Der ewige Jude

„Es war einmal ein kleines Land mit einer friedlichen und ganz lieben Bevölkerung. Die Menschen waren die glücklichsten Menschen von der ganzen grossen Welt und weil sie glücklich waren, hatten sie eine noch viel glücklichere Regierung, die noch viel lieber und viel friedlicher und freundlicher war. Und der Premierminister König von diesem kleinen und tollen Land, der war so toll, der tollste überhaupt, dass täglich gebratene Tauben vom Himmel fielen und man brauchte nur einen Fuß in’s Mittelmeer setzen, schon kamen die ganzen lieben Fischlein von Nah und Fern angeschwommen, legten sich freiwillig auf den Grill und zerlegten sich danach in Mundgerechte Stücke. Aber Kinder, Ihr wisst ja, es gibt immer ganz böse schlimme Menschen, die voll neidisch sind. So hatten diese lieben Menschen, die echt voll friedlich waren, gaaaaaanz böse Nachbarn. Die waren total neidisch auf das kleine Land, weil sie nicht so glücklich waren und auch der König war voll nicht lieb, der war total böse, weil bei den Nachbarn nicht nur die Tauben gebraten vom Himmel fielen, sondern auch die Fische fröhlich an Land gingen. Die waren so von Neid zerfressen, dass sie einfach das kleine freundliche Land überfielen. Und dann haben sie das Land total besetzt, klar, weil die total neidisch und böse waren und weil die freundlichen Menschen überhaupt gar keine Armee hatten und total wehrlos waren. Die lieben Menschen wurden daraufhin immer trauriger und die Tauben wurden traurig und wollten gar nicht mehr kommen. Die Fische wurden noch viiiiieeel trauriger und trauten sich gar nicht mehr an Land. Da haben sich die bösen Nachbarn echt voll gefreut,“Ätsch, jetzt könnt Ihr sehen wo Ihr bleibt,“ haben die voll hämisch gelacht und sich wieder zurück gezogen. Damit die Menschen dann traurig blieben, haben die einfach einen Zaun um das gaaaaaaanze Land gezogen. Soviel Draht hat nich‘ mal der OBI und der Billa schon gleich gar nicht. Da könnt Ihr Euch ja vorstellen, wie arm und traurig die Menschen wurden, weil wenn Ihr nicht mal in den Kindergarten kommt, weil ein böser Mensch Euch den Hauseingang zumauert, dann seid Ihr doch auch ganz doll traurig, gell? Und so sind die Juden Israelis zu den Palästinensern. Die Israelis sind sooooo böse und die Palästinenser sind immer voll lieb gewesen. Weil die Palästinenser jetzt so traurig sind, werfen sie mit Steinen und müssen Sandkuchen backen und haben nur eine alte Kerze für alle Menschen. Dabei wollen die Palästinenser nur Frieden, aber die bösen Juden Israelis die wollen das gar nicht und haben immer was anderes, nur damit kein Frieden kommt. Deswegen gehen wir auch am Samstag für die lieben Menschen demonstrieren.“

So kommt es mir immer vor, wenn ich so manchen „Nahostexperten“ lese, der sich zum Nahen Osten äußert und glaubt, wenn man manche Dinge nur lang genug behauptet, dann werden die irgendwann schon wahr. Mit einer Obsession, die dem schlimmsten Judenhasser die Freudentränen in die Augen treibt, werden sie nicht müde zu betonen, wie schlimm und aussichtlos die Situation in Gaza ist, während sie selbst gemütlich daheim sitzen und sich ausmalen wie es ist, wenn der Stromversorger mal den Stecker zieht. Das ganze nennen sie dann Israelkritik, weil, wie sie immer wieder betonen, Kritik an Israel ja erlaubt sein müsse. Den Grund, warum sie sich so obsessiv verhalten, erfährt man meistens nicht, oder es folgt die übliche Litanei über die Greueltaten im 3. Reich, und man glaubt daraus die Verpflichtung ableiten zu können, den ehemaligen Opfern zu sagen, dass die Opferrolle diesen doch weitaus besser zusteht, als die Rolle einer wehrhaften Nation, die aus der Geschichte ihrer meisten Bürger gelernt hat.

