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Support Sderot

März 11, 2008

Vor knapp zwei Jahren suchte ich nach einem Restaurant. Bedingung waren angeschlossene Gästezimmer, die ich der israelischen Botschaft zur Verfügung stellen wollte, damit nicht nur Gewaltopfer, sowie ihre Angehörigen, sondern ganz besonders die Menschen aus Sderot nach Möglichkeit mal etwas anderes sehen und erleben können, ohne jeden Tag nach dem nächsten Bunker Ausschau halten zu müssen. Das Angebot welches mir unterbreitet wurde war nicht verkehrt und für die Zwecke ausreichend. So plante ich dann alles durch und wartete auf die Zahlen des Besitzers, die er mir dann kurz vor dem Banktermin reinreichte und damit die komplette Planung über den Haufen warf. Damit war das Projekt gestorben. Ok, manchmal gewinnt man und manchmal verliert man.

Heute beschrieb der Grenzgänger auf seinem Blog das Disraeli Projekt und Eindrücke aus Sderot. Die Lage in Sderot ist mehr als kritisch und es läßt sich kaum beschreiben wie eine Situation ist, wenn man ohne Furcht im Cafe sitzen kann, durch den Supermarkt schlendert, oder die Auslagen in den Geschäften betrachtet. Dies Privileg haben die Bewohner dort nicht, sondern sind dort eher wie Hasen auf dem Feld unterwegs. Eine Situation die unerträglich ist, dort aber zum täglichen Umgang gehört und seit Jahren  Alltag ist. Ilan Bruner beschreibt die Situation in Sderot folgendermaßen

Ich wollte von Nahem sehen und lernen, wie die Menschen dort mit dem täglichen Beschuss durch Kassams leben. Es sollte der Tag mit dem schlimmsten Beschuss seid je her auf Sderot werden.
Ich erlebte wie über 30 Raketen innerhalb der wenigen Stunden, die ich in Sderot verbrachte, auf die Stadt nieder prasselten.
Eine Person wurde getötet, Andere verwundet und eine Menge Sachschaden angerichtet. Insgesamt sind an diesem Tag 50 Raketen auf Sderot gefallen.
Die Frustration und Verzweiflung der Menschen war überall spürbar und die meisten mit denen ich auf den Strassen und in Geschäften sprach, waren in Sorge und voll von Angst um Angehörige und Freunde.
10 Sekunden nachdem der “Rot Farbe” Alarm durch die Lautsprecheranlage ertönte war eine Explosion zu hören.
Einige Explosionen waren weit entfernt andere sehr, sehr nah. Während alle getrieben von Neugier und Sorge zu den durch die von den Raketen getroffenen Regionen rannten , telefonierte jeder mit dem Handy, fragend und erzählend was passiert ist oder einfach nur um mitzuteilen, dass mit ihnen selbst alles in Ordnung sei.
Dieses ganze Szenario wiederholte sich nach jeder einzelnen Explosion.

Man stelle sich vor es würde hier passieren, mitten in Europa. Nach dem zweiten Weltkrieg war es beispielsweise Irland, dass sich wenig um die Ereignisse in Deutschland scheerte und irische Familien Kinder aus dem Nachkriegsdeutschland aufnahmen. Irland war zwar neutral, aber mit Sicherheit war man nicht verpflichtet, den Kindern einige Wochen der Unbeschwertheit zu bereiten. Es wurde einfach gemacht.

Wie wäre es also, wenn man sich revanchiert und Menschen aus Sderot aufnimmt, oder das Projekt, welches wirklich sinnvoll ist, finanziell unterstützt. Ich werde das natürlich auf jeden Fall machen, denn meine Wohnung ist nicht groß genug und ich glaube nicht, dass jemand die Couch mit meinem Hund teilen möchte. Aber es gibt Menschen die über den Platz verfügen und diesen gerne teilen. Es wäre also mehr als freundlich wenn die Leserinnen und Leser entweder ein Plätzchen freiräumen, oder mal die Geldbörse zücken.

Wer jetzt mit Religion kommt. Die deutschen Kinder wurden unabhängig von ihrer Religion aufgenommen. Niemand hat die Frage gestellt, „na mein(e) Kleine(r), bist Du denn auch ein guter Katholik?“ Es geht hier um Menschen.

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