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Bombenstimmung im Gaza

November 21, 2007

Letzten Montag wurden im Gazastreifen nach Schießereien Sieben Menschen getötet und 55 Menschen verletzt, nachdem Fatah-Anhänger zum Gedenken an Yassir Arafat auf der Straße unterwegs waren und dummerweise ihre Fahnen dabei hatten.

Wer nun letztendlich an den Eskalationen die Schuld trägt lässt sich, wie immer, nicht sagen, denn beide Gruppen beschuldigen sich gegenseitig. Das ist nichts Neues, schon in der Vergangenheit wurden Meinungsverschiedenheiten meist mit der Kalashnikov geklärt, allerdings stand da noch Ismail Haniyeh in vorderster Front seiner Gotteskrieger. Mittlerweile ist er, zusammen mit Khaled Meshal, Schnee von gestern und dürfte wohl insgeheim hoffen, eine Villa in der Westbank, oder zumindest eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit Etagenklo in Damaskus, vielleicht auch Kairo beziehen zu dürfen, denn das Sagen haben zur Zeit andere. Mahmoud a Zahar, Ahmad Jabari und Said Siyam -nicht zu verwechseln mit den Drei heiligen aus dem Morgenland- streben nicht nur die Macht im Gaza an, sondern sind wild entschlossen auch in der Westbank die Macht in die Hand zu bekommen. Beflügelt von iranischen Segensprüchen und Geld träumen sie von einer islamischen Volksrepublik Palästina vom Libanon bis zum roten Meer und von Amman bis zum Mittelmeer.

Sie möchten das in die Praxis umsetzen, was in der Hamas Charta steht und Haniyeh immer als theoretische Philosophie -so zumindest wird es in westlichen Kreisen immer beschwichtigend betont- in seinen Reden formuliert hat. „Ich könnte mir durchaus ein Palästina ohne Israel vorstellen, rein hypothetisch und immer vorausgesetzt die Regierung in Jerusalem spielt mit, also jetzt einfach mal so als Denksansatz, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, praktisch für die Zukunft.“

Für die Antizionisten, die ja nichts gegen die israelischen Bürger, nur gegen die Regierung haben -schliesslich hat doch jeder Antisemit Antizionist seinen ureigensten Alibijuden im Keller- dürfte natürlich klar sein, wer die Schuld am Versagen der palästinensischen Politiker hat. Nicht die Palästinenser sind schuld, sondern halt Olmert -wer sonst- und die israelische Administration. Schließlich leiden die Palästinenser ja schon seit Anfang des 20. Jhr. unter der zionistischen Besatzungsmacht die erst mit Geld und dann mit Merkava in die Gebiete eingedrungen ist. Und natürlich sind auch die angeblichen Hungerexzesse, denen die Bevölkerung im Gaza ausgesetzt ist, schuld daran, dass die Protagonisten von Hamas, Fatah und diverser Splittergruppen sich gegenseitig über den Haufen schiessen. Statt das diese „Freunde Palästinas“ nun Geld dafür sammeln, damit die Hamas sich zum Endkampf mit ausreichend Waffen versorgen kann damit die Bevölkerung mit ausreichend Lebensmitteln, sowie Verbandsmaterial zur Behandlung von Kalashnikov-Schusswunden versorgt werden kann und dies nicht an UNRWA, UNHCR oder anderen Organisationen hängen bleibt, sitzen diese lieber Tagein und Tagaus vor ihrem Computer und blasen ihre tiefgründigen Erkenntnisse in das Internet. Das kostet halt kein Geld und unterstreicht den Antizionismus und Moralismus, der diese Leute umtreibt.

Das es sich in den Autonomiegebieten um eine Bande von Verbrechern handelt, -während der Oktoberrevolution hätte man die als Reaktionäre an die Wand gestellt und erschossen- die man als Berufsquerulanten bezeichnen kann, interessiert da nicht. Seit Jahrhunderten bevölkern Terroristen -was anderes ist das nicht- wie Hamas, Al Aqsa usw. den Erdball. Im Dreissigjährigen Krieg zog man marodend und brandschatzend durch Europa, knüpfte die Einwohner an den Bäumen auf und wechselte irgendwann, wenn es mal keinen Krieg gab, unter die Räuber.

