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Bonner Abzocke

Januar 16, 2008

Eine beliebte Einnahmequelle um die klammen Stadtkassen zu füllen, sind neben den Politessen und Hilfspolizisten auch Radargeräte.

Wenn ein Radargerät der Verkehrserziehung dienen soll, oder an gefährlichen Stellen aufgebaut wird, dann ist ja daran nichts auszusetzen. Die Stadt Bonn allerdings wandert gerne mit den Geräten von einer Schule zur nächsten, wohl wissend, dass man hier einen schnellen Euro machen kann.

Es gibt in Bonn eine Schule die nicht nur über drei Zebrastreifen im näheren Umfeld verfügt, sondern auch direkt an einem liegt. Jeder der die Strasse befährt weiss das und er weiss auch, dass unsere Bildungselite meist blindlings aus dem Gebäude, über die Strasse sprintet. Dementsprechend fährt man dort auch. Im November war auch der Taylor, wie jeden Tag mit seiner Rostlaube unterwegs und fuhr, nicht nur weil es regnete, stürmisch und diesig war, sondern auch aus Rücksicht auf die Kinder, exakt 30. Es kam, wie es kommen musste und auf einmal blitzte es. „Nanu,“ dachte ich und sah unter einem Busch das Hightechgerät der Stadt Bonn -Ob da auch „Mit freundlichen Grüßen, Ihre Bundesstadt Bonn“ drauf stand weiss ich nicht-. Mit einem guten Gewissen, schliesslich hatte ich noch den Tacho im Blick, dachte ich nicht mehr daran und tröstete mich, „Na, da wer’n’s wohl einen verwischt haben.“ Obwohl sonst keiner, ausser einem Rentner und Radfahrer unterwegs war.

Kurz vor Weihnachten trudelte dann ein Brief der Stadt Bonn ein. Der verhiess nichts gutes und ich sah mich schon lebenslang in Rheinbach einsitzen, möglicherweise als Geliebte eines Schwerverbrechers beim Bücken nach der Seife, schliesslich war der Ton so gehalten, als hätte ich ein schwerwiegendes Kapitalverbrechen begangen. Mir wurde also zur Last gelegt, ich sei wie eine Pistensau die Strasse entlang gebrettert und hätte durch mein rücksichtsloses Fahrverhalten sämtliche Anwohner in Angst und Schrecken versetzt. Das sass. Weiter führte man aus, ich sei, abzüglich aller Toleranzgrenzen –„wir wollen ja mal nicht so sein“– 6 Km/h zu schnell gewesen, also statt 30 mit 36 Km/h unterwegs gewesen. Dazu, so forderte man mich auf, könne ich natürlich Stellung nehmen und sollte ich dem nicht nachkommen, würden sich die Untersuchungshäftlinge schon auf mich freuen –„Frischfleisch! Endlich!“-. „Ok,“ dachte ich, „schreibst denen einen netten Brief und dann wird es das wohl gewesen sein. Wenn die einen schon auffordern Stellung zu beziehen, dann kann man denen das ja schreiben.“ So habe ich also darauf hingewiesen das ich nicht schneller als 30 Km/h war und noch mal auf die besondere Situation hingewiesen. Das war es dann erst mal.

Heute lag ein Brief im Kasten, Absender die Bundesstadt Bonn mit dem dezenten Hinweis „Weiberfastnacht in Bonn.“ „Aha, haben die es also eingesehen,“ aber weit gefehlt.

„aufgrund Ihrer Einlassung zu obiger Verwarnung möchte ich Ihnen mitteilen, dass eine Einstellung des Verfahrens auch unter Berücksichtigung Ihrer Gründe leider nicht möglich ist.“

Heisst im Klartext, „Du kannst zwar Stellung nehmen und von uns aus Dein Auto geschoben haben, aber wenn unser Radargerät sagt, Du warst zu schnell, dann warst Du das und basta! Also mach keine Zicken und raus mit 15€.“ -Scheint irgendwie auch der übliche Tarif zu sein, wenn ich mich so rumhöre. Eine Bekannte gab letztens zu, sie wäre in HD mit über 40 geblitzt worden und hätte auch 15€ bezahlt.-

Lustig ist dann der zweite Teil.

„Ich sehe keine Möglichkeit, die Verwarnung zurückzunehmen, und empfehle Ihnen, das Verwarnungsgeld zu zahlen, damit die Verwarnung wirksam wird. Nach den Vorschriften des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten müsste sonst ein Bußgeldbescheid erlassen werden, durch den zusätzliche Kosten (Gebühren und Auslagen) entstehen.“

Das klingt schon wie eine Drohung. Da kann eine Behörde also behaupten man sei zu schnell gefahren, weil es so im Messgerät festgelegt ist. Und man kann sich auch die Finger wund schreiben, dass man nicht schneller als 30 fuhr, das ist aber völlig irrelevant. Und wenn man nicht bezahlt -Ich möchte nicht wissen, wie viele die 15€ überweisen- dann wird es aber mal richtig eng. Punkte in Flensburg, Führerscheinentzug und Fahrverbot, möglicherweise eine Bewährungsstrafe wegen 15€ usw., „also zahl einfach und gut ist es für uns, schliesslich steht Weiberfastnacht vor der Tür und wir wollen den dann auch im Stadthaus zünftig feiern können.“

Ich werde erst mal den ADAC anrufen, denn irgendwo sehe ich das nicht ganz ein und finde das einfach eine dreiste Abzocke. Ich würde es ja noch akzeptieren, wenn ich im Tiefflug durchgerauscht wäre, aber so finde ich das schon unverschämt.

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