Es Grosser(t) im Gebälk

Sie sind immer zur Stelle wenn es darum geht, Antizionismus Israelkritik zu legitimieren. Die Kosher Nostra ist stets zur Stelle und der Israelkritiker nutzt sie gerne, denn wenn die sagen, was man selber denkt, dann kann man ja kein Antisemit oder Antizionist sein. Dabei werden die Alibijuden in verschiedene Kategorien ihrer Wichtigkeit eingeteilt. Jemand der in Israel lebt, oder sogar dort geboren wurde ist wichtig, aber nicht so wichtig wie jemand der in Israel gelebt und natürlich auf Grund der rassistischen Politik nach Europa übersiedelte -emigrierte kann man ja eigentlich nicht sagen-. Er steigt dabei in der Gunst, wenn er seine Zelte in Deutschland aufschlägt. Das ganze kann nur jemand toppen der den Holocaust überlebt hat, dann nach Israel ging und natürlich wegen dem alltäglichen Rassismus -manche sagen Apartheid- wieder in das Land der Opfer Täter zurück kam. Die gibt es noch seltener wie einen Sechser im Lotto, aber dafür gibt es Ersatz, praktisch Sechs Richtige mit Zusatzzahl, sollten diese sogar noch was gegen Israel haben, dann ist das quasi die Superzahl. Der eine ist Hajo Meyer, hat allerdings das Manko, das er selten in der Presse ist. Besser ist da jemand der nicht nur Jude ist, die NS-Zeit überlebt hat, in der Presse zitiert wird und sogar noch zweisprachig unterwegs ist, also in diesem Fall deutsch und französisch. Dann ist das Glück quasi perfekt, wenn er auch noch gegen Israel wettert und den Kritikern Generalabsolution erteilt. Da jubiliert man, denn schließlich mochten die Franzosen die Deutschen ja auch nicht so sonderlich, aber dieser Mann gibt einem das Gefühl geliebt zu werden und in seinen Ansichten Recht zu haben. Dazu ist er noch Politologe, was besseres kann nicht passieren, außer die Kadima erklärt in der Knesseth die Gründung Israels war ein elementarer Fehler. Aber die sind zum Glück nicht völlig barre.

Nein, hier geht es um Alfred Grosser der sofort zur Hand ist, wenn die Felicia keine Zeit hat, der Hajo Schülern erklärt es gab auch gute Seiten nach 33 und man die anderen eh nicht versteht. Grosser, der spät zu seinem Judentum gefunden hat -wahrscheinlich weil Antizionismus mehr Bewunderer bringt-, erklärt gerne und ausgiebig seine Sicht der Dinge und spart dabei auch nicht dem Antizionisten zu erklären, dass er kein Antizionist ist, sondern ein berechtigtes Interesse an Israel der Welt besitzt und sich da von den üblichen Verdächtigen bloß nicht seine Objektivität nehmen lassen soll. Man muß ja schließlich auch mal sagen dürfen und wenn der Grosser das sagt, dann kann es ja nicht falsch sein. Praktisch psychologische Betreuung für Wiederholungstäter die der Meinung sind, die Juden sind an allem schuld, Israel ist ein Apartheidsstaat der seine Nachbarn unterdrückt und diskriminiert, sowie schon pathologisch agressiv ist und deswegen immer Kriege führt, obwohl die Nachbarn doch echt alle tutti sind.

Der Netzzeitung gewährte er im letzten Monat ein Interview dass Balsam für die Seele gewesen sein dürfte. „Jüdischer Publizist im Interview“ steht ganz oben. Natürlich reicht es nicht, „der Publizist,“ oder „der (bekannte) Politologe“ zu schreiben, nein, es ist ganz wichtig die Religion zu nennen, oder die Staatsangehörigkeit, damit Rassismus, oder in diesem Falle die Israelkritik legitimiert werden kann. Wenn Max Müller ein Interview gibt und die gleichen Aussagen macht, dann ist das ja nicht vergleichbar, aber der Zusatz „Jude“ gibt den Kick und so legt Grosser los, wie man es von ihm in letzter Zeit gewohnt ist, schließlich will er auch nicht schweigend daneben stehen, sondern Leuten wie Henryk M. Broder zeigen wo Bartels den Most holt. Broder ist nämlich ein ganz schlechtes Beispiel wie ich mir sagen lassen durfte. Nicht nur Jude, sondern auch noch Pole und Islamophob noch dazu, außerdem noch Publizist. Das heißt für einige, er klaut die Radkappen von einem Mercedes, vertickt diese im Internet, schreibt dazu noch einen Artikel im Spiegel und gibt den Muslimen die Schuld. Da kann man froh sein, wenn es noch moralische Instanzen wie Grosser gibt.