Es gibt wohl kaum ein Land auf der Welt, die USA einmal ausgenommen, welches derart argwöhnisch betrachtet wird und egal was dieses Land macht, sofort kommt einer daher und schreit ganz laut, „habe ich doch gleich gewusst, so Unrecht hatten die damals nicht. Überall steckt der Jude drin. Das darf man aber nicht laut sagen, wegen Auschwitz und so. Außerdem haben die ja alles unter Kontrolle und sobald man was sagt, Zack kriegt man die Auschwitzkeule drüber. Dabei sind die ja noch viel schlimmer, wie man an den armen Palästinensern und der friedliebenden Hamas sieht. Die wehren sich ja nur, weil sie so verzweifelt sind praktisch mit einem Luftgewehr und dafür begehen die Juden selber einen Völkermord.“

Und weil das in Ihren Augen so ist gründen sie Palästinakomitees, Freundschaftbewegungen, Portale und anderen Schnickschnack, erklären die Palästinenser zum Juden von Heute, „die leiden genauso wie die Juden damals,“ und aus Israel wird automatisch das 3. Reich. Dabei unterstützt sie ein Heer von Journalisten die „vor Ort“ ihren Blödsinn in die Tastaturen tippen. In Israel sind mehr Journalisten akkreditiert als in Washington, Moskau, oder Peking, obwohl diese Länder mehr Gewicht in der Welt haben als ein Land, dass gerade mal so groß ist wie New Jersey. Viele von diesen Journalisten waren noch nicht einmal beim Objekt ihrer Begierde, sondern ziehen es vor, von israelischem Boden aus zu berichten, wie die Bevölkerung im Gaza leidet und zeigen Reportagen, die von ausgewählten Film- und Photoreportern vor Ort geschossen wurden. Das diese nicht nur Palästinenser sind, sondern auch von der Hamas ausgewählt werden, ist dabei völlig irrelevant. Im Gegensatz zu Israel, wird man in den Autonomiegebieten nicht automatisch akkreditiert und die Behörden achten penibel darauf was berichtet wird. Es gäbe genügend Konfliktherde in der Welt von denen aus man berichten könnte. Aber diese sind meist weitaus gefährlicher -wer lässt sich schon gern mit aufgeputschten Milizen im Kongo ein- und man hat eine weite Anreise. Allein der Weg von den Hauptstädten in die Krisenregionen dauert lange. Dagegen ist man fast in ein paar Minuten an der „Mauer“ zwischen Israel und der Westbank, die man gerne von Israel aus filmt und man hat es auch nicht weit bis nach Hebron, Ramallah, Rafah, Chan Yunis, Gaza, oder Dayr al Balah.

Genozid an den Palästinensern

Seit zwei Jahren wird man nicht müde zu behaupten, Israel betreibe einen Genozid an der Bevölkerung in Gaza. Erstaunlich ist, dass die Bevölkerung dort allerdings rasant wächst. Auch wenn Bewegungen in der Bevölkerung zwischen Gaza und der Westbank statt gefunden hat und viele auf Grund der Situation das Land verlassen haben wuchs die Bevölkerung gesamt von 3,3 Mio auf 3,6 Mio. in den Autonomiegebieten. Auf Gaza bezogen sank zwar das Wachstum prozentual von 3,77% auf 3,66% liegt aber im Vergleich höher als in Ägypten. Und mit einer Geburtenrate von 36,1% (pro 1000 Einwohner) nimmt man einen Spitzenplatz ein. Man muss also schon völlig verblödet sein zu behaupten, Israel betreibe einen Genozid, oder, damit es auch der letzte kapiert, einen Völkermord – das klingt nämlich dann griffiger, als ein griechischer Begriff. In Ruanda wurden 1994 innerhalb von vier Monaten schätzungsweise eine Million Menschen getötet. Im Südsudan starben seit 1955 laut Schätzungen zwei Millionen Menschen. In Bosnien starben innerhalb von vier Jahren 200.000 Zivilisten (90% Muslime). Der Genozid an den Armeniern, dem schätzungsweise zwischen 300.000-1,5 Mio. Menschen zu Opfer fielen. Der Völkermord an Sinti und Roma, sowie die Ermordung von 6 Mio. europäischen Juden.

