Gaza und Westbank anders bewerten, als das Recht zum Schutz seiner Bürger.
    Lesen Sie sich einfach noch mal Ihren Satz durch, dann verstehen Sie auch meine Frage.

    „So sind halt Menschen mit festem Weltbild.
    Ich gehöre sicher nicht dazu.“

    Ja das merkt man voll und ganz. Ein bisschen Halbwissen aus der Vanity, ist in der Tat geeignet einen Konflikt zu bewerten.
    Dann lieber ein festes Weltbild, als eine Kuschelwuschelvorstellung.

  5. Lieber Mr. Tayler,

    langsam, das gebe ich zu, nerven Sie ein wenig mit Ihren Verdrehungen.
    Vielleicht ist es auch meine Schuld und ich drücke mich falsch aus.
    Ich persönlich freue mich jedenfalls wenn man meine Beiträge kommentiert und
    beschimpfe Menschen die einen anderen Blickwinkel haben als ich, nicht gleich
    als Idioten, so wie Sie es tun.
    Haben Sie ein Aggressionsproblem?
    Ich beziehe mich nicht auf die Vanity Fair, sondern auf Einlassungen von Condoliza Rice darauf, Jedermann zugänglich.
    Für mich bleibt es jedenfalls ein asymmetrischer Konflikt.
    Das Existensrecht Israel ist unbestritten, daß der Palästinenser muß allerdings auch gewährleistet sein.
    Und noch einmal, nicht das es heißt ich würde mich um eine Antwort drücken.
    F16 Kampfbomber und Apachehubschrauber zur Bombardierung von Wohngebieten einzusetzen ist für mich etwas anderes als mit selbstgebauten Kassamraketen die max. 15 Kilometer Reichweite haben gegen Besatzung und Entrechtung zu wehren. Menschen die sich selbst in die Luft sprengen wie zum Beispiel auch schwangere Frauen in Beslan, müssen schon ziemlich verzweifelt sein, mehr habe ich nicht gesagt.
    Sadam, der für den Einsatz von Giftgas in Halebche gehängt wurde, hat diese Waffe Bauch an Bauch von Rumsfeld bekommen, der wurde meines Wissens aber noch nicht gehängt!
    Seit der Invasion der Amerikaner im Irak hat sich die Gewalt nicht verringert, sonder erheblich verschlimmert. Die hunderte von Milliarden die bisher in diesen rechtswidrigen Krieg geflossen sind, sind angesichts der in Not lebenden Mehrheit der Bevölkerung, unterlassene Hilfeleistung und für mich als Jude ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

    Shabbat Shalom!
    djdeutschland

  6. djdeutschland,

    wenn Sie glauben von mir beschimpft zu werden, dann sollten Sie vielleicht mal einen Kurs in Textverständnis belegen.
    Vor allem frage ich mich, was wollen Sie eigentlich? Es ging um die Rolle der palästinensischen Araber im Libanon und sofort kommt ein G’scheiter daher und faselt was vom Gaza, von den USA und von finsteren Mächten.
    Und darum ging es gar nicht, aber Sie sind ein typisches Beispiel wie focussiert doch der Blickwinkel derer ist, die sich zum Nahen Osten äußern.

    „Haben Sie ein Aggressionsproblem?“

    Nö, noch nicht. Aber bei dem was Sie schreiben, kann sich das schnell ändern, Mir gehen nämlich Leute auf die Nerven, die sich einen Heiligenschein aufsetzen und Menschrecht gern selektiv wahrnehmen.