Heute nennt man sich großspurig „Freiheitskämpfer“ drangsaliert die eigene Bevölkerung, versucht den Nachbarn auszulöschen und lebt ansonsten von Zuwendungen, die nicht nur durch Erpressung in die Kasse fließen, sondern auch von den Geldgeschenken die man von anderen Staaten, in diesem Fall der arabischen Nachbarn, erhält. Der Aufbau eines funktionierenden Staatswesen ist ihnen auch völlig fremd und wäre auch gar nicht in ihrem Sinne, denn was sollten sie schon machen? Topflappen häkeln? Kochtöpfe herstellen? Bei einem jährlichen Budget von gut 200 Mio $ allein für die Hamas muß man nicht unbedingt einer vernünftigen Tätigkeit nachgehen. Die arabische Zeitung Al-Sharq Al-Aswat schrieb schon im April 2006

„Wenn jetzt eine finanzielle Strafe dafür verhängt werden würde, dass der Hamas-Bewegung als gewählter palästinensischer Regierung eine politische Chance gegeben wurde, dann würde das der Hamas eher dienen als schaden. In diesem Fall würden die ägyptischen Muslimbrüder einspringen und mit Spendenleistungen die finanziellen Lücken schließen. Zur Unterstützung der palästinensischen Bewegung werden die islamistischen Aktivisten keinen Dollar sparen und sie werden leicht eine Milliarde zusammenbringen – genau die Summe, die die Hamas in diesem Jahr noch für die Gehälter ihrer Angestellten benötigt.“

So lange man die nützlichen Idioten auf der Welt hat, die nicht müde werden zu betonen wie schlecht es den Palästinensern geht und wie ungerecht die Hamas behandelt wird, so lange wird Pallywood alles daran setzen, das Interesse am kochen zu halten und sich als das bedauernswerte Opfer präsentieren, welches vom Westen schmählich im Stich gelassen und von Israel ausgehungert wird. Dabei schlagen sich Typen wie Mahmoud a Zahar, oder Jassid Chader vor Freude auf die Schenkel. Im Juni diesen Jahres erklärte Zahar freimütig

Die Hamas könne Geld aus Ägypten, Libyen, Kuweit und dem Iran lukrieren: „Ich persönlich habe einmal 20 Millionen aus dem Iran in meinem Koffer nach Gaza gebracht. Naja, eigentlich zweimal, das zweite Mal 22 Millionen“

und dankt den USA

Waffen für eine Fortsetzung des Kampfes mit der Fatah gebe es jedenfalls genug, meint Zahar: „Die US-Hilfsgelder sind in Waffen übersetzt worden. Danke USA!“

Jassid Chader, jahrelang zuständig für die Almosensammlung in Kuwait, freute sich in diesem Monat über die weltweite Hilfsbereitschaft und erklärte gegenüber der FTD „Unsere Spenden kommen aus der ganzen Welt,“ selbst Verbote würden nicht schrecken denn dass in vielen Ländern die Vereine, die für ihn Spenden sammeln, verboten wurden – darunter auch der Al-Aksa-Verein in Deutschland -, kümmert ihn nicht. „Das Geld findet andere Wege, aber nun eben unkontrolliert.“

Da stellt sich nun die Frage, ob die „Freunde Palästinas“ überhaupt ein Interesse am palästinensischen Volk haben, oder nur ihrer obsessiven Wunschvorstellung nachgehen eine Welt mit weniger Juden sei möglich, wenn man nur lange genug auf Israel einprügelt und betont wie schlecht es den Palästinensern geht, die zwar Geld im Überfluss, aber keinen Bock auf Verantwortung haben -Übrigens gibt es Länder wo es der Bevölkerung noch schlechter geht, ohne das sich die Friendesfreunde dafür interessieren würden-. Das hatte schon Arafat nicht, der es nicht mal auf die Reihe brachte, ein funktionierendes Gemeinwese zu installieren, statt dessen aber aus der Westbank und dem Gaza eine Nah-Östliche Farvela machte. Und Arafats politische Erben haben daran noch weniger Interesse.

Nimmt man den utopischen Fall an Israel würde von der Landkarte radiert werden, dann dürfte es nur Monate dauern bis Städte wie Haifa, Tel Aviv, Eilat oder Jerusalem aussehen wie der Gazastreifen. Vor allem würde ich mich doch sehr interessieren, wie z.B. die christlichen Religionsgemeinschaften schauen würden, wenn die Grabeskirche in Jerusalem in die Luft fliegt, oder die Geburtskirche dem Erdboden gleich gemacht wird. Vermutlich dürfte auch das Interesse der Unterstützer schnell abnehmen.

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