Landpomeranzen

Früher war ich ein richtiger Autonarr und wäre es möglich gewesen, hätte ich auch im Auto gewohnt. Nachdem ich nun wieder bei den Lanpomeranzen gelandet bin sehe ich das Autofahren mittlerweile als notwendiges Übel an, um von A nach B zu kommen.

Manchmal glaube ich einfach nicht was ich so sehe und erlebe, wenn ich mich mit dem Auto durch den Verkehr quälen muß.

Der Stur geradeaus Blicker

Kreuzungen sind für ihn ein Fremdwort und Vorfahrtsstrassen nimmt er nicht wahr. Ich habe den Eindruck es sitzt jemand hinter dem Steuer mit einem Schleudertrauma, oder -bedingt durch die kalte Jahreszeit- jemand der allen ernstes glaubt, wenn er nach links oder rechts schaut könnte er sich eine Halsentzündung zuziehen. Mit Todesverachtung kommt er aus der Seitenstraße gebrettert und zwingt Vorfahrtberechtigte zu einer abenteuerlichen Vollbremsung.

Die Hügelgemse

Sie fahren einen Hügel rauf, oder runter, als würden sie den Gotthardpass befahren. Besonders wenn sie 5% Steigung runter fahren, bremsen sie vor lauter Angst die hinter ihnen fahrenden fast bis zum Stillstand aus. Bei jeder langezogenen Biegung schalten sie die Gänge bis zum Schritttempo runter, um ganz langsam der Kurve zu folgen. Oft werden sie noch von Fußgängern überholt.

Schattenfahrer

Gerade in der dunklen Jahreszeit sieht man sie wieder häufiger. Autofahrer die glauben wenn sie ohne Licht fahren sparen sie Benzin. Man erschreckt sich fast zu Tode, wenn man auf einer stockfinsteren Straße unterwegs ist und plötzlich taucht vor einem ein dunkler Schatten auf. Kommt man mit ihnen in’s Gespräch, so antworten sie mit unnachahmlicher Logik, „warum soll ich mit Licht fahren? So dick habe ich es auch nicht, schließlich kostet der Liter Benzin 1,38€ und der ADAC sagt, „fährt man mit Licht verbraucht man 0,1% Benzin mehr,“ da fahre ich lieber ohne Licht, müssen die anderen halt besser aufpassen.“ Natürlich sind auch die notorisch vergesslichen unterwegs, oder die Ignoranten die sich einreden, „wieso mit Licht? Ist doch Taghell durch die Laternen!“

Frauenparkplatznutzer

Findet man in Tiefgaragen. Meist Typen die sich über Frauen am Steuer lustig machen, aber zu faul sind 5 Meter zu laufen. Die sind genauso schlimm wie

Frau mit Kind Parkplatznutzer

Es gibt einen Supermarkt der für seine Kundinnen Parkplätze direkt vorm Laden anbietet, damit eine Mutter mit ihren lärmenden Blagen nicht noch einen Kilometer Parkplatz ablaufen muß. Eigentlich eine sinnvolle und durchdachte Massnahme die gern von jungen Frauen ohne Kinder -„ich bin Frau“- und Männern jeden Alters genutzt wird -natürlich auch ohne Kind-.

Behindertenparkplätze

Treibt mir öfters die Zornesröte in’s Gesicht und löst bei mir Fluchkannonaden aus. Da meine Mutter kein Auto mehr fahren kann, aber eine Karte besitzt die für die Nutzung berechtigt, finde ich es sehr angenehm, wenn ich mit ihr nicht über den kompletten Parkplatz muß, damit sie ihre Besorgungen machen kann, oder sie zum Arzt begleite. Regelmäßig stellen sich aber die üblichen Verdächtigen dort hin. Meist durchtrainiert und sportlich die ja nur mal 5 Minuten dort stehen, weil sie mal eben fix was im Laden kaufen wollen. Gerne auch von Bauarbeitern genutzt, da die Parkplätze breiter sind und man prima seinen IVECO drauf stellen kann -Für 5 Minuten-.

Schleicher

Klemmt mit der Nase direkt auf dem Lenkradkranz. Bremst, obwohl er schon so langsam ist -Er nennt es vorsichtig-, an jeder Einmündung, jeder Ausfahrt und überhaupt bei jeder Gelegenheit. Fährt er in eine Kurve macht er dies mit Bedacht und größtmöglicher Vorsicht. Verengende Fahrbahnen lösen bei ihm regelmäßig Panikattacken aus und so wartet er lieber bis Mitternacht um an parkenden Autos vorbei zu fahren, dabei bietet die Straße, trotz parkender Autos, genug Platz für zwei LKW’s.

Schattenfahrer -Fahrrad-

Ein Alptraum. Die meisten Radfahrer glauben ja schon per se der heilige Christophorus sitzt auf dem Gepäckträger und so müßten sie sich nicht unbedingt um Verkehrsregeln kümmern, die ihrer Meinung nach eh nur für Autofahrer und Fußgänger gelten. So fahren sie also auch ohne Licht -macht auch taktisch Sinn im dunkeln- und tauchen plötzlich vor dem Kühler auf, da man sich als Radfahrer nicht auch noch um Banalitäten wie den Verkehr kümmern kann, schließlich erfordern einhändiges telefonieren, sowie Musikhören per Kopfhörer die volle Aufmerksamkeit. Die Steigerungsform sind völlig schwarzgekleidete Radfahrer ohne Licht und in einer Mission als Straßenmujaheddin unterwegs, die aus einer Seitenstrasse quer über die Fahrbahn brezeln, oder rote Ampeln grundsätzlich ignorieren.

