Peymanns Welt

Ein Photo bei der FDOG hat natürlich die Aufmerksamkeit der BoB erregt und wir wollten mehr wissen, denn nicht nur Christian Hannover ist die rote Birne aufgefallen, also hat man mal wieder weder Kosten noch Mühen gescheut und wir haben es geschafft, dass ein Informant aus Peymanns Umfeld ein Treffen im Bürgerpark arrangierte.

Nun wissen wir, warum er so eine Birne hatte, die im dunkeln durchaus geleuchtet hat, wie die Schlusslichter eines ICE auf der Strecke.

„Chef, draussen stehen Demonstranten!“ Peymann, der um seine Nerven zu beruhigen, noch einenDujardin nachgoß, war sichtlich angefressen. „Was sind denn das für pseudointelektuelle Vollhupen? Und geht es wieder um unser Stück? Ach diese Typen, die liebe ich ja, die glauben, wenn sie mal einem Theater vorbeikommen, dann hätten sie schon Ahnung von Kunstkritik! Wer sind diese Lauser überhaupt! Ich, der große Peymann, habe schon an den größten Bühnen der Welt, die bedeutensten Stücke der Weltliteratur aufgeführt, da zogen diese Lümmel noch mit Indianergeheul um den Wohnblock!“ Sein Sekretär stand wie ein begossener Pudel in Tür und druckste vor dem großen, einzigartigen Peymann herum. „Ich glaube die demonstrieren gegen die Einladung nach Teheran.“ „WAS!?!!“ Peymann verlor fast die Fassung, „diese kleingeistigen Spiesser wollen mir, dem großen Peymann, vorschreiben, wo ich zu spielen habe?“ Sein Gesicht lief hochrot an. Er leerte sein Glas in einem Zug, sprang hinter seinem Schreibtisch auf und rief, „so! Jetzt werde ich mir diese Bande von rechtslastigen Gartenzwergbesitzern mal zur Brust nehmen. Was glauben die eigentlich wer die sind? Der Iran ist schliesslich von der der ganzen Welt bedroht und es ist ja wohl meine Pflicht, meine Solidarität mit dem iranischen Volk zu erklären. Gegen eine Aufführung dieses Werkes der Weltliteratur „Jud Süß“ von Wilhelm Hauff kann man ja wohl kaum etwas haben. Und es trägt ja auch im gewissen Maße zur Völkerverständigung bei, bevor der Iran von diesen US-Imperialisten zerbombt wird. Heinrich George stand schließlich auch, wie ein Fels in der Brandung, noch in den letzten Tagen vor dem Untergang auf der Bühne.“ Sein Sekretär versuchte noch den hochkochenden Claus Peymann zu stoppen, aber es war zu spät, selbst sein zaghafter Einwurf, „Chef darum geht es doch, lassen sie uns was anderes spielen, wie zum Beispiel „Mutter Courage,“ oder besser gar nichts spielen,“ wurde von Peymann mit einer wütenden Handbewegung beiseite geputzt. „Die mach ich platt!“ Und schon war er auf dem Weg nach draussen.

Vor einer johlenden Menge hob ein zornroter Peymann zur Rede an. „Natürlich fahren wir in den Iran und Sie können nichts dagegen machen. Nicht nur geht es um Subventionen, denn Sie können sich ja eine Theaterkarte nicht leisten, sondern es geht auch um Solidarität mit dem iranischen Volk, das durchaus mit Berthold Brecht etwas anfangen kann. Deswegen werden wir die Mutter Courage spielen, das wird auch der Teheraner Regierung die Augen öffnen, möglicherweise auf dem richtigen Weg zu sein. In diesen Zeiten müssen wir solidarisch mit den Opfern einer amerikanischen Agression von Morgen sein, schließlich sind wir den, von den USA unterdrückten Völkern gegenüber verpflichtet…….“ Der Rest der Aufzeichnung geht leider im allgemeinen Tumult unter.

Ja ja, der Herr Peymann strebt nach den höheren Weihen. Barenboim ist ja palästinensischer Ehrenstaatsbürger, warum soll der Peymann nicht iranischer Ehrenstaatsbürger werden, schließlich lebt er ja, ganz als Theatermann, für den „West-Östlichen Diwan“ und Gerüchte besagen, demnächst will er eine Tour durch den Südlibanon machen und plant sogar schon einen Auftritt in Ghaza-City. In seiner Neuinterpretation möchte er 1984 von George Orwell auf die Bühne bringen. Der große Bruder ist Theodor Herzl, der das ganze palästinensische Volk überwacht. Künstlerische Freiheit eben.

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