„Wer Jude ist bestimme ich“

Es ist immer wieder erstaunlich wieviel Leute sich solidarisch mit Israel erklären und nicht müde werden zu betonen, wie wichtig doch dieses Land und seine Einwohner gegen das allmächtige Bollwerk Islam ist, aber ein massives Problem mit den selben Leuten im eigenen Land haben, wenn diese nicht auf Linie sind.

Dabei offenbaren diese Typen nichts weiter als ihre zutiefst rassistische Ausrichtung, die sie mit dem Mäntelchen der Israelsolidarität zu kaschieren versuchen. Da gibt es zum Beispiel diese Nationalkonservative Landpomeranze Kewil der nichts gegen Juden hat, wenn diese doch bitte in Israel lebe. Da diese sich aber nicht viel um die Meinung einer Landpomeranze kümmern und schon gar nicht irgendeine Wurst um Erlaubnis fragen, kann dieser zwischen Schiesser-Feinripp und Gratenzwergidylle aber richtig gemein werden und gegen die „jüdische Lobby“ hetzen. Und in der Tradition Luegers und Görings erklärt er in seinem Blog wer ein so richtig schlechter Jude ist.

Gewiß, gewiß! Jetzt äußern sich auch noch zwei jüdische „Experten“ im Lande zur Sache mit der Jugendkriminaltität! Der Video-Beitrag des blasierten ZEIT-Redakteurs Jens Jessen über den halbtotgeschlagenen Münchner Rentner dürfte in der Zwischenzeit überall bekannt sein.

Der Jude, das böse und verschlagene Wesen. Das was er schreibt ist Antisemitismus in Reinkultur und hat schon Tradition. Es war in Deutschland durchaus üblich und ist es immer noch, wenn man das liest, jeden zum Juden zu erklären der nicht der eigenen Auffassung entspricht. Die Nazis erklärten alles als „jüdisch“ was nicht arisch war. Kästner, ein Jude, der Maler Franz Marc malte natürlich unter einem jüdischen Einfluss und bei Kewil sind es zwei jüdische Experten. Da wird sich der Herr Jessen aber jetzt wundern.

„Erst nachdem sie sein Handy hatten und sich dieser losreissen und flüchten konnte, gingen die zwei Verbrecher in die U-Bahn, bliesen dem nächstbesten und vermutlich schwächsten Fahrgast in Reichweite provozierend den Rauch ins Gesicht und spuckten ihn an. Dies zur Rekapitulation. Solche Feinheiten interessieren einen arroganten Snob wie Jessen natürlich nicht.“

Da kocht die Volksseele. Weder wurde dem Rentner Rauch in’s Gesicht geblasen, noch wurde er angespuckt und Jessen hat auch nie die Tat rechtfertigt, ausser sich völlig dumm zu äussern, aber da Jessen ein arroganter Snob ist, muss er ein Jude sein.

Es gibt aber ebenbürtige Schreiberlinge, zum Beispiel zwei latent deutschfeindliche, jüdische Lobbyisten:

Da ist er, der „jüdische Lobbyist.“ Er hat alles in der Hand, steht hinter allem und das schlimmste, er ist auch noch Deutschfeindlich. Kennt man doch, haben wir alles schon gehabt. Für den Nationalsozialismus war das Judentum generell Deutschfeindlich.

Das Finanzjudentum wünscht (…) nicht nur die restlose wirtschaftliche Vernichtung Deutschlands, sondern auch die vollkommene politische Versklavung. Die Internationalisierung unserer deutschen Wirtschaft, d.h. die Übernahme der deutschen Arbeitskraft in den Besitz der jüdischen Weltfinanz, lässt sich restlos nur durchführen in einem politisch bolschewistischen Staat.
Soll die marxistische Kampftruppe des internationalen jüdischen Börsenkapitals aber dem deutschen Nationalstaat endgültig das Rückgrat brechen, so kann dies nur geschehen unter freundlicher Nachhilfe von außen. Frankreichs Armeen müssen deshalb das deutsche Staatsgebilde so lange berennen, bis das innen mürbe gewordene Reich der bolschewistischen Kampftruppe des internationalen Weltfinanzjudentums erliegt.
So ist der Jude heute der große Hetzer zur restlosen Zerstörung Deutschlands…

A. Hitler, Mein Kampf, Zweiter Band, München 1934, S. 702. Shoah.de

Der erste heißt Clemens Heni und schreibt öfters in die JÜDISCHE. Was er sich hier wieder leistet (18.1.08), spottet jeder Beschreibung. Natürlich sind alle Deutschen Antisemiten, und das „Problem mit islamischen deutschen Jugendlichen und Erwachsenen ist viel zu krass und heftig und sehr wohl existent, als es ganz normalen Deutschen zu überlassen“! Einem Geisteskranken wie diesem Heni sicher aber auch nicht. Hat die „Jüdische“ kein anderes Personal? Muß sie einem Irren eine Plattform bieten?