Und Grosser weiß nun mal wie die Dinge stehen, auch wenn er Israel nur mit Hilfe einer Lupe auf dem Globus findet, so ist er doch stets auf dem Laufenden und die Bar Mitzwah hat er ja nicht umsonst gemacht, auch wenn er mit dem Judentum soviel gemeinsam hat, wie ein getaufter Christ der Gottesdienst nur vom Hörensagen kennt und das letzte Mal zur Konfirmation in der Kirche war, wegen den geilen Geschenken. Hauptsache man ist es und kann sich äußern.

Gewünscht hätte er sich auf jeden Fall, dass Frau Merkel den Israelis mal mehr Vergleiche entgegen setzt, so wie, „Das was Sie im Gaza machen, das hat die SS in Oradour schon gemacht,“ da Frau Merkel aber noch alle Sinne beisammen hat war er doch ein wenig konstaniert und fand das Auftreten von Frau Merkel alles in allem etwas mutlos

„Ich hatte gehofft, sie würde Israel kritisieren. Sie hat in ihrer Rede Israel aber nur unterstützt. Sie sprach nur von den Raketen, die von Gaza aus auf Israel geschossen werden. Sie sprach nicht vom Hunger in Gaza, nicht von der furchtbaren Repression. Sie sprach nicht von all dem, was Israel anders machen müsste, damit es endlich Frieden geben kann.“

Grosser war weder in Israel, noch in den Autonomiegebieten, aber er plappert gerne die üblichen Sätze. Laut der FAZ, die auch der Herr Grosser schätzt, wurde Sderot insgesamt 4800 mal in sechs Jahren beschossen. 2006 hielten sich 70 Diplomaten in Sderot auf. 20 Minuten nach dem Verlassen erfolgte der Code Red und Qassamraketen schlugen in Sderot ein.

70 Diplomaten sind am Donnerstag einer Einladung Außenministerin Tzipi Livni gefolgt und haben die Stadt Sderot besucht. Dort sprachen sie mit Schülern einer vierten Klasse. Wegen der täglichen Angriffe gehen etwa ein Drittel der Schüler überhaupt nicht mehr zur Schule. In einem Polizeirevier der Stadt konnten die Diplomaten detonierte Qassam-Raketen aus der Nähe betrachten. Außenministerin Livni sagte, je primitiver die Waffen, desto schwerer sei es, sie abzufangen. Nur 20 Minuten nachdem die Delegation den Ort verlassen hatte, schlugen in der Nähe zwei Qassam-Raketen ein.

Was wäre wenn diese Raketen in Straßburg eingeschlagen wären, weil eine Grupper der Meinung ist das Elsass wäre immer noch Deutsch? Das interessiert ihn aber nicht und Ahnung hat er keine, denn die Versorgungslage ist trotz seines Gelabers im Gaza recht gut. Niemand leidet dort Hunger und trotz der angeblichen Repressalien werden die Bewohner aus dem Gaza in israelischen Krankenhäusern behandelt, so sie es denn schaffen der Hamas zu entrinnen.

Aber natürlich sind die Israelis schlimmer als Nazis. Das weiß man als guter Antisemit/Antizionist und man muß darauf auch immer hinweisen, dass es sich bei Israel eigentlich um einen faschistischen Staat handelt den man als Antifaschist bekämpfen muß, wen interssiert da schon die NPD in den Landtagen, die sind so weit weg wie Moskau, oder Vladiwostok, aber Israel, das liegt ja fast um die Ecke

„Deutschland muss Kritik üben. Die Menschen, die Hitler Widerstand geleistet haben, haben das nicht nur wegen der Vernichtung der Juden getan, sondern damit nie wieder Menschen, damit nie wieder Rassen verachtet werden. Israel aber verachtet die Würde der Palästinenser.“

