Jammertal

Kaum hagelt es Kritik glauben die islamophoben Watchblogger, man müsste in die Offensive gehen und einfach mal zu einem völlig unreflektierten Rundumschlag ausholen. Diesmal meldet sich der Godfather, oder besser Godmother zu Wort und beweist, dass es manchmal besser ist im Bett zu bleiben.

Da befinde ich mich gerade, weil in stationärer Behandlung, ziemlich off, und stelle fest, welches Getöse Khadijas Artikel über das zweierlei Mass (es ging um die Rauchersterne) hervorruft – und wundere mich sehr über die Heuchelei.

Geheuchelt wurde ja eigentlich bisher nur bei den Watchbloggern.

Wo von kopulierenden Judensternen gefaselt und Anne Frank verhöhnt wird, wird der Mantel des Schweigens gebreitet. “Judensterne verharmlosen” – aber bitte sehr. Hat man sich mit einer Wortschöpfung wie “Ziegenf***” verdient. Theo van Gogh, Antisemit reinsten Wassers, wird zur Ehre der Altäre erhoben. PI (nachlesen bei PK) steuert trotz oder gerade wegen Israelflaggengeschwenke seit langem in antisemitischem Fahrwasser.

Ablenken ist immer gut. Die Spinner von PI haben sich dazu überhaupt nicht geäussert und sondern den üblichen Müll ab. Wenn einer der Meinung ist, eine Adaption der Judensterne sei nicht so schlimm wie die Mohamedkarikaturen ist, meiner Meinung nach, nicht ganz Dicht. Denn damit wird das ganze verharmlost und in’s lächerliche gezogen. Gerne hat man es ja auch mit der „jüdischen Lobby“ die „kritische Bücher“ bestimmt zu verhindern weiss. Gegen van Gogh gingen die genannten juristisch vor. Das heisst nicht mit dem Messer und nicht mit Morddrohungen gegen andere Kritiker, aber das scheint nicht so interessant zu sein, zeigt aber die Unterschiede auf. Islamisten glauben, man müsse Differenzen mit der Waffe austragen, aus welchen Gründen auch immer, während mancher dafür auch noch Verständnis findet. Die restlichen Religionen und Atheisten setzen dafür lieber ihre Anwälte in Marsch.

Wenn man gleichzeitig ordentlich islamophob ist, ist das niemandem eine Zeile wert. Stattdessen wird sich an Pali-Tüchern und (zugegeben geschmacklosen) T-Shirts abgearbeitet. “Musels” heissen in Osteuropa schon längst wieder “Juden” und am Brenner wird schon wieder gegen die Italiener gehetzt.

Ja ja, alle die nicht auf Linie sind, müssen zwangsläufig islamophob sein. Das wird langsam fad. Religionskritik gleich mit einem Kampfbegriff der iranischen Mullahs zu belegen zeugt nicht gerade von grossem Einfallsreichtum.  Wer unbedingt ein Palituch tragen muss ist einfach nur dumm. Schon zu meinen Zeiten wurde das Geschirrtuch umgebunden und die Leute die das trugen waren völlig merkbefreit. In Osteuropa gibt es, ausser in den GUS-Staaten keine Muslime und die werden, was Russland anbetrifft nicht als „Juden“ bezeichnet, sondern als Kaukasier. Alle die nicht russisch sind, tragen entweder ein „J“, oder ein „K“ im Ausweis. Das geht aber schon auf Sovietzeiten zurück. Im, für viele, Arbeiter- und Bauernparadies sollte das die ethnische Zuordnung bei Verhaftungen erleichtern. Ist ja auch blöd, wenn ein Muslim, oder ein Jude die exakten Merkmale eines Russen aufweist. Und „am Brenner“ wurde nicht nur schon immer gegen die Italiener gehetzt Katzlmacher nennt man die-, auch gegen Slowenen und andere Slawen hetzt man gerne, wie der Bärentaler Karawankenjesus. Im allgemeinen nennt man die Tschusch. Das die Italiener aber seit neuestem Muslime wären, das ist mir neu. Und mit dem Thema hat es eigentlich nicht wirklich was zu tun.

Wer uns hier vorwirft, wir würden “den Juden” Giordano niedermachen, hat damit schon eine antisemitische Denkfigur produziert. Wir befinden uns zu Giordano in Gegnerschaft wegen seiner Äusserungen, nicht wegen seiner jüdischen Abstammung.

Ach da muss man schon nichts mehr vorwerfen, man muss sich nur durch die Artikel lesen. PI und Fakten & Fiktionen mal von der anderen Seite.

Den Autor Karl Pfeifer kritisieren wir, wenn wir mit ihm nicht einverstanden sind und zitieren ihn zustimmend, wenn wir mit ihm einverstanden sind. Wir freuen uns mit ihm und gratulieren zu seinem Sieg (nach 12 Jahren Kampf)vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen die Mölzer-Postille “Zur Zeit”: er hatte gegen einen Hochschullehrer und Holocaust-Verharmloser eine Prozess-Serie gewonnen. Nachdem der Mann sich umgebracht hatte, hatte die Mölzer-Postille ihn beschuldigt, am Selbstmord dieses Mannes schuld zu sein. Karl Pfeifer bekam in Österreich kein Recht – aber jetzt eben in Strassburg. Wie gesagt, die hervorstechendste Eigenschaft von Karl Pfeifer ist für uns, daß er – im Gegensatz zu Giordano heute – ein wichtiger Autor ist, mit dem wir manchmal einer Meinung sind, manchmal nicht. Seine Texte z.B.  in “Searchlight” können wir empfehlen, wenngleich wir das völlige Fehlen von Empathie für Muslime bedauern.

