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Karikaturen von Mohamed?

März 1, 2008

Vergessen Sie es! Die dänischen Karikaturen waren bis auf ein, oder zwei recht unterhaltsam und zeigten die Toleranz einer Glaubensrichtung, sowie ganz besonders das einknicken einer kompletten Gesellschaft vor ein paar Schwachköpfen.

Es gibt in Deutschland einen Zeichner der mir immer sehr imponiert hat, besonders nach seinem Spruch, „Schwul zu sein bedarf es wenig, ich bin schwul und heiß Ralf König.“ König hat mit seinen Zeichnungen schon die Toleranz in den Achtziger Jahren versucht einzuprügeln und bewiesen das alle Menschen gleich sind, was aber auf wenig Gegenliebe stieß. Zum Thema Karikaturenstreit hat er unter dem Titel „Pressefreiheit, Islamismus und die Schere im Kopf“ die, wie ich finde, besten Comics zu diesem Thema gezeichnet. König macht sich nicht nur über die Islamisten lustig, sondern auch über merkwürdige Vorstellung in Europa über die Pressefreiheit.

Statt den Schmieranten in die Öffentlichkeit zu zerren, der nicht nur gefälschte Karikaturen mit nach Ägypten nahm und Stimmung gegen das Land machte, welches ihm Asyl gewährte, bemühte man sich in Europa sofort die Wogen zu glätten und hätte, wäre es möglich gewesen, am liebsten die Zeichner vor Gericht gestellt. Die Liberalität der Siebziger, Achtziger und Neunziger Jahre, als es nicht nur Filme wie „Das Leben des Brian“, „Dogma,“ Mel Brooks „Verrückte Geschichte der Welt,“ oder die Szene aus „Die Reise in einem verrückten Flugzeug -Maschine der EL AL mit Gebetsschal, Kipa und Schläfenlocken-“ scheinen vergessen. Man hat es mit Humor genommen und sich über fundamentalistische Kirchenvertreter, die sich vor Kinos aufstellten, um das Leben des Brian zu verhindern, zwar nicht lustig gemacht, diesen aber klar und deutlich gesagt, dass es kein Diktat der Kirche mehr gibt und wahrscheinlich auch Jesus und seine Jünger den Film mit Humor genommen hätten.

Die Zeiten sind aber offensichtlich vorbei und man ist peinlich bemüht nur ja nicht irgendeinen Islamisten unnötig zu reizen, der statt seines Anwalts, seine Brüder in Marsch setzt, die zwar nicht wissen wo Europa liegt, oder wie das geschrieben wird, aber genau wissen wie eine dänische Flagge ausschaut, wo die westlichen Botschaften sitzen, die es gilt in Brand zu stecken und wie man sich so präsentiert, dass im Westen die große Betroffenheitswelle beginnt.

Zurück aber zu Ralf König der im Juni 2006 für seine Stellungnahme den Max und Moritz Preis erhielt.

Für seine „künstlerische Stellungnahme im Streit um die Mohammed-Karikaturen“ wurde Ralf König im Juni 2006 auf dem Internationalen Comic-Salon in Erlangen mit dem Max-und-Moritz-Preis („Spezialpreis der Jury“) ausgezeichnet. Aus der Laudatio:

„Ralf König ist dem Versuch, eine grafisch artikulierte Meinung durch gewalttätige Proteste zu unterdrücken, seinerseits mit grafisch artikulierter Meinung entgegen getreten. Als homosexueller Künstler, der die Homosexualität zum Hauptthema seiner Arbeit erhob, hat Ralf König stets selbst in einem repressiven und Diskriminierungen ausgesetzten Klima gewirkt. Der Zuspitzung des Zensur-Falls Mohammed zu witziger Kritik liegen bei König also soziale und persönliche Erfahrungen zugrunde, die ihn die Feder gegen jede Art von Meinungsunterdrückung erheben lassen. Seine Arbeit impliziert die Forderung, dass in einer freien Gesellschaft auch die so genannte Verletzung religiöser Gefühle ausgehalten werden muss. Daher hat die Jury ihren Spezialpreis 2006 Ralf König für seine künstlerische Stellungnahme im Streit um die Mohammed-Karikaturen zuerkannt.“

Über sein Engagement schrieben die Veranstalter

Anfang Februar 2006 reagierte Ralf König spontan mit acht Karikaturen und kurzen Strips auf die Eruption der Gewalt, die zwölf dänische Mohammed-Cartoons in der arabischen Welt ausgelöst hatten. Seine Zeichnungen wurden in etlichen Tageszeitungen und Magazinen abgedruckt, die FAZ kommentierte: „Die Reaktion auf die zwölf Karikaturen in Jyllands-Posten ließ Ralf König zu der Form greifen, die verfemt werden soll: Der Comic-Zeichner wird zum Karikaturisten, und dem Spötter ist es diesmal bitterernst: ‚Wenn der Westen da nicht gegenhält und seine demokratischen Werte ohne Wenn und Aber und Entschuldigungen verteidigt, ist’s bald vorbei mit Presse- und Meinungsfreiheit.’“

Man fragt sich, ob das nicht geheuchelt ist? Auf der einen Seite gibt man sich solidarisch, nicht mit den Zeichnern, sondern mit einem durchgeknallten Mob und auf der anderen Seite lobt man einen Zeichner, den man im Ernstfall mit Sicherheit fallen läßt und sich von ihm in pathetischen Worten distanziert, damit auch ja niemand unnötig provoziert wird. Man kann also nur wünschen, dass die Comics nicht so eine große Presse erhalten, denn mit Sicherheit wird man sich davon auf’s schärfste distanzieren um nur ja keinen Ärger zu bekommen. Wie hieß es mal so schön, „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.“

Wohl war, eine Friedhofsruhe und lachen im Keller sind sehr erstrebenswert. Demnächst distanziert man sich dann auch präventiv von Kaja Yanar, denn er könnte ja auch für Mißstimmung sorgen.

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