    „Ich beziehe mich nicht auf die Vanity Fair, sondern auf Einlassungen von Condoliza Rice darauf, Jedermann zugänglich.“
    Ach, auf einmal? Waren Sie es nicht der geschrieben hat, „Enthüllt von der weiß Gott nicht Israelfeindlichen “Vanity Fair”. Also was jetzt, haben Sie mal fix gegoogelt?
    Die USA „sollen“ angeblich, „sollen“ heißt,“nichts genaues weiß man nicht.“ In der Tat ist es korrekt, dass die USA die Fatah unterstützt haben, den Grund dürften Sie doch kennen. Weder die USA, noch Israel machen daraus einen Hehl. Nun kann man ja sagen die Hamas wäre eine demokratische Partei, weil sie halt in einer Wahl gewählt wurde. Müssen also die Israelis mit einer Partei verhandeln, die nicht nur Terrorangriffe selber ausübt, sondern auch zur Vernichtung eines Staates aufruft, weil sie gewählt wurde? Und mit wem soll man denn verhandeln? Die Hamas zumnidest lehnt Verhandlungen ab. Und glauben Sie mir, ich glaube in dieser Beziehung der Hamas mehr, als irgendeinem westlichen Journalisten oder senilen Ex-Präsidenten.

    „Das Existensrecht Israel ist unbestritten, daß der Palästinenser muß allerdings auch gewährleistet sein.“

    Wer bestreitet dies denn? Den Friedensproßess haben Sie verfolgt? Und auch wer immer wieder die Bemühungen torpediert hat? Kein Israeli bestreitet die Existenz, nur, sollte die arabische Seite in Westbank und Gaza vielleicht mal zeigen, dass sie in der Lage sind ein Vertrauen zu rechtfertigen. Bisher ist dies nicht geschehen und ich finde es eine Frechheit, wenn sich jemand hinstellt und verlangt, man soll sich abschlachten lassen, aber bitte schön noch zu Verhandlungen bereit sein. Da können Sie schreiben, „das Existenzrecht Israels“ sei unbestritten. Das höre ich seit 30 Jahren und immer von Leuten die jeden Terrorakt der palästinensischen Araber rechtfertigen.

    „F16 Kampfbomber und Apachehubschrauber zur Bombardierung von Wohngebieten einzusetzen ist für mich etwas anderes als mit selbstgebauten Kassamraketen die max. 15 Kilometer Reichweite haben gegen Besatzung und Entrechtung zu wehren.“

    Sagen Sie mal, wollen Sie mich provozieren? Weder „bombardieren“ F16 und Apache, Wohngebiete, wenn dann Häuser in denen sich Terroristen verschanzen, denen das Wohl ihrer eigenen Leute am Arsch vorbei geht. Das ist ja wohl absolut Menschenverachtend was Sie hier von sich geben. Kassamraketen töten Menschen. Sie verletzen Menschen, sie traumatisieren Menschen und Sie rechtfertigen den Terror, so schaut’s aus. Sie behaupten allen Ernstes, es gäbe ein Recht sich gegen eine Besatzung zu wehren, die offensichtlich in ihrer Phantasie statt findet. Seit 2005 ist der Gaza „judenrein.“ Haben Sie das jetzt begriffen? Wer gibt also das Recht, Raketen auf einen souveränen Staat zu schießen und damit Menschen zu töten. Dabei sterben auch keine Soldaten, sondern Frauen und Kinder. Und kommen Sie mir nicht mit Entrechtung an, Sie haben überhaupt keine Ahnung was sie da schreiben.

    „Menschen die sich selbst in die Luft sprengen wie zum Beispiel auch schwangere Frauen in Beslan, müssen schon ziemlich verzweifelt sein, mehr habe ich nicht gesagt.“
    Beslan liegt in Nordossetien, was hat das jetzt im den Nahen Osten zu schaffen und wollen Sie jetzt ernsthaft den Krieg der korrupten Russen gegen Frauen, Kinder und alten Menschen vergleichen? Wenn Sie sich vielleicht mal kundig gemacht hätten, es gibt genügend Lektüre, wie Terrororganisationen die Menschen indoktrinieren, dann wäre Ihnen vielleicht klar, dass die Leute meist nicht freiwillig als menschliche Bombe durch die Gegend laufen. Wollen Sie also die Taten der Terroristen rechtfertigen, für die Menschen einen Scheißdreck gelten?
    Denn geschrieben haben Sie genau dies. Sie stellen eine Bewertung auf. Zivilisten in Israel sind an ihrem Schicksal selber Schuld, weil die Terroristen gezwungen werden Menschen zu töten, während die andere Seite, in diesem Fall die IAF Mörder sind.
    So eine Heuchelei finde ich, gelinde gesagt zum kotzen.