Na na, wir wollen ja mal nicht hier salbadern. Herr Pfeifer wurde in übelster Weise angegangen und ziemlich polemisch diffarmiert. Dabei hatte er ja nicht ganz Unrecht, wenn er schon als Hauklotz herhalten muss, wenn es den Herrschaften nicht passt, dann wird sein Name vollständig genannt. Wenn er etwas schreibt, dass den Herrschaften genehm ist, dann nimmt man nur den Text, ohne den Autor zu nennen und wird dann auch noch frech, wenn der Autor sich darüber aufregt. Das ist schon echt dreist.  Vor allem ist man sich nicht zu blöd Herrn Pfeifer sofort in die rechte Ecke zu drücken, wie im übrigen jeden der sich kritisch zum Islam äussert, wenn einem die Artikel nicht passen. Das nenne ich Heuchelei und fishing for Compliments.

Nur schade, wenn man unsere Ausgrenzung für Selbstmitleid hält und nur die eigene wahrnimmt.

Watchblog Islamophobie trieft vor Selbstmitleid und dem Versuch sich selbst als Juden der Moderne zu verklären, die unter der vermeintlichen Fuchtel des Rassismus leiden müssen. Weder brennen Mosheen, noch werden Muslime vom öffentlichen Leben ausgegrenzt. Sie werden auch nicht gezwungen sich in irgendeiner Weise kenntlich zu machen. Wer das nicht begreift, der ist entweder strunzdumm, völlig naiv, oder versucht sich einfach nur wichtig zu machen.

  Es gibt Menschen, die sehen das anders. Auch und gerade viele Juden und Jüdinnen, hier und in Israel, denn auch Israel ist kein monolithischer Block

Das typische Geschwurbel. Nun muss also der Jude für die eigene Dummheit herhalten. Mich erinnert das an die Debatten nach dem zweiten Weltkrieg. Mühsam versuchte man einen Juden zu finden der bestätigen konnte, dass man kein Nazi ist. Heute bemüht man sich krampfhaft einen Juden zu finden, der einem einen Persilschein ausstellt dass man weder ein Antisemit noch ein Antizionist ist. Heute hat man den Luxus seinen „Alibijuden“ an der Hand zu haben. Dieser wettert gegen die israelische Politik, fährt, auf Einladung gerne nach Teheran um zu bescheinigen, dass es den Holocaust ja gar nicht gab und ist auch sonst recht fix dabei, wenn es darum geht palästinensische Terroristen zu Widerstandskämpfern zu verklären.

  Leider wird darüber hier viel zu wenig berichtet.

Och, die kriegen meist irgendeinen Friedenspreis. Da ist der deutsche ganz begierig drauf, wenn er die Absolution seines einstigen Opfers erhält. Und dann wird darüber ganz viel berichtet. Uri Avnery ist ja schon Stammgast auf den ganzen Events und ist richtig sauer, wenn er mal nicht genannt wird.  Dabei interveniert der ZdJ ziemlich oft, ohne sich auf die Juden in Deutschland berufen zu wollen. Aber weil der ja auch die Zionisten unterstützt, ist der einfach nicht zitierbar. Ist ja auch irgendwie unverschämt, wenn sich jemand für die Menscherechte einsetzt, aber die selbsternanten Hüter des Islams einfach ausklammert.

Aber wichtig ist hier, gegen die zusammenzustehen, die ausgrenzen: Muslime und Juden.

Es grenzt keiner die Muslime aus, ausser in der Vorstellungswelt der Watchblogger. Irgendwie muss man unglaublich bergriffsstutzig sein. Man redet und schreibt von der jüdischen/zionistischen Lobby. Man unterstellt ausschliesslich den Juden, sie hätten Einfluss auf die Presse und die Politik eines Landes. Keine Moshee und kein Gotteshaus, kein Altersheim, ausser es ist jüdisch, kein Friedhof und keine christliche, oder muslimische Einrichtung müssen mit einem Polizeischutz in Deutschland leben. Kein Christ und kein Muslim werden in einer U-Bahn bespuckt, geschlagen, oder angepöbelt, ausser von rechten Vollidioten. Wer als Jude in diesem Land unterwegs ist, der ist es gewohnt, wenn jüdische Einrichtungen Polizeischutz geniessen. Er ist es gewohnt, wenn es besser ist die Kippa vom Kopf zu nehmen, trotz Schabbat und er ist es gewohnt, wenn es ratsam ist den Davidstern nicht am Hals zu zeigen. Er ist es gewohnt, wenn er kosher essen möchte, das vor dem Restaurant ein Polizeiwagen steht. Natürlich alles nur zum Schutz. Ich kenne keine muslimische und keine christliche Einrichtung, die über eine derartige Fürsorge verfügt. Ich kenne auch keinen Friedhof den man gerne mit Hakenkreuzen und Parolen beschmiert. Es sind aber die Juden und allen voran der ZdJ die jede Kleinigkeit bemängeln und das ist auch gut so, während selbsternannte Tugendwächter sich erst einmal über die Einzelheiten informieren möchten und dann eine Diskrimierung verorten, wenn es einen Hauch von Kritik am Islam gibt. Die scheeren sich einen Dreck um Aleviten, Kurden, oder sonstige Minderheiten.

Das was der Watchblog betreibt ist einfach nur Dummdreist und hat mit Kritik wenig, bis gar nichts zu tun. Das ist einfach nur Augenwischerei und pflegen der eigenen Befindlichkeit, sonst nichts. Das angehen gegen Rassismus in Deutschland ist nichts weiter als Heuchelei vom übelsten. Damit sind sie nicht besser, oder schlechter als die Idioten von PI und anderen „pseudoisraelischfreundlichen“ Fraktionen.

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