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Stilblüten

November 30, 2007

Von Zeit zu Zeit schaue ich immer gerne was andere über die von mir verlinkten Blogs denn so schreiben. Manches ist recht freundlich, manches ist schon beleidigend und teilweise unter der Gürtellinie. Dann gibt es noch die selbsternannten Aufklärer, die das Internet und Kleinbloggersdorf glauben aufrütteln zu müssen, in dem sie abstruse „Beweise“ für die Identität eines Bloggers präsentieren und dabei völlig Unbeteiligte in ihren Focus rücken.

Lizas Welt zum Beispiel ist so ein Blog, dessen Betreiber schon seit längerem Objekt der absurdesten Verschwörungsphantasien ist. Das Liza eine Frau sein muss -klar, Bixente Lizarazu war ja auch die erste Fußballfrau in der Geschichte der Bundesliga und die erste Frau in der französischen Nationalelf der Herren- wird von einigen ja schon länger behauptet. Für die Identität des Betreibers mußten aber auch Personen wie Helmut Markwort, oder gar Henryk M. Broder herhalten. Selbst andere Blogs waren nicht sicher als Betreiber, in Personaluniuon, des Blogs zu gelten. Irgendwann aber glaubten die selbsternannten Wächter endlich die Person hinter dem Blog erkannt zu haben, so dass ein Frührentner und „Künstler“ endlich an die Öffentlichkeit konnte, ohne das es eigentlich die breite Masse interessiert.

Alex Feuerherdt soll der Betreiber von Lizas Welt sein und es ist schon erstaunlich dass man, einfach mal so, Menschen an die Öffentlichkeit zerrt, nur weil man ein Problem mit der eigenen Wahrnehmung hat. Das grenzt schon fast an Rufschädigung, was für diese Personen aber offensichtlich kein Problem darstellt. Der Betreiber des Blogs Politikdialog läßt nun jegliche Mutmassungen fallen, geht direkt in die vollen und unterstellt sowohl dem Journalisten Feuerherdt, als auch dem anonymen Betreiber von Lizas Welt eine ganz und gar widerliche Gesinnung, denn es kann für den Betreiber nicht sein, dass man Antisemiten als das bezeichnet was sie sind, nämlich Antisemiten.

Dabei beweist er zumindest eins, dass er zu der Gruppe von Personen gehört, die sich ganz besonders wichtig fühlen und versuchen mit Halbwissen in einem Bereich zu glänzen, von dem sie offensichtlich nicht viel Ahnung haben. Nachdem er die Frage, wie sich Antisemitismus definiert noch einmal darlegen mußte, ergeht er sich fröhlich in seinen freien Interpretationen und Weltvorstellungen in dem er schreibt, „In Deutschland und anderen Teilen der Welt ist der Begriff des Antisemitismus jedoch zwischenzeitlich zu einem Kampfbegriff geworden. Es geht den Nutzern dieses Begriffs dabei weniger um die Frage, ob der jüdische Staat oder jüdische Gemeinschaften existieren sollen. Diese Frage ist längst mit einem klaren JA beantwortet worden und dies nicht nur vor dem Hintergrund multikultureller Gesellschaften mit Menschen aus den verschiedensten Religionen und Kulturkreisen. Bei der Verwendung des Begriffes Antisemitismus geht es vielmehr um die Beurteilung israelischer Regierungspolitik, die für eine faktisch sakrosant ist.“ In Bezug auf Israel scheint Svakopmund (so heißt der Aufklärer) die Debatten darüber, was als Antisemitismus zu werten ist, offensichtlich verschlafen zu haben. Vielleicht war er ja auch so mit Namibia beschäftigt das es ihm entgangen ist. Antisemiten bestreiten sowohl das Existenzrecht Israels, als auch das Recht der Juden auf einen eigenen Staat. Die Administration Israels wird dabei mit der NS-Zeit gleich gesetzt und es werden Stereotypen verwendet die eindeutig antisemitisch sind. Das Vorgehen der Tzahal mit SS-Einsatzgruppen zu vergleichen ist keine Kritk, ebenso der unsinnige Vergleich die Palästinenser im Gazastreifen wären gleich zu setzen mit den Juden im Warschauer Ghetto. Von der Definition des Antisemitismus, den er mit Kritik an der israelischen Administration gleich setzt, scheint er wenig bis gar keine Ahnung zu haben.