Die Situation in Gaza ist mit der im Warschauer Ghetto vergleichbar

Wer das behauptet kann sich auch gleich als Idiot outen und zeigt, dass er ein notorischer Antisemit ist. Man kann diese Behauptung nicht mal mit geschichtlicher Unkenntnis, oder Naivität entschuldigen, denn man sollte eigentlich wissen was das Ghetto von Warschau war. Da dieser Vergleich aber gerne als Israelkritik verstanden wird -obwohl es dämlicher schon nicht mehr geht- ein bisschen Aufklärung über Warschau

In Warschau wurden die Juden ab November 1940 wegen angeblicher Seuchengefahr hinter einer 18 Kilometer langen und 3 Meter hohen Mauer zusammengepfercht. Bis zu 445 000 Juden lebten im Warschauer Ghetto. Innerhalb eines Jahres starben 50 000 von ihnen an Hunger und Krankheiten.

Aufgrund eines Befehls des „Reichsführers-SS“, Heinrich Himmler, begannen die Deutschen am 22. Juli 1942 mit der Räumung des Ghettos in Warschau. Bis zu 13 596 Juden am Tag wurden in Viehwaggons getrieben und deportiert, unter anderem in das Vernichtungslager Treblinka 100 Kilometer nordöstlich von Warschau. Im Oktober lebten nur noch 60 000 Menschen in dem Ghetto, das die SS zu diesem Zeitpunkt in ein Konzentrationslager umwandelte.

Als Vergeltung für einige Attentate auf Mitarbeiter der Gestapo machten die Deutschen im Januar 1943 18 000 Menschen im Ghetto nieder.

Wer sich die Karte von Gaza anschaut und nicht völlig erblindet ist, der stellt fest, dass der Gaza im Süden an Ägypten grenzt –Nachrichten schauen klärt auf-. Nach dem Rückzug Israels aus dem Gaza fiel der Übergang an die palästinensischen Autonomiebehörden die, unter Aufsicht der EU, den Grenzverkehr regelten. Nach der Entführung Gilad Shalits wurde Übergang zwar von den israelis gesperrt, aber ein Grenzverkehr lief zwischen den beiden Gebieten trotzdem, bis die Ägypter nach dem Abzug der EU, Rafah vollständig sperrten. Die Waffen, Munition und Sprengstoffe liefen allerdings über die Tunnel zwischen Ägypten und Gaza und ermöglichten einigen Familien in Rafah ein hübsches Einkommen. Gern versuchten Hamasfunktionäre auch Geld über die Grenze zu bringen.

Hamas-Sprecher mit 500.000 Euro in Rafah festgenommen

Der Sprecher der Hamas im Gazastreifen, Sami Abu Zuhari, ist am Freitag am Grenzübergang Rafah von Ägypten nach Gaza mit einem Gürtel voller Geldscheinen festgenommen worden. Europäische Grenzbeobachter entdeckten den speziell gefertigten Gürtel, der am Grenzübergang versehentlich auf den Boden fiel. Das Geld wurde von palästinensischen Sicherheitsbeamten beschlagnahmt. Dem Bericht zufolge hatte Zuhari 500.000 Euro bei sich.