Ja ja, der kleine Rassist weltoffene Kewil. Clemens Heni ist also geisteskrank und ein Irrer und warum lässt die jüdische nicht so stramme Nationalkonservative wie Kewil die Artikel schreiben, dann würde aber mal ein anderer Wind herrschen. Übrigens schreibt er nicht „in die“ sondern in der, wenn schon, denn schon. Vor allem zeigt Kewil das er nicht mal über Textverständnis verfügt, so schreibt Heni darüber, dass es doch seltsam ist, wenn islamistischer Antisemitismus nicht thematisiert wird, woraus Kewil ein „alle Deutschen sind Antisemiten“ macht. Nanu, handelt es letztendlich um den Autoren des Blogs gar nicht um einen reinrassigen Arier, sondern letztendlich um einen Beutegermanen mit islamophilen Zügen? Und singt er irgendwann gar das hohe Lied auf Hizb’ullah und Hamas? Hat man ihm am Ende Unrecht getan?

Der zweite „Experte“ ist der Betreiber des Blogs „Lizas Welt“, von Broder alle zwei Tage als lesenswert verlinkt.

Lustigerweise verlinkt er auch auf Herrn Broder, was wiederum die Überschrift bewahrheitet. Das heisst also, „Juden, die meine Meinung teilen sind keine Juden und wenn sie diese nicht teilen, dann müssen diese zwangsläufig Juden sein, auch wenn sie gar keine sind.“

Wer sich nicht auskennt, Liza ist keine Frau, sondern ein ehemaliger Fußballschiedsrichter namens Alex Feuerherdt (Foto). Auch er äußert sich heute unter dem Titel „Mistvolk im Weltbürgerkrieg“ zum Thema und erzählt eine „selbsterlebte“ Parallel-Geschichte aus der S-Bahn, die zum Himmel stinkt.

Nun ist es so, dass niemand weiss, wer hinter Lizas Welt steht. Ich weiss es, aber verrate es nicht. Weil ein Frührentner mit Aufmerksamkeitssyndrom ein bisschen gegoogelt hat und glaubte weil seine Suche nach einen FC. Bayern Anhänger mit journalistischem Hintergrund nebst Veröffentlichungen in der Jungle World einen Schiedsrichter zu Tage förderte, muss dieser zwangsläufig der Autor von Lizas Welt sein. Und jeder haut das einfach mal so in die Gegend, was bei dem Na Nationalkonservativen Blogger Kewil besonders wie eine Satire anmutet, da er ja alles, was vermeintlich links ist und vielleicht doch nicht jüdisch, zutiefst verabscheut. Obwohl, wenn man seinen Blog so durchliest, dann kann es sich bei Linken eigentlich auch nur um Juden handeln. Wenn schon die Franzosen nicht mehr das sind, was sie unter Napoleon noch waren -weiss wie die Wand-, dann ist das Abendland in Gefahr.

Wer lesen kann, riecht die getürkte Pseudodramaturgie in jeder Zeile. Ja, es ist halt schon beängstigend, wenn man feststellen muß, daß es noch andere Probleme auf der Welt gibt als die Dauerwiederaufbereitung des 3. Reiches!

Ja, die jüdische Lobby. Die ist in seinen Augen genauso schlimm wie die ständige Behauptung die Wehrmacht war keine ehrenwerte Truppe, die SS war kein Trachtenverein und Blondi war am Ende gar kein reinrassig arischer Schäferhund.

„Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“ Ignazio Silone (1900 – 1978)

Mit Kewils Worten, „ich weiss, wer der Feind ist.“

Da im Kommentar jemand schrieb Kewil verfüge über einen scharfen Verstand, kann ich nuir antworten, wenn man über so einen Verstand verfügt, dann sollte man manche Dinge nicht machen, das kann unter Umständen dem Rückenmark schaden. Auf jeden Fall ist der Autor einfach nur ein brauner Schwachkopf und Antisemit.

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3 Gedanken zu “„Wer Jude ist bestimme ich“

  1. Ich glaube der liess schon alle Hemmungen fallen, als er der Equipe Tricolore unterstellte auf Grund der Hautfarbe wären das gar keine Franzosen. Das hat mich an die Kampagne der Rechten erinnert die gegen Nationalspieler wie Gerald Asamoah und Patrick Owomoyela geführt wurde, als würde sich Nationalität über Hautfarbe, oder den Namen definieren.

  2. Rassisten sollten sich raushalten: Das Judentum ist keine Rasse.

    Einer Religion kann an beitreten und wieder austreten, bei einer Rasse geht das gar nicht (sofern man nicht Michael Jackson ist?!).

    Viva Israel! 😉

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