Tja, die Menschen im Widerstand haben mit den Juden nichts am Hut gehabt und ich kenne keinen Widerstandskämpfer der sich groß mit den Juden beschäftigt hätte. Entweder wollten sie das Regime verhindern, oder waren begeistert dabei und sahen die Judenerschießungen als notwendige Maßnahme an. Das große jammern kam erst, als die rote Armee der Wehrmacht in den Hintern trat und die Westalliierten immer größere Erfolge landen konnten und in der Normandie landeten, da wollte man retten was zu retten ist, an die Juden dachte man da überhaupt nicht. Weder betreibt Israel eine Vernichtungspolitik, noch mißachtet man die Würde der Araber -Als Palästinenser betrachtet man sich in den Autonomiegebieten erst seit Mitte der sechziger Jahre-. Im Gegenteil sitzen Araber in der Knesseth, oder bekleiden hohe Positionen. Unter den Nazis war das nicht der Fall. Das sollte er eigentlich wissen.

Generös geht Grosser über alles hinweg und die Ahrendts dieser Welt geht das wie Balsam den Hals runter. Ob Apartheid

Doch die gibt es nicht mehr, weil Israel eine Isolierungspolitik kleiner palästinensischer Einheiten betreibt. Manche sprechen auch von Bantustan – nicht ganz zu Unrecht…

oder Verhandlungen

Friedensverhandlungen über was? Das ist doch die Frage, die leider nie gestellt wird. Verhandlungen darüber, dass Israel keine Besatzungsmacht mehr ist? Verhandlungen darüber, dass Israel keine neuen Kolonien mehr baut? Aber es werden neue Kolonien gebaut, Ostjerusalem wird gerade völlig enteignet. Wissen Sie, alles was ich sage, sagen auch viele Israelis. Aber wenn Kritik an der israelischen Regierung in Deutschland oder Frankreich geäußert wird, dann wird sie als antisemitisch bezeichnet. In dieser Logik wären auch alle israelischen Kritiker der israelischen Politik Antisemiten – das ist doch ein bisschen stark.

Grosser zeigt das er eigentlich keine Ahnung hat, aber da er als Alibijude gern genutzt wird, findet er dankbare Abnehmer. Zunächst sollte man sich mit dem System der Apartheid vertraut machen, dann sollte man endlich mal zur Kenntnis nehmen, dass Israel ständig und permanent kritisert wird, ohne dass jemand die Antisemitismuskeule schwingt, außer in der selektiven Wahrnehmung der Israelkritiker die ihren Satz, „man wird ja wohl noch sagen dürfen,“ ständig damit beenden, dass sie ja von der zionistischen Lobby sofort einen Maulkorb verpasst bekommen und zensiert werden. Warum diese Spinner ständig und überall ihren Unsinn verbreiten das erklären sie nicht und Grosser begreift das auch nicht. Sollte man in Frankreich Partei für Israel ergreifen wollen, oder Kritk üben, dann steht man fix vor Gericht, wie im Falle der Aufklärung der Causa Mohammed Durra. Soviel also zum angeblichen Antisemitismusvorwurf, der angeblich gern und reichhaltig benutzt wird.

Um Grosser in seinen Aussagen zu legitimieren schreibt die Netzzeitung er sei als Antisemit verschrien. Das kann natürlich nicht sein und bestätigt eine gewisse Logik. Ein Jude kann nie ein Antisemit sein und damit kann er sagen was er will, er könnte sogar David Ben Gurion unterstellen ein Massenmörder zu sein, allein die Tatsache dass dies ein Jude gesagt hat macht einen Antisemiten unangreifbar. Grosser ist kein Antisemit und das nicht weil er jüdisch ist. Er ist einfach nur ein Volltrottel der auf seine alten Tage noch nach Anerkennung sucht. Andere Pensionisten gehen Tauben vergiften im Park, oder spielen ein bisschen Schach, das ist ihm aber zu fad und so biedert er sich an jeden Antisemiten Kritiker Israels an, damit er sich noch wichtig fühlt. Man kann ja nun über Peter Scholl Latour sagen was man will, aber dazu läßt er sich nicht herab und ist da irgendwie intelligenter.

Vielleicht gibt Alfred Grosser auch noch der Nationalzeitung, oder dem Muslim Markt ein Interview, wundern würde es mich nicht, da hat er im Alter dann endlich mal Aufmerksamkeit

Advertisements

3 Gedanken zu “Es Grosser(t) im Gebälk

  1. Pingback: Kosher Nostra « Das politisch inkorrekte Wörterbuch

  2. Pingback: Stoff für’s Hirn 0419 « abseits vom mainstream - heplev

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s