Butter oder Kanonen

Seit über einem Jahr redet man die große Hungersnot in palästinensischen Gebieten und besonders über die ständig drohende Katastrophe im Gazastreifen. Besonders das AIK-Wien war in den letzten Monaten ganz besonders aktiv das Schreckgespenst ausgemergelter Gestalten an die Wand zu werfen und wider besseren Wissens zu behaupten , dass die Bevölkerung im Gaza systematisch ausgehungert werden soll.

Das merkwürdige dabei, die Lage in den Gebieten wird zwar als ernst eingestuft, allerdings gilt dies auch für Länder wie Jordanien, den Libanon, oder Ägypten. Dies gilt selbst für des Antiimperialisten liebste Kinder, Syrien, Iran und Venezuela. Noch merkwürdiger ist die Tatsache, dass man zwar angeblich täglich vor der Hungersnot steht, aber doch genügend Geld besitzt, um sich ausreichend mit Waffen zu versorgen. Schon im November 2006 informierte die israelische Botschaft über die Situation im Gaza.

1. Artillerieraketen

Seit Israels Abkopplung vom Gazastreifen im letzten Sommer haben die Palästinenser mehr als 1.500 Qassam-Artillerieraketen auf israelische Bevölkerungszentren abgefeuert. Davon sind 1.201 auf israelischem Staatsgebiet eingeschlagen. Zu diesen Raketen gehören verbesserte Langstreckenraketen, die die israelische Hafenstadt Ashqelon (über 13 km vom Gazastreifen entfernt) erreichen können. Insgesamt sind sieben Israelis, ein ausländischer Arbeiter und zwei palästinensische Zivilisten bei palästinensischen Artillerieangriffen aus dem Gazastreifen getötet worden, über Hundert Personen wurden verletzt.

2. Aufrüstung des Waffenarsenals

Der Direktor der Israelischen Sicherheitsbehörde, Yuval Diskin, führte in einer Anhörung vor dem Knesset-Ausschuss für Außen- und Sicherheitspolitik am 14. November aus, dass die Palästinenser seit der Abkopplung folgende Waffen nach Gaza geschmuggelt haben:

  • – 33 Tonnen hochwertigen militärischen Sprengstoff,
  • – 20.000 Sturmgewehre,
  • – 3.000 Pistolen
  • – 6 Mio. Schuss Munition für Handfeuerwaffen
  • – 38 Langstreckenartillerieraketen (s.o.),
  • – 12 tragbare Flugabwehrraketen,
  • – 95 Raketenabschusssysteme für Panzerabwehrraketen,
  • -410 Panzerabwehrraketen,
  • – 20 präzisionsgelenkte Panzerabwehrraketen.

Zusätzlich sind ungefähr 50 bis 70 Millionen Dollar an Bargeld in den Gaza-Streifen geschmuggelt worden, um die Terroroperationen der Hamas zu finanzieren. 3. Terrorangriffe und Selbstmordanschläge In der letzten Zeit haben die palästinensischen Terrorgruppen in Gaza ihre Bemühungen intensiviert, Angriffe in großem Maßstab gegen israelische Bevölkerungszentren auszuführen.

Und somit täglich in der Lage ist diverse Kassam in’s südliche Israel zu feuern. Die Tageszeitung Yedioth Ahronot schreibt über einen massiven Raketenbeschuss aus dem nördlichen Gaza, der gestern und heute Ziele im Negev, Ashkelon und die Umgebung von Sderot betraf.

Massiver Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen

Der andauernde Raketenbeschuss aus dem nördlichen Gaza-Streifen auf Südisrael hat wieder an Intensität zugenommen. Allein am heutigen Vormittag haben palästinensische Terroristen vier Kassam-Raketen abgefeuert. Eine landete nahe einer strategischen Anlage südlich von Ashkelon, die anderen in der Umgebung der Kleinstadt Sderot. Die Verantwortung übernahmen einmal mehr die Al-Quds-Brigaden, der militärische Flügel des Islamischen Jihad.

Bereits gestern schlugen 10 Kassam-Raketen im westlichen Negev ein. Zu Personen- oder Sachschaden kam es dabei nicht.

(Yedioth Ahronot, 23.10.07)

Stellt sich also die Frage, wollen die Einwohner im Gaza lieber Butter, oder Kanonen auf’s Brot, denn so arg scheint die Lage dann ja wohl doch nicht zu sein.

Allerdings wundere ich mich ständig und frage mich, jetzt nicht im Bezug auf den Gaza, wie ist das eigentlich möglich das es Länder gibt, in denen die Menschen täglich am Hunger sterben, aber trotz allem bis an die Zähne bewaffnet sind? Wo steckt eigentlich die Logik dahinter? Es ist doch, alles in allem, recht widersinnig sich an die Weltgemeinschaft zu wenden, damit diese die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgt, während die Menschen von den eigenen Machthabern mit G3 und Kalashnikovs ausgestattet werden.

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