Kreisverkehrnutzer

Kreisverkehr ist eine prima Sache. In Österreich habe ich diese Verkehrsform geliebt. Auch in Belgien, Frankreich oder Italien stellt das kein größeres Problem dar, selbst wenn man entweder in Paris unterwegs ist, oder das Coloseum in Rom umrunden möchte. In einigen Teilen Deutschlands wird so mancher Verkehrsteilnehmer vor eine unlösbare Aufgabe gestellt. Entweder sie fahren dir glatt in die Seitentür, kürzen den Kreis über die Verkehrsinsel ab, oder warten bis weit nach Mitternacht, da dann, erfahrungsgemäß, der Verkehr rapide nachlässt.

Jogger und Fussgänger

Ich liebe sie. Nach Möglichkeit völlig schwarz gekleidet, als wären sie auf einer Kommandoaktion, tauchen sie an den unmöglichsten Stellen auf -bevorzugt in unübersichtlichen Kurven-, wo sie dann die Strasse überqueren. Selbst wenn es einen Zebrastreifen, oder in 10 Meter Entfernung eine Ampel gibt, so ignorieren sie diese .

Mobile Radarkontrolle -auch Eurograb genannt-

Bevorzugt in der kalten Jahreszeit, also kurz vor Jahresabschluss, fällt den Behörden auf, dass noch der eine, oder andere Euro fehlt, damit man nicht nur ein zünftiges Weihnachtsfest, sondern auch einen Überschuss erwirtschaften kann. Nun habe ich ja grundsätzlich nichts gegen Radarkontrollen, allerdings finde ich in der Stadt, in der ich wohne, diese grundsätzlich nur vor Schulen in einer Zeit, wo die Schüler eigentlich schon daheim, oder in den Klassenräumen sind. Der Sinn erschließt sich mir da nicht so ganz, vor allem wenn es Tempo 30 Strassen gibt, die als Abkürzung dermassen geeignet sind, dass so mancher Autofahrer glaubt, er sei ein verhinderter Lewis Hamilton. Vielleicht macht man vorab Studien die belegen, das 15€ für 6 Km/h sich lohnen. Keine Ahnung.

Die Einäugig Blinden

Sie fahren entweder mit Fernlicht in der Stadt, haben unterschiedlich engestellte Scheinwerfer, so dass dir ein Scheinwerfer voll in die Fresse strahlt und du glaubst du wärst am Grenzzaun von Ceuta -ich weiß dann immer wie sich so ein armes Reh auf einer Landstraße fühlen muß-, oder einen defekten Scheinwerfer und glauben, wenn sie dann das Fernlicht einschalten, kompensiert sich das ganze und es wäre so, als würden sie auf beiden Scheinwerfern ganz normales Abblendlicht haben. Bei mir stellt sich immer die Frage, merken die das nicht? Oder ist es ihnen einfach nur Bums?

Das deutsche Autofahrer grundsätzlich die Straßenverkehrsordnung auf dem Beifahrersitz mit sich führen das weiß ich ja schon, aber wie halten sich diese Trottel eigentlich wenn sie auf die oben genannten treffen. Verklagen sie diese?

In Großstädten fand ich es immer irgendwie entspannter zu fahren, vielleicht war dies auch nur ein subjektiver Eindruck, aber in der Provinz ist es einfach nur nervig.

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5 Gedanken zu “Landpomeranzen

  1. Nicht vergessen: die Kachelzähler. Sobald sie in einen Tunnel reinfahren, werden sie völlig grundlos um die Hälfte langsamer, als wollten sie in Ruhe die Kacheln an der Tunnelwand abzählen.

  2. Wir haben zwar einen Tunnel, aber zum Glück diese Spezies nicht :-))

    Die kenne ich aber noch aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Man hat den Eindruck, die sehen zum erstenmal einen Tunnel von innen und betrachten den irgendwie als sakrales Bauwerk.

  3. Nicht vergessen: Reißverschlussprinzipverweigerer. Die Spezies, die sich bereits 1000m vor dem Hinderniß rechts einordnet und dann in einer sturen Permanenz niemanden mehr einfädeln läßt. Würde jeder sich so früh einornden und nicht das Reißverschlussprinzip am Ende der auslaufenden Fahrbahn nutzen, würde sich jeder Stau bis „Meppen-Süd“ ziehen.

  4. Ja Schleicher, oder laut deren Definition, „umsichtig agierende Verkehrsteilnehmer“ sind eine regelrechte Plage. Die treiben nicht nur Dich in den Wahnsinn. Ich habe die Schnarchnasen täglich vor mir. Man wird micht jetzt zwar schlagen und verfluchen, aber ich glaube dahinter stecken Beamte. Die schlafen auch regelmäßig vor grünen Ampeln ein.

    @ Olli,

    stimmt, die sollte man nicht vergessen. Meist sind das Prinzipienreiter -STVO auf dem Beifahrersitz-, die aus Prinzip der Meinung sind, „der hätte sich ja auch mal vor 200km nach rechts einordnen können.“ Da gibt es dann noch die Spezies der notorischen Links- und Mittelspurfahrer -Typ Oberlehrer- die ihre mobilen Mitgenossen mit Zwang erziehen wollen.
    In Österreich fand ich die häufiger. Wenn man gerade so schön links überholte, zog irgendwann einer auf die linke Spur und bremste einen auf 110Km/h runter, denn schließlich gilt in Österreich generell 130 auf den Errungenschaften der ASFINAG und das ganz besonders für Ausländer. Da habe ich doch noch was: Elefantenrennen
    http://www.myvideo.de/watch/2159890

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