Gemäß einem Abkommen zwischen Israel und der EU, verpflichteten sich EU-Beamte, den Grenzverkehr zwischen Ägypten und dem Gazastreifen zu überwachen und weder Waffen noch unerwünschte Personen durchzulassen. Geldsummen in Höhe von 2.000 Dollar müssen 24 Stunden vorher bei den palästinensischen und europäischen Beamten angemeldet werden. Kurz nach dem Vorfall in Rafah rückten bewaffnete Kämpfer der „Izzedine al-Qassam Brigaden“ der Hamas zum Grenzübergang vor, um Zuhari und das beschlagnahmte Geld einzufordern. Bei ähnlichen Vorgängen in der Vergangenheit haben sich die europäischen Grenzbeobachter nach Israel in Sicherheit gebracht. (Ynet/ Haaretz, 19.5.) 2006

Das Warschauer Ghetto war komplett abgeriegelt und Einwohner die aus diesem Ghetto flüchteten wurden sofort erschossen. Es gab, im Gegensatz zu Gaza, keine Möglichkeit das Ghetto zu verlassen. Nicht nur lässt Israel Hilfslieferungen zu, sondern liefert selbst Waren nach Gaza, außerdem gibt es die Möglichkeit für Palästinenser sich in israelischen Krankenhäuser behandeln zu lassen, was von der Hamas regelmäßig unterbunden wird. Die Terrorbanden haben also gezielt die eigene Bevölkerung als Geisel und Faustpfand genommen um sich gegenüber den Medien und der westlichen Welt als vermeintliche Opfer zu präsentieren.

Hungersnot in Gaza

Es ist schlicht eine Lüge zu behaupten, es gäbe im Gaza eine Hungerkatastrophe. Im Human Development Ranking liegen die Autonomiegebiete auf Rang 106, bezogen auf den Gaza fällt dort die Hungerkatastrophe aus, ausser, wie man weiß, die Lebensmittel werden von der Hamas künstlich verknappt. Die Welthungerhilfe listet die Autonomiegebiete als „problematisch“ ein, das gilt allerdings auch für Ägypten, Jordanien, Lybien, Tunesien, Algerien, Marokko, Libanon und Syrien. Ja selbst die Türkei gilt als problematisch. Auch die Kindersterblichkeit, angeblich verursacht durch Israel liegt im regionalen Durchschnitt. Einzig Israel erreicht europäische Werte und westliche Standarts. Die PNA Behörden hätten die Hilfsgelder mal besser in die Versorgung der Bevölkerung statt in den Kauf von Waffen und das füllen der eigenen Taschen investiert.

Der Vergleich Israel mit dem 3. Reich

Die übliche Rechtfertigung eines Antisemiten das er ja eigentlich kein Antisemit sein kann ist das ziehen angeblicher Parallelen zwischen Israel und den Nazis. Dieser Herr betreibt nicht nur einen Blog, dessen Stil Augenkrebs verursacht, sondern nutzt, um seine unsinnigen Vergleiche drastischer zu plakatieren Karikaturen, die an diese hier erinnern. Es geht weder ihm noch den Kritikern darum, Kritik an Israel zu üben, sondern sie nutzen die Palästinenser, deren angebliches Schicksal ihnen im übrigen am Arsch vorbei geht, um ihrem Antisemitismus freien Lauf zu lassen. Dazu ist ihnen auch jedes Mittel recht und jeder „Alibijude“ wird genutzt, um dem eigenen Ressentiment eine Grundlage zu geben.

Ernst Hiemer, Propagandaschmierer beim Stürmer Verlag schrieb 1938

9. „Es liegt dem Juden in dem Blut, Der Zorn, der Neid, der Hass, die Wut Auf das jedes Volk der ganzen Welt, Das nicht zum ‚auserwählten‘ zählt.

Er schächtet Tiere, schächtet Menschen, Es kennt sein Blutdurst keine Grenzen! Es wird die Welt erst dann genesen, Wenn wir vom Juden sie erlösen.“ Ernst Hiemer, Der Giftpilz, Stürmer-Verlag 1938 Quelle

Nichts anderes beinhaltet die angebliche Kritik an Israel, nur wird es Heute anders ausgedrückt und angebliche Parallelen hergestellt, die nicht vorhanden sind. 63 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz durch die rote Armee, gibt es immer noch Typen die offensichtlich in ihrer Obsession gefangen sind und denen man entgegen treten muss.

Zum Propagandafilm „der ewige Jude“ ein paar Quellen

DHM

Analyse

Shoah

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2 Gedanken zu “Der ewige Jude

  1. Pingback: Band of Brothers - Israel | A GRIM DRAFT

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