    „Sadam, der für den Einsatz von Giftgas in Halebche gehängt wurde, hat diese Waffe Bauch an Bauch von Rumsfeld bekommen, der wurde meines Wissens aber noch nicht gehängt!“

    Saddam wurde nicht für seinen Gifgaseinsatz in Halabja verurteilt und gehängt, sondern wegen der Vergeltung eines fehlgeschlagenen Attentats an den Einwohnern von Dudschail. Und Rumsfeld hat Saddam keine Waffen geliefert, schon gar kein Giftgas, lesen Sie eigentlich keine Bücher? Vielleicht schauen Sie mal bei Wadinet vorbei, Herr von der Osten-Sacken erklärt Ihnen gerne, wer Saddam alles beliefert hat. Das Giftgas, besser die Anlagen zur Herstellung kamen aus Deutschland. Das ist schon seit fast 20 Jahren bekannt. Neben Deutschland, gehörten Groß Britannien, Frankreich, die UdSSR, Österreich, die DDR, die CSSR, China und ein paar weitere Staaten. Die Lieferungen der USA waren da eher bescheiden.
    Wenn Sie denn schon einen Diktator rechtfertigen möchten und für Herrn Rumsfeld gern die Todesstrafe sehen würden, dann fangen Sie am besten in Europa an.

    „Seit der Invasion der Amerikaner im Irak hat sich die Gewalt nicht verringert, sonder erheblich verschlimmert.“

    Da sagen die Zahlen aber was anderes. Und haben Sie sich schon mal überlegt, dass dort überwiegend Muslime andere Muslime töten?

    „Die hunderte von Milliarden die bisher in diesen rechtswidrigen Krieg geflossen sind, sind angesichts der in Not lebenden Mehrheit der Bevölkerung, unterlassene Hilfeleistung und für mich als Jude ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

    Ach Gottchen, na das mußte ja kommen, das mir jemand erklärt er sei Jude. Na das erklärt ja dann alles. In letzter Zeit treffe ich irgendwie häufiger Menschen die mir erst mal erklären was für ein Dreck die Israelis sind und wie die Palästinenser leiden, um mir dann, völlig ungefragt, mitzuteilen sie seien Juden, als würde Religion irgendeinen Unterschied machen.
    Zurück zu Ihrem Satz. Was die rechtliche Seite betrifft, sind Sie jetzt auch Jurist, dass Sie das beurteilen können? Fakt ist der Diktator ist weg und nicht wenige Iraqer sind darüber mehr als froh. Wollen Sie bestimmen, wie die Menschen zu leben haben? Aus eigener Kraft gelang es den Iraqern nicht Hussein zu stürzen. Und in Not lebt die Mehrheit dort eigentlich nicht, auch wenn das immer wieder gerne behauptet wird, denn man möchte nicht, dass die USA vielleicht richtig liegen. Nicht wenige in Europa werden den USA die Normandie nie vergessen.

    Und jetzt tun Sie mir und sich selbst einen Gefallen und bilden Sie sich erst Mal. Vor allem lassen Sie das mit Ihrer Religion weg. Mir ist das völlig wurscht, ob jemand Christ, Jude, Buddhist, Muslim ist, oder einen Baum anbetet. Religion sagt nicht unbedingt etwas über den Menschen aus. Es ist kein Qualitätssiegel und auch keine Charactereigenschaft.
    Aber hey, vielleicht können Sie ja dann mit der Felicia, der Evelyn, dem Hajo und dem Alfred ein Kollektiv aufmachen. Die Website haben Sie ja schon.

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