Es kommt aber noch besser, so behauptet er, „Man erinnere sich noch an die Causo Möllemann / Friedmann (Friedman wird mit einem „N“ geschrieben) und Möllemanns Äußerung im ZDF“ und weiter „Möllemann wurde als Antisemit gebrantmarkt und der FDP-Parteivorstand sah sich unter dem Druck der Öffentlichkeit genötigt, eine Erklärung zu Lasten Möllemanns abzugeben. Das es hier auch innerparteiliche Ränkekämpfe zwischen Parteichef Westerwelle und Möllemann gab, sei nur am Rande erwähnt.“ Er verlinkt zwar Liberale, von der FDP, oder den Vorgängen scheint er aber nicht viel mitbekommen zu haben. Zwischen Herrn Westerwelle und Möllemann gab es zum damaligen Zeitpunkt keine „Ränkekämpfe“ (was soll das denn sein?), im Gegenteil war Westerwelle der Euphorie verhaftet die FDP zu einer Volkspartei ausbauen zu können. Es ging damals um Jamal Karsli und seine Äußerungen die dazu führten, dass die Grünen Karsli mit einem Fußtritt aus der Partei warfen und Möllemann diesen in die FDP holte. Möllemann wurde nicht wegen seiner Äußerungen, die durchaus antisemitisch waren, aus der Partei geworfen, sondern letztlich wegen der dubiosen Finanzierung seiner Flugblätter. Dabei möchte ich jetzt auch gar nicht auf den Text eingehen, sondern verweise lieber auf das Buch, „Ich würde mich auch wehren.“ Darin ist auch für Svakopmund alles nachlesbar und auch seine Frage, „Was aber ist dran an den dem antisemitischen Gehalt der Äußerung? Nichts. Denn Möllemann hat nicht eine Religion, sondern die Politik einer Regierung kritisiert. Die Verbindung zur Religion und Shoa wurde von Friedmann hergestellt.“ wird darin, so er es überhaupt versteht, beantwortet. Möllemann hatte nicht die Politik „einer Regierung“ kritisiert -wobei sich die Frage stellt, warum muß der deutsche Michel eigentlich ständig andere kritisieren? Hat er keine anderen Probleme?-, sondern die üblichen Stereotypen gebraucht die man in der Wissenschaft im allgemeinen als antisemitisch einstuft.

Zurück aber zu seiner Behauptung Herr Feuerherdt sei Lizas Welt, so bleibt er einen Nachweis schuldig. Nirgendwo findet man einen Beleg von seiner Seite, sondern ein wirres Verschwörungsgeschwurbel und seine völlig idiotischen Sichtweisen die er einfach in einen Topf wirft. Seine Melange lautet dann im Kontext schlicht und ergreifend, es gibt keinen Antisemitismus in Deutschland und wer was anderes behauptet der ist entweder ein Lügner, oder ein Förderer.

Auf jeden Fall ist der Blogbetreiber kein Antisemit, denn so uninformiert kann man eigentlich nicht sein. Er ist einfach nur eine weitere Existenz in den Weiten des Internet, die meint, wenn man ein bisschen mobbt, dann macht einen das bekannt.

Na ja, ein schlichtes Gemüt mit ein bisschen Halbwissen ausgestattet macht noch keinen Nobelpreisträger, also lassen wir ihm ein bißchen Licht zukommen in dem er sich sonnen kann.

Anmerkung: Die Zitate stammen alle von der Website „Politikdialog.“ Ich habe da nichts verändert das ist